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Thomas Hummitzsch

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Chefredakteur der diesseits

Artikel von Thomas Hummitzsch

Stefan Zweig
Donnerstag, 23. Februar 2012

Es gibt nur wenige Schriftsteller, deren Werk derart mit der europäischen Kultur- und Menschheitsgeschichte verwoben ist, wie das des österreichischen Humanisten Stefan Zweig. Kaum ein Werk macht dies deutlicher, als sein am Lebensende entstandener, autobiografischer Rückblick Die Welt von gestern. Darin stellte er sein Werden und Wachsen ganz unbescheiden in den Weltzusammenhang, indem er seine Wiener Kindheit als eine Zeit der Kaffeehauskultur und des Zeitungsstudiums beschrieb. Er beschreibt seine Adoleszenz als sein persönliches Studium der internationalen Weltdeutung, ebenso im politisch-historischen Kontext wie in Bezug auf die literarischen, künstlerischen und musischen Verarbeitungen der Wirklichkeit. Dieses Studium ist der Ausgangspunkt seines eigenen literarischen Schaffens, in dem er stets den Versuch unternahm, die Welt und ihre Wirklichkeit fern aller überirdischen Bezüge zu lesen und zu verstehen.

Berlinale
Dienstag, 21. Februar 2012

In der vergangenen Woche fragten wir, was denn einen guten Film aus humanistischer Perspektive ausmache und kamen zu dem Schluss, dass der Mensch mit seinen Wünschen, Träumen und Bedürfnissen im Vordergrund stehen sollte. Legt man diesen Maßstab an, dann haben bei der diesjährigen Berlinale vorrangig humanistische Filme reüssiert. Dies ist vielleicht nicht das ungewöhnlichste. Bemerkenswert hingegen ist, dass die Berlinale-Bären zu großen Teilen für Filme vergeben worden sind, in deren Mittelpunkt humanistische Themen und Fragestellungen stehen. Die religiösen Beiträge konnten die Jury offenbar nicht überzeugen.

Karte Brandenburg
Freitag, 17. Februar 2012

Nach der „Schließung der Vernunftehe" im Sommer letzten Jahres folgt nun die eheliche Pflicht? Vielleicht trifft diese saloppe Formulierung den Kern. Denn nach der Fusion der Berliner und Brandenburger Humanisten bekommt der Verband in Brandenburg nun auch eine Adresse. Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg hat heute seine Potsdamer Geschäftsstelle eröffnet. Diese befindet sich mitten im historischen Stadtkern der Brandenburger Landeshauptstadt unter der Anschrift Jägerstraße 36.

Was bleibt
Mittwoch, 15. Februar 2012

Was sollte ein guter Kinofilm aus humanistischer Perspektive bieten? Muss er ohne Glauben und religiöse Ansichten auskommen? Oder Fragen der Selbstbestimmung in den Vordergrund rücken? Muss er möglichst aufgeklärt, gar wissenschaftlich sein und für mehr Wissen sorgen? Für den Autor war beim Besuch einiger Berlinale-Veranstaltungen ausschlaggebend, dass der Mensch mit seinen Wünschen, Träumen und Bedürfnissen im Vordergrund steht.

KORSO am Scheideweg
Mittwoch, 15. Februar 2012

Seit Beginn des "Arabischen Frühlings" hat sich der Deutsche Freidenker-Verband (DFV) immer wieder gegen die Aufstände der arabischen Bevölkerungen ausgesprochen und sich mit den in diesen Ländern herrschenden Despoten solidarisiert. Dabei erinnerten die Wortmeldungen des DFV in den vergangenen zwölf Monaten an ein kafkaeskes Schauspiel. Mal wurde zur Solidarität mit dem libyischen Volk aufgerufen, ein Ende der "Nato-Kriegsverbrechen" gefordert und dem libyischen Despoten Muammar al-Gaddafi die Unterstützung ausgesprochen.Der westliche Militäreinsatz in Nordafrika wird auf der Homepage des DFV zum Krieg kapitalistischer Aggressoren gegen eine friedliebende und "rechtmäßige" libysche Regierung stilisiert. Die USA und die Nato wollten nach Ansicht der Freidenker „den Reichtum Libyens plündern und das Land wieder kolonialisieren“ Die säkulare Szene kommentierte die politischen Auffassungen dieser „Kulturorganisation“, deren Mitgliederzahlen der evangelische Säkularismus-Experte Dr. Andreas Fincke zuletzt auf max. 3.000 schätzte, bisher nicht.

New Humanist 1-2012
Mittwoch, 15. Februar 2012

Unter dem Titel Sie vertrauen auf Gott untersucht Abby Ohlheiser die Chancen der republikanischen Kandidaten, am 6. November gegen den amtierenden Präsidenten Barack Obama (Demokraten) gewinnen zu können. Ohlheiser schwingt sich nicht dazu auf, aus dem ursprünglichen Herausfordererfeld mit Rick Santorum, Ron Paul, Mitt Romney und Newt Gingrich sowie den inzwischen aus dem Wettrennen ausgeschiedenen Kandidaten Rick Perry, Herman Cain, Michele Bachmann und John Huntsman den potentiellen Herausforderer Obamas zu prophezeien. Aber ihrer Analyse der Anleihen und Unterstützer aus dem religiösen Spektrum ist höchst interessant und es mangelt ihr keineswegs an Aktualität.

Apotheken
Dienstag, 7. Februar 2012

Mit der Novellierung der Apothekenbetriebsordnung (ABO), die die Bundesregierung heute beschlossen hat, sollen Patienten künftig besser versorgt werden und auf weniger bürokratische Hürden stoßen. Dies sind zumindest die Hoffnungen, die Angela Merkels Kabinett mit der am vergangenen Donnerstag beschlossenen Verordnung von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) für eine Neufassung der ABO verbindet.

HHF Eröffnung
Dienstag, 7. Februar 2012

Die Humanistische Fachschule für Sozialpädagogik (HFS) in Berlin ist eine Humanistische Weltanschauungsschule mit reformpädagogischem Konzept und reflektiert die Prinzipien des Humanismus in allen Lebensbereichen. Dies wird in der Lernatmosphäre erkennbar (Stichworte: Anerkennung, Respekt, Wertschätzung). Lernen und Leben werden im humanistischen Bildungskonzept miteinander verbunden. Neben dem humanistischen Bildungskonzept liegt ein weiterer Schwerpunkt der Schule auf der Vereinbarkeit von Theorie und Praxis.

Menora Jerusalem
Dienstag, 7. Februar 2012

Kann es ein Humanistisches Judentum geben? Und wie wäre dieses inhaltlich zu greifen bzw. zu definieren? Die Gesellschaft für Humanistisches Judentum (Society für Humanistic Judaism, SHJ), die 1963 von Rabbi Sherwin Wine in Michigan gegründet wurde, bietet den Anlass für die Debatte. Auf ihrer Homepage heißt es, dass unter der „mensch-zentrierten" Philosophie des Humanistischen Judentums eine „nichttheistische Alternative eines zeitgemäßen jüdischen Lebens" zu verstehen sei, in dem die jüdische Kultur und Identität mit humanistischen Werten und Ideen in Einklang stehe. Skeptische Humanisten fragten daraufhin, ob sich das Konzept des humanistischen Judentums eher am säkularen Humanismus oder vielmehr an einer religiösen Form, wie dem vom Vatikan ausgerufenen „christlichen Humanismus", orientiere?

Grafik Genitalverstümmelung
Montag, 6. Februar 2012

Insgesamt sind Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge weltweit bis zu 140 Millionen Mädchen und Frauen, vor allem in afrikanischen Ländern wie Somalia, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Guinea, Eritrea und Mali, von Genitalverstümmelung betroffen. Die meisten seien zum Zeitpunkt des Eingriffs nicht einmal 15 Jahre alt, teilte die Stiftung Weltbevölkerung mit. Bei der grausamen Praktik der Genitalverstümmelung, die in vielen Kulturen als wichtiges Initiationsritual gilt, wird die Klitoris teilweise oder vollständig entfernt. In besonders gravierenden Fällen wird die Vagina zugenäht und nur eine kleine Öffnung belassen. Meist wird der Eingriff von Laien, ohne Narkose und mit einfachen Hilfsmitteln wie Glasscherben oder Rasierklingen durchgeführt. Für die Frauen und Mädchen bedeutet die Genitalverstümmelung neben lebenslangen Traumata oft Infektionen, Blutungen und Komplikationen bei der Geburt, die zum Tod führen können. Am heutigen Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung machen verschiedene Organisationen auf diese Fakten aufmerksam.

International HUMANIST NEWS - Dezember 2011
Montag, 6. Februar 2012

Die fünf Autoren nähern sich in ihren Beiträgen dem Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Am spannendsten ist dabei zweifellos der Artikel des UNESCO-Delegierten von IHEU, Sam Ayache, der eine ebenso demokratische wie humanistische Antwort auf das Phänomen der Migration fordert. Migration müsse heute vielmehr als „menschliche Mobilität" verstanden werden, die weltweit innerhalb von Staaten sowie über Länder und Kontinente hinweg stattfinde und vor allem wirtschaftliche Ursache habe. Eine humanistischer Umgang mit Migration müsse daher vor allem auf dem Prinzip der Nicht-Diskriminierung basieren, fordert Ayache, um Arbeitskräften unabhängig von ihrer Herkunft die gleichen Chancen und Möglichkeiten einzuräumen. Die Sphäre der kulturellen Rechte hält Ayache hingegen nicht für relevant, wenn es darum geht, eine humanistische Perspektive zum Umgang mit Migration zu finden.

Janusz Palikot - Interview
Freitag, 27. Januar 2012

Dies geht aus einem Interview mit dem polnischen Magazin Gazeta Wyborcza hervor. Gefragt nach seiner Position zur Abtreibung – die Partei hatte sich im Wahlkampf für die Lockerung des Abtreibungsverbots ausgesprochen – sagte er, dass er keineswegs der Ansicht sei, dass eine Abtreibung nicht auch eine seelische Belastung darstelle. Ob sich eine Frau allerdