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HVD Berlin-Brandenburg - Aktuelles

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Aktualisiert: vor 5 Jahre 29 Wochen

TagesTreff mit Ehrenamtspreis ausgezeichnet

31. März 2017 - 21:36
31. März 2017

Der TagesTreff "Mut zur Nachbarschaft" des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg ist am Freitagabend mit dem Ehrenamtspreis der SPD-Fraktion Lichtenberg ausgezeichnet worden. Die Laudatio hielt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin der Abteilung Stadtentwicklung, Soziales, Wirtschaft und Arbeit, Birgit Monteiro.

Andrea Käthner-Isemeyer, Leiterin der Abteilung Gesundheit und Soziales beim HVD, nahm den Preis am Freitagabend stellvertretend für die ehrenamtlichen Unterstützer_innen entgegen. "Wir freuen uns sehr, dass das verlässliche und für die Einrichtung unerlässliche Engagement der derzeit 16 ehrenamtlichen Unterstützer_innen des TagesTreffs heute von der Lichtenberger SPD gewürdigt wurde", sagte Käthner-Isemeyer im Anschluss. "Die Laudatio der Stadträtin Monteiro hat sicher auch dazu beigetragen, dass sich noch mehr Menschen für andere engagieren, die nicht vom Wohlstand in unserer reichen Gesellschaft profitieren."

Der TagesTreff in der Weitlingstraße 11 am Bahnhof Lichtenberg bietet unbürokratische, problemorientierte medizinische und zahnmedizinische Versorgung für auf der Straße lebenden Menschen "vor Ort" an. Ergänzend zur medizinischen Betreuung, die einmal monatlich durch eine professionelle Fußpflegerin unterstützt wird, gibt es Angebote zur Tagesstrukturierung. Obdach- und Wohnungslose haben in der Weitlingstraße die Möglichkeit sich zu duschen und ihre Wäsche zu waschen sowie ihre Habseligkeiten ausbessern zu lassen. Zudem gibt es eine Schuh- und Kleiderversorgung und drei feste Mahlzeiten am Tag.

Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg hatte die Trägerschaft für die Einrichtung 2013 von der MUT Gesellschaft für Gesundheit mbH übernommen, die das Haus zuvor zehn Jahre lang geführt hatte. Das Angebot wird angenommen: Allein im vergangen Jahr wurden in rund 2.600 medizinischen und zahnmedizinischen Konsultationen Obdach- und Wohnungslose sowie so genannte Nicht-Wartezimmertaugliche Menschen versorgt. Mehr als 1.300 Mal waren die Waschmaschinen und Duschen in Betrieb und mehr als 2.800 Mal wurden Kleidungen und Schuhe ausgegeben.

Das alles konnte gerade durch das vielfältige ehrenamtliche Engagement erreicht werden. Dank der selbstlosen Unterstützung von Menschen, die einfach kommen und helfen. Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr 15 junge bis hoch betagte Menschen verabredet, um regelmäßig den Obdach- und Wohnungslosen zu helfen – neben drei Zahnmediziner_innen sowie jeweils einer Ärztin, Fußpflegerin und Schneiderin kamen (technische) Helfer_innen und Student_innen in die Weitlingstraße 11.

"All diesen namentlich nicht Genannten sowie den zahlreichen Spender_innen gebührt unser Dank", betont auch TagesTreff-Koordinator Gerd Schickerling. Zu den Unterstützern der Einrichtung gehören neben den ehrenamtlichen Helfern etwa Backstuben und Supermärkte, die Lebensmittel spenden, sowie zahlreiche Bürger_innen nicht nur aus Lichtenberg, die Geld oder Kleidung abgeben. Schüler_innen und Lehrer_innen des nahegelegenen Immanuel-Kant-Gymnasiums veranstalten bereits seit acht Jahren – so auch 2016 – zu Weihnachten ein Benefizkonzert zugunsten des TagesTreffs.

Wer mehr über den TagesTreff wissen oder sich ehrenamtlich in der Weitlingstraße engagieren möchte, findet hier alle Kontaktdaten.

Kategorien: Aus den Verbänden

HVD übernimmt Trägerschaft für Kinder- und Jugendzentrum "Die Oase"

31. März 2017 - 8:37
3. April 2017

Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg bekommt Zuwachs im Bereich Jugend: Zum 1. April 2017 übernimmt er die Trägerschaft für das Kinder- und Jugendzentrum "Die Oase". Dieses liegt vis-à-vis der Landesgeschäftsstelle des HVD in der Wallstraße in Berlin-Mitte.

Die Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes, Katrin Raczynski, begrüßte die zwei Kolleg_innen aus dem Bezirk bereits herzlich im Verband (Foto). Erste inhaltliche und organisatorische Gespräche mit den Beteiligten des Bezirks haben ebenfalls stattgefunden.

Projektleitung und Ansprechpartnerin für das Haus ist Jenny Roberts, stellvertretende Abteilungsleiterin Jugend und Bereichsleitung der Jugendfreizeiteinrichtungen im HVD Berlin-Brandenburg. "Wir freuen uns sehr, das neue Projekt als neunte Jugendfreizeiteinrichtung im HVD empfangen zu können", so Roberts.

 

Kategorien: Aus den Verbänden

Sexuelle Orientierung pädagogischer Mitarbeiter_innen spielt in Humanistischen Kitas keine Rolle

29. März 2017 - 15:23
29. März 2017

Der Fall eines homosexuellen Erziehers, gegen den Eltern einer Kita in Reinickendorf protestierten, sorgt in diesen Tagen nicht nur in Berlin für Aufregung und hat eine generelle Debatte ausgelöst. "Schwule Erzieher stehen immer noch unter Generalverdacht" schrieb etwa die Berliner Zeitung. Die grundsätzliche Haltung von Müttern und Vätern gegenüber männlichen Betreuern wird ebenfalls in vielen Medien thematisiert. Auch der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg verfolgt die Berichterstattung mit großem Interesse – und begrüßt die Entscheidung der betroffenen Kita, sich im aktuellen Fall von den Eltern zu trennen und nicht von ihrem Mitarbeiter.

Der Humanistische Verband betreibt 24 Kindertagesstätten in Berlin und Brandenburg – und bildet an der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik im Ullsteinhaus in Berlin-Tempelhof auch selbst Staatlich geprüfte Erzieher_innen aus. Die Bildungs- und Erziehungsziele beruhen dabei auf der Lebensauffassung des modernen weltlichen Humanismus, in deren Zentrum Werte wie Toleranz, Solidarität, Selbstbestimmung, Partizipation und Demokratie stehen.

Die Humanistischen Kitas sind offen für alle Kinder. Sie fördern ein Zusammenleben von Kindern unterschiedlicher kultureller Herkunft und von Kindern mit und ohne Behinderungen und verzichten in der pädagogischen Arbeit bewusst auf religiöse moralische Instanzen.

Für die Mitarbeiter_innen gilt die gleiche Willkommenskultur. Britta Licht, Leiterin der Abteilung Humanistische Kindertagesstätten, betont: „Bei uns erfahren Kinder Unterstützung bei den Versuchen, sich die Welt verfügbar zu machen, und erleben eine Pädagogik, die durch Fragen und Austauschprozessen gekennzeichnet ist. In diesem Dialog zwischen Kindern und Erwachsenen werden Bildungswege und -ziele zu einer Einheit, bei der es keine Rolle spielt, welche soziale oder kulturelle Herkunft, welche körperlichen Besonderheiten, welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung unsere pädagogischen Mitarbeiter_innen haben.

In den Kindertagesstätten des Humanistischen Verbandes sind insgesamt 465 pädagogische Mitarbeiter_innen beschäftigt. Darunter sind 35 Männer – fünf von ihnen in leitender Funktion.

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Neuerscheinung erzählt Geschichten aus dem Kinderhospiz Berliner Herz

24. März 2017 - 16:20
24. März 2017

Wie verkraften Eltern die plötzliche schwere Krankheit und in einigen Fällen den Tod des eigenen Kindes? Wie erleben betroffene Kinder selbst, ihre Geschwister und Angehörige die neue Situation?

Durch das Kinderhospiz Berliner Herz hat der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg seit vielen Jahren intensiven Kontakt zu betroffenen Familien. Deren ganz persönliche Geschichten erzählt das Buch "Herzensangelegenheiten", das jetzt im Mabuse-Verlag erschienen ist. Familien, Angehörige, Experten und Ehrenamtliche geben darin einen tiefen und persönlichen Einblick in ihr Leben mit einem kranken Kind. Die Familien stehen häufig vor einer extremen psychischen sowie physischen Belastung. Doch neben aller Verzweiflung, Trauer und Hilflosigkeit, die die Betroffenen plötzlich erleben, bestimmen auch viel Freude, Hoffnung und eine unglaubliche Stärke ihren Alltag.

Aufgeschrieben hat die 18 sehr berührenden Geschichten für den HVD Anne Edler-Scherpe, deren Mutter Christiane Edler Initiatorin und Leiterin des ambulanten Kinderhospizes ist. Gemeinsam haben sie "Herzensangelegenheiten - Geschichten aus dem Kinderhospiz Berliner Herz" in dieser Woche auch bereits im rbb Fernsehen vorgestellt: http://www.rbb-online.de/zibb/vip/beitraege/herzensangelegenheiten.html

Das Buch kann hier zum Preis von 19,95 Euro bestellt werden.

 

Kategorien: Aus den Verbänden

Gelungener Tag der offenen Tür in der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik

13. März 2017 - 15:18
10. März 2017

Einen Einblick in das Angebot der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik gab es jüngst beim Tag der offenen Tür. Die im Ullsteinhaus in Berlin-Tempelhof beheimatete Einrichtung hat Interressierten in dieser Woche unter anderem die Struktur ihrer Erzieherausbildung sowie Praxisbeispiele aus dem Unterricht vorgestellt. Die Besucher konnten einen Eindruck von der Arbeitsatmosphäre gewinnen und sich zudem über mögliche Praxisstellen in den Kindertagesstätten des HVD Berlin-Brandenburg informieren.

Mit Beginn zum September 2017 bietet die Humanistische Fachschule die Vollzeit- und berufsbegleitende Ausbildung zum_zur Erzieher_in an. Bewerbungen sind ab sofort möglich. Weitere Informationen zum Ausbildungsangebot gibt es auf: www.hufaso.de.

 

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Demonstration zum Frauen*kampftag am 8. März

7. März 2017 - 14:26
7. März 2017

Am 8. März geht es um Frauenrechte: Gemeinsam mit dem Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ruft der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg zur Teilnahme an der Demonstration zum Frauen*kampftag auf. Beginn ist um 17 Uhr am Hermannplatz in Berlin, um 18 Uhr soll sich der Demonstrationszug in Bewegung setzen. Die Mitglieder des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimkmung treffen sich an der Urbanstraße/Ecke Kotbusser Damm - und hoffen auf rege Unterstützung.

"Wir leben nicht in einer geschlechtergerechten Gesellschaft; als Frauen* sind wir von sexistischer Diskriminierung betroffen, wir werden schlechter oder für manche Arbeit gar nicht bezahlt, wir haben gesellschaftlich weniger Einfluss oder sind von körperlicher, teils sexualisierter Gewalt betroffen", heißt es im Aufruf des Bündnisses. "Immer wieder ist es unser Körper, der zum vermeintlichen Verhandlungspunkt wird. Das zeigt sich insbesondere in der Debatte um Schwangerschaftsabbrüche, die auch 2017 in Deutschland ein Straftatbestand sind. Dies führt u.a. dazu, dass Ärzt*innen diese medizinische Leistung nicht öffentlich benennen dürfen, Schwangerschaftsabbrüche ein gesellschaftliches Tabuthema sind, obwohl sie zu den häufigsten operativen Eingriffen der Gynäkologie zählen. Das können wir nicht hinnehmen! Wir fordern, dass Schwangerschaftsabbrüche entkriminalisiert werden, denn es muss unser Recht sein, über unsere Körper selbst zu bestimmen."

Wer eine freie und gleichberechtigte Gesellschaft wolle, müsse dafür kämpfen, heißt es weiter. "Wir brauchen die Solidarität gegen sexistische, homo-, bi-, trans*phobe und rassistische Diskriminierung. Wir fordern Selbstbestimmung über unseren Körper und unser Leben ein. Wir kämpfen gegen Diskriminierung. Deshalb sind wir als Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung auch dieses Jahr beim Frauen*kampftag mit dabei. Komm mit uns auf die Straße!"

 


 

 

 


 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kategorien: Aus den Verbänden

Humanisten trauern um J. Mythri

6. März 2017 - 15:27
6. März 2017

Die bekannte Atheistin, Sozialreformerin, Frauenrechtlerin, Gandhi-Anhängerin und Leiterin des Atheist Centre in Vijayawada/ Indien, Frau J. Mythri ist am 11. Februar 2017 verstorben. Mit ihr verliert die humanistische und säkulare Bewegung eine herausragende Vertreterin, die als Tochter der Gründer des weltweit ersten Atheistischen Zentrums, Gora und Saraswathi Gora, das Atheist Centre seit 2006 geführt und inspiriert hat.

Sie stand für Gleichheit, Humanismus und Zivilcourage, für Menschenrechte, gegen das Kastensystem und Diskriminierungen jeder Art. Sie hat mit ihren Vorträgen und Texten zur Verbreitung des liberalen Säkularismus beigetragen und hat mit ihrem großen Herzen die Lebensprobleme der Menschen aufgenommen und sich sozial engagiert. Gerade auch ihre Unterstützung hat den Humanistischen Deutsch-Indischen Jugendaustausch mit dem Humanistischen Freidenkerbund in Brandenburg in den letzten 20 Jahren wesentlich mit befördert.

Frau Mythri hat durch ihren Einsatz für die globale humanistische Bewegung, etwa auf nationalen und internationalen Tagungen und den Weltatheismuskongressen, ihre freiheitlichen und rationalistischen Positionen liberal vertreten und verbreitet. Frau Mythri setzte sich stets für ein tolerantes und multikulturelles Miteinander in Frieden und Demokratie ein.

Frau Mythri wurde am 1. Dezember 1932 in Vijayanagaram in Andhra Pradesh/ Indien geboren. Als dritte Tochter von Gora und Saraswathi Gora hat sie frühzeitig den Kampf der Indischen Befreiungsbewegung Mahatma Gandhis aktiv miterlebt und sich gegen das Kastensystem, gegen Aberglauben, religiös motivierte Gewalt und Hexenverfolgungen und für die kulturelle und soziale Befreiung und Selbstbestimmung der Menschen, insbesondere der Frauen und Kinder eingesetzt. Ihr war es wichtig, sich für eine wissenschaftliche Welterklärung einzusetzen und den Geist der Menschenwürde in die Gesellschaft zu bringen.

Frau Mythri erhielt ihre Schulbildung in Machilipatnam. Später zog sie mit ihren Eltern und  Geschwistern nach Mudunur village im Krishna District. 1940 wurde dann dort das Atheist Centre gegründet, der sie mit ihren Geschwistern Manorama, Lavanam, Vidya, Vijayam, Samaram, Niyanta und Nau ihr Leben widmete.

Als Aktivisten der Quit India Movement wurden Mythris Eltern von den Briten zeitweilig  inhaftiert. Mythri kümmerte sich in dieser Zeit auch um ihre Geschwister. Mahatma Gandhi trat Anfang der 40er Jahre in einen intensiven Austausch mit Gora und seiner Familie und lernte die atheistische Arbeit kennen. Auch Mythri lebte für einige Zeit auf Gandhis Einladung in seinem Sevagram ashram.

Nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 siedelte das Atheist Centre nach Vijayawada. Mythri gab das Wochenmagazin “Sangham“ (Society) in Telugu mit heraus. Sie unterwies Frauen in der Handhabung der Drucktechnik. Sie begann, auch in der Erwachsenenbildung für sozial Benachteiligte und in der Bildung und Erziehung der Kinder aktiv zu werden. Sie organisierte interreligiöse und kastenübergreifende Eheschließungen.

1961 startete das Sozialwerk des Atheist Centre „Vasavaya Vidyalaya" mit einer säkularen Schule. Für 16 Jahre gestaltete Frau Mythri die Schule gemeinsam mit Frau Hemalata Lavanam, Herrn Niyanta und Frau Sumathi. Kinder und Jugendliche aus vielen Dörfern und Kleinstädten besuchten diese Schule. Im Vordergrund standen moderne wissenschaftliche Inhalte, Sprachen und allgemeine politische und soziale Bildung.

Hunderte von Frauen wurden im Atheist Centre unterrichtet. Sie erlernten Berufe, um wirtschaftlich selbstständig leben zu können. Frau Mythri war in den vielfältigen Aktivitäten der säkularen sozialen und Bildungsarbeit führend beteiligt. Sie erwarb ihren Master in Psychologie an der Benares Hindu University, Varanasi. In den Sozialwerken des Atheist Centre, Arthik Samata Mandal, Vasavya Mahila Mandali und Samskar, war sie bei integrativen sozialreformerischen Entwicklungen, Frauenförderungen und sozioökonomischen Reformen erfolgreich tätig.

Frau Mythri hat weiter journalistisch gearbeitet, vor allem bei der Herausgabe atheistischer Journals. Sie war Editor von “Nasthik Margam” (Atheistischer Weg) in Telugu. Auch an  Zeitschriften in Englisch („Atheist“) und in Hindi („Insaan“) war sie beteiligt.

In 1986 erhielt Frau Mythri als Vertreterin des Atheist Centre in Oslo den „International Humanist Award” von der International Humanist and Ethical Union (IHEU) für die säkulare Sozialarbeit. Frau Mythri unternahm Vortragsreisen in Europa und Nordamerika. Sie vertrat, wie ihr Bruder Lavanam, den Atheismus als einen positiven Lebensweg.

Frau Mythri war die Säule aller Aktivitäten des Atheist Centre in den letzten 70 Jahren. Nach dem Tode von Gora (1975) und von Saraswathi Gora (2006) war sie die Hauptperson des humanistischen Zentrums in Andhra Pradesh mit ihren wissenschaftlichen, politischen, sozialen und Bildungsbestrebungen. Bei ihr liefen viele Fäden zusammen, die sie mit großem Herz und auf hohem intellektuellem Niveau als Netzwerk exzellent gestaltete. Sie erhielt unter anderem für ihr säkulares humanitäres Engagement den Potti Sriramulu Telugu University Award und den Kasinadhini Nageswara Rao Award.

Frau Mythri war eine Freundin, eine Leitfigur und eine Philosophin für viele Menschen. Sie hat unzählige Beiträge geschrieben und Vorträge gehalten, die bis heute inspirieren. Wir in Deutschland, die wir sie erleben konnten, wissen, was wir verloren haben. Wir trauern um eine Freundin, Schwester und Großmutter.

Ihr Leben ist eine Botschaft, vor allem für Menschenrechte, Freiheit und die Gleichstellung der Frau. Ihre Ideale werden in Indien und in der humanistischen Weltbewegung weiterleben.

Jai Insaan (Sieg der Menschen)!

 

Dr. Volker Mueller

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Humanistische Jugendprojekte unterstützen Berlins soziales Netzwerk T_Rest

2. März 2017 - 20:12
3. März 2017

Um zu verhindern, dass die Arbeit der Kinder-, Jugend-und Familienprojekte in Berlin zu einem "sozialpolitischen Restposten" verkommt, hat sich das Netzwerk T_Rest gegründet. Die in dem Netzwerk zusammengeschlossenen Projekte und Vereine fordern in einer groß angelegten Kampagne Solidarität, Wertschätzung und ein klares politisches Bekenntnis zu der Arbeit, die sie machen.

