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Tolerante Gesellschaft

Illu
Nach mehr als 30 Jahren Arbeit und bei über 60.000 Schülerinnen und Schülern in Berlin und Brandenburg ist wohl bewiesen: Humanisten können Wertebildung. Doch mit wenigen Ausnahmen gibt es bundesweit derzeit kaum große Aussichten auf echte Verbesserungen beim Angebot von Alternativen zu den Religionsunterrichten. „Hilfe von oben“ ist nicht zu erwarten, einen Ausweg bietet nur der gemeinschaftliche Einsatz.
Die Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus.
Brauchen die Mitglieder pluralistischer Gesellschaften ein gemeinsames ethisches Leitbild? Erschwert die Betonung der einzelnen kulturellen und religiösen Identitäten unser Zusammenleben? Eignet sich Humanismus als eine allen gemeinsame Orientierung, die sowohl Verbindendes schafft als auch ausreichend Raum lässt für Eigenes und Besonderes? Diese Fragen standen bei einer Tagung in Berlin am vergangenen Donnerstag im Fokus.
Die faktisch enorme Privilegierung von Caritas und Diakonie durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hat kaum noch Rückhalt in der Bevölkerung. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
diesseits | Nr. 113, 4/2015
Humanismus, Reformation und moderner Pluralismus: Diesen Themen widmete sich am zweiten Wochenende im vergangenen Oktober eine Tagung der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg aus Anlass der Lutherdekade.
Foto: T. Wiethüchter
Schätzungsweise etwa 2,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik sind nicht heterosexuell: schwule, lesbische, bi-, trans- oder intersexuelle Bürgerinnen und Bürger, die ein Leben frei von Gewalt, Diskriminierung und Fremdbestimmung führen wollen. Ihre stärkste politische Stimme ist der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD). 2015 feiert er das 25. Jubiläumsjahr seiner Gründung – und blickt auf bedeutende Fortschritte zurück.
Foto: privat
Der Diplompsychologe und arabische Israeli Ahmad Mansour erhält in diesem Jahr den vom Berliner Senat vergebenen Moses-Mendelssohn-Preis.
Foto
Landrat Matthias Dießl (CSU) übergab am vergangenen Mittwoch Preise für ausgezeichnete Werke an Schülerinnen und Schüler der Humanistischen Grundschule.
Foto: privat
Nach 1,5 Jahren Vorbereitung darf der türkische Schiedsrichter nach Deutschland einreisen. In der kommen Woche berichtet er in Berlin und Leipzig über die Situation von Menschen in der Türkei, die nicht zur homosexuellen Mehrheit gehören.
Foto: privat
Diese Frage war Thema eines Podiumsgespräches, zu dem das Religionspädagogische Institut der Evangelischen Kirche in Hessen eingeladen hatte. Dr. Joachim Grebe unternahm dabei den Versuch einer humanistischen Positionsbestimmung. Denn ihr kommt auch über die Schule hinaus Bedeutung für den Dialog zwischen Religionen und Weltanschauungen zu.
Foto: A. Platzek
Rückschlag für religiöse Hardliner: In der Wochenzeitung „Die Kirche“ hat sich der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) gegen ein Verbot aller Schwangerschaftsabbrüche ausgesprochen. Kurios: Ein umstrittenes Grußwort verteidigte Dröge als Einstehen dafür, „dass eine Gewissensentscheidung geachtet wird.“
Marsch für das Leben - Polen
Mit der Stille, die viele Jahre um den so genannten „Marsch für das Leben“ in Berlin geherrscht hat, ist es vorbei. Der gesellschaftliche Widerstand gegen die alljährliche Demonstration der radikalen Abtreibungsgegner – vom Bundesverband Lebensrecht als Jahreshöhepunkt inszeniert wird – wächst.
LSVd Protest Ehe 2
Alle haben es erwartet und trotzdem ist die Aufregung groß: Der Ausschluss eingetragener Lebenspartnerschaften vom Ehegattensplitting ist verfassungswidrig, urteilte das Bundesverfassungsgericht am 6. Juni. Und das ist auch gut so. Aber wird damit auch alles besser?
Foto: privat
Humanismus hat zu den Themen Frieden, Toleranz und Solidarität Entscheidendes beizutragen. Davon ist der hessische Humanist Joachim Grebe überzeugt und er plädiert deshalb dafür, dass sich konfessionsfreie Menschen an den Begegnungs- und Gesprächsforen von religiösen Menschen beteiligen sollten.
Foto: T. Wiethüchter
Vater-Vater-Kind? Mutter-Vater-Kind? Vater-Kind, Mutter-Kind? Oder doch Mutter-Mutter-Kind? Egal. Familie ist da, wo Kinder sind. Die Eröffnung des Regenbogenfamilienzentrums in Berlin-Schöneberg am 15. März geriet zu einer Demonstration für eine Modernisierung des Familienbegriffs. Und für die Gleichbehandlung schwul-lesbischer Eltern.
Menschenrechte statt Titten
Anfangs wollten wir nur wissen, ob der Feminismus am Ende ist oder an einem neuen aufsehenerregenden Anfang steht. Aus dieser Frage ist eine Erkundung der feministisch-emanzipatorischen Szene geworden, sicher nicht allumfassend, aber zumindest das Grundsätzliche berührend. Auf die Formel „Brüste für Menschenrechte oder Menschenrechte statt Brüste“ lässt sich das Thema Feminismus am Ende nicht reduzieren, aber herauslassen kann man diese heute auch nicht mehr.
Paris Femen 3
Über 100.000 Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe demonstrierten am Wochenende in Frankreichs Großstädten. Dabei kam es zu erschreckenden Angriffen auf Befürworter der so genannten Homo-Ehe. Radikale Konservative prügelten in Paris auf Aktivistinnen der Frauenrechtsgruppe Femen ein.
Das Leben des Brian
Mit dem Humanistischen Verband und der Giordano Bruno Stiftung haben sich zwei der größten säkularen Organisationen Deutschlands zu dem kritisierten Mohammed-Film geäußert, der weltweit zu gewalttätigen Protesten geführt hat. Die Giordano Bruno Stiftung verteidigt die Aufführung des von religiösen Fundamentalisten produzierten Films durch Rechtspopulisten, der HVD verurteilt sie deutlich.
Europäischer Gerichtshof
Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) mit Sitz in Luxemburg hat am vergangenen Mittwoch das Recht auf Asyl aufgrund religiöser Verfolgung gestärkt. Demnach ist nicht nur der Kernbereich der privaten Religionsausübung geschützt, sondern auch die religiöse Aktivität im öffentlichen Raum. Das Urteil könnte auch positive Auswirkungen auf das Asylrecht für bedrohte Religionslose und Atheisten haben.
Pace
Das Rosa Archiv in Leipzig will beim Bundestag eine Onlinepetition einreichen, die die Rehabilitierung und Entschädigung der nach 1945 in Deutschland verurteilten Homosexuellen fordert. Auf der Plattform openPetition sammelt die Organisation derzeit Unterstützer.