Seit zehn Jahren wird die Finanzierung dieser Arbeit reduziert, viele Projekte sind unterfinanziert oder erhalten nur eine sehr kurzfristige Finanzierungszusagen. Zugleich wachsen die Personal-und Sachmittel anderer Institutionen kontinuierlich. Die Mitarbeiter_innen der Kinder-, Jugend- und Familienprojekte arbeiten „zunehmend mit dem Rücken zur Wand“, heißt es in dem Manifest des Bündnisses.

Die Jugendprojekte im Humanistischen Verband unterstützen die Kampagne, die in den kommenden Tagen und Wochen auf die aktuelle Situation aufmerksam machen will. Weitere Informationen finden Sie im hier anhängenden Manifest oder auf der Facebookseite der Kampagne.

VorschauAnhangGröße T_Rest Manifest239.24 KB
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Kita Knirpsenstadt am Glitzerbach ist fertig saniert

23. Februar 2017 - 16:32
23. Februar 2017

Eine Herausforderung für die Erwachsenen, für die Kinder vor allem spannend: Nach 19 Monaten ist die Sanierung der humanistischen Kita Knirpsenstadt am Glitzerbach in Marzahn abgeschlossen. Mit einer Feierstunde wurden die neuen Räume jetzt offiziell eingeweiht. Vertreter_innen aus Elternschaft, Verwaltung, Politik und Nachbarschaft folgten der Einladung ebenso wie die ausführenden Architekten, die auch noch einen Gutschein über 300 Euro für einen Clown zum nächsten Sommerfest mitbrachten.

Hell, freundlich und transparent präsentiert sich die Kita am Geraer Ring nach dem Umbau. Sie verfügt nun über eine moderne und funktionale Vollküche, Bäder und Sanitärräume wurden saniert und auch Akustik und Beleuchtung wurden modernisiert. Der Krippenbereich für die Kleinsten ist nun nicht mehr so isoliert wie bisher. Der neu gestaltete Eingangsbereich mit angeschlossenen Multifunktionsflächen öffnet die Einrichtung für das Quartier, unterschiedliche lokale Akteure sollen die Räume künftig nutzen. „Wir freuen uns auf vielfältige und interkulturelle Begegnungen an diesem Ort“, sagte Katrin Raczynski, Vorständin des HVD Berlin-Brandenburg.

Umgebaut wurde bei laufendem Betrieb – mit 150 Jungen und Mädchen im Haus. Eltern und Kinder mussten immer wieder andere Eingänge benutzen, die Handwerker_innen mussten sich auf die besonderen Ansprüche der Kita-Baustelle einlassen. „Wir wissen, dass das nicht immer leicht war“, betonte Katrin Raczynski. Der Dank des HVD gilt daher allen Beteiligten, insbesondere dem Team um Kitaleiterin Ulrike Schymanski.

Gekostet hat die Sanierung der Kita Knirpsenstadt am Glitzerbach insgesamt rund 2.000.000 Euro. Die Hälfte davon zahlt der HVD Berlin-Brandenburg als Träger, die übrigen Mittel stammen aus dem Berliner Förderprogramm „Bildung im Quartier“ (BiQ) – einem Teilprogramm der „Zukunftsinitiative Stadtteil“ (ZIS), die mit Hilfe des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird.

 

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Notunterkunft für Geflüchtete wird geschlossen

15. Februar 2017 - 13:14
15. Februar 2017

Die vom HVD Berlin-Brandenburg betriebene Notunterkunft für Geflüchtete in der in der Otto-Ostrowski-Straße im Berliner Bezirk Friedrichshain wird am heutigen Mittwoch geschlossen. Zu diesem Schritt hat sich der HVD in Abstimmung mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) und dem zuständigen Bezirksamt kurzfristig entschlossen, da insbesondere brandschutztechnische Mängel an der zur Notunterkunft umfunktionierten Turnhalle einen sicheren Betrieb zunehmend gefährdeten.

Die Notunterkunft an der Otto-Ostrowski-Straße war im November 2015 eröffnet worden. Sie bot Platz für 130 Menschen. Die 38 verbliebenen Bewohner_innen – Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Ägypten und dem Irak, darunter auch neun Kinder – ziehen nun in ein sogenanntes Tempohome: ein Containerdorf in der Gerlinger Straße in Buckow (Bezirk Neukölln), das rund 560 Menschen Platz bietet. 

Ein Bus holt die Bewohner_innen am frühen Nachmittag ab, ihre Habseligkeiten werden gesondert transportiert. „Unsere Sozialarbeiterin wird die Bewohner_innen in die neue Gemeinschaftsunterkunft begleiten und ihnen unterstützend zur Seite stehen“, sagt Eros Avena, Leiter der Notunterkunft in der Otto-Ostrowski-Straße. Am Vorabend sei gemeinsam mit Bewohner_innen und ehrenamtlichen Helfer_innen noch eine kleine Abschiedsfeier organisiert worden. Die Initiative „Friedrichshain hilft“ habe einige Umzugskartons zur Verfügung gestellt, andere Helfer_innen spendeten Koffer.

Avena und seine Kolleg_innen werden auch in den nächsten Tagen noch in der Otto-Ostrowski-Straße vor Ort sein, um die Abwicklung des Umzugs bestmöglich zu organisieren. In der kommenden Woche fahren sie nach Buckow, um die persönlichen Akten an die Bewohner_innen zu übergeben und die dortigen Sozialarbeiter_innen über deren individuelle Anliegen zu informieren. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten stellt ihnen hierfür Dolmetscher_innen zur Seite. „Die Bewohner_innen sollen nicht wieder ganz bei Null anfangen müssen“, sagt Avena.

„Die Sicherheit und das Wohlergehen der Bewohner_innen stehen für uns an erster Stelle“, betont Andrea Käthner-Isemeyer, Leiterin der Abteilung Soziales beim HVD Berlin-Brandenburg. „Wir freuen uns, dass sie nun in die Gemeinschaftsunterkunft umziehen können.“ Verantwortung möchte der HVD aber auch für seine Mitarbeiter_innen übernehmen, die bislang in der Notunterkunft tätig waren. Der Verband hat sich um die Trägerschaft eines geplanten Tempohomes in der Hohenschönhauser Straße im Bezirk Lichtenberg beworben. „Wir hoffen hier auf eine baldige positive Antwort“, so Käthner-Isemeyer.

Um geflüchteten Menschen das Ankommen in Berlin zu erleichtern, hat der HVD gemeinsam mit der städtischen WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte im vergangenen Jahr zudem ein Patenschaftsprojekt mit dem Namen „Hallo neue Nachbarn!“ ins Leben gerufen. Mehrere Patenschaften konnten bereits vermittelt werden.

 

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„Für das Erinnern an Auschwitz gibt es keine Halbwertzeit“

26. Januar 2017 - 18:21
27. Januar 2017

Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ruft Jan Gabriel, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg e.V., die Menschen in Brandenburg und Berlin auf, das Erinnern an die Millionen Opfer des mörderischen Regimes der Nationalsozialisten bewusst zu betreiben und als Bildungsaufgabe zu begreifen:

„Erst das Verstehen und Reflektieren der Verbrechen der Nationalsozialisten lässt den Einzelnen begreifen, wozu der Mensch fähig ist. Die zahlreichen zerstörten Lebensgeschichten der Opfer des Nationalsozialismus zeigen uns immer wieder, wohin das Abgleiten der freiheitlich-demokratischen Werte, der Verlust von Menschlichkeit und Solidarität sowie die Ablehnung des Unbekannten eine Gesellschaft führen kann.

Denjenigen, die meinen, es müsse doch langsam mal gut sein mit der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus, will ich mit den Worten von Carolin Emcke antworten: „Für das Erinnern an Auschwitz gibt es keine Halbwertzeit.“ Die Reflektion der Verbrechen des Nationalsozialismus, schreibt die Trägerin des Friedenspreises des deutschen Buchhandels in ihrem aktuellen Buch „Gegen den Hass“, lässt sich nicht einfach abhaken, nur weil man es einmal getan hat.

In einer Zeit, in der Menschenfeindlichkeit, Aggressivität und Hass um sich greifen und populistische Kräfte eine geradezu propagandistische Informationspolitik betreiben, ist die intensive Auseinandersetzung mit der verheerenden Geschichte unserer Vorfahren umso wichtiger“, erklärte Gabriel weiter. Denn erst diese Auseinandersetzung macht es möglich, dass neben dem Ausmaß der Schuld in der Vergangenheit auch das Leid in der Gegenwart begreifbar wird. Joschka Fischers Appell „Nie wieder Auschwitz!“ richtete sich nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft. Und wir sind es, die die Zukunft unserer Gesellschaft gestalten. Ein bewusster und ehrlicher Umgang mit unserer Geschichte ist dafür unerlässlich.“

Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog hatte 1996 den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar in Erinnerung an die am 27. Januar 1945 erfolgte Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau ausgerufen.

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Gedenken an Max Sievers – Humanist und Widerstandskämpfer während des Nationalsozialismus

17. Januar 2017 - 15:01
16. Januar 2017

Am 17. Januar 2017 jährt sich der Todestag des großen Freidenkers und Widerstandskämpfers Max Sievers zum 73. Mal. Sievers wurde 1944 durch die Nationalsozialisten hingerichtet.

Max Sievers wurde 1987 in Berlin geboren. 1922 übernimmt er die Geschäftsführung des Vereins der Freidenker für Feuerbestattung und ab 1927 dessen Vorsitz. Dass aus dem einstigen Bestattungsverein, der sich bald „Deutscher Freidenkerverband" nannte, eine politische Kultur- und Weltanschauungsorganisation wurde, war maßgeblich sein Verdienst.

Sievers wollte ein „neues Kulturbewusstsein in der Arbeiterschaft“ fördern und erreichte dieses Ziel durch nichtreligiöse Jugendweihen sowie Kultur- und Bildungsangebote. Mit dem masterplan des Berliner Freidenkers war der „Deutsche Freidenkerverband“ überaus erfolgreich und zählte Anfang der 30er Jahre über 600.000 Mitglieder.

Als Humanist und SPD-Mitglied gehörte Max Sievers zu jenen wenigen Stimmen der Vernunft, die bereits vor Machtantritt Adolf Hitlers vor ihm gewarnt hatten. Sein Name stand 1933 auf einer Liste von 33 NS-Gegnern, denen das Regime die deutsche Staatsbürgerschaft entzog. Direkt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Sievers in Schutzhaft genommen. Nach seiner Freilassung floh er aus Deutschland und organisierte aus Saarbrücken sowie später aus Belgien den Widerstand gegen das NS-Regime. Er gab diverse Zeitschriften heraus und wurde zu einer wichtigen Stimme der sozialistischen Emigration. Im Zuge der Besetzung Westeuropas durch die Wehrmacht wurde er im Juni 1943 erneut von den Nationalsozialisten gefangen genommen. Der Volksgerichtshof verurteilte Sievers wegen „Vorbereitung zum Hochverrat mit Feindbegünstigung“ zum Tode.

Max Sievers setzte sich für die Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von konfessioneller Bindung, für die Trennung von Staat und Kirche sowie für Demokratie und Humanismus ein. Doch sowohl in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in der DDR blieb ihm eine öffentliche Anerkennung lange Zeit verwehrt. Erst 1996 hob das Landgericht Berlin auf Antrag des Humanistischen Verbands das Unrechtsurteil gegen Sievers auf.

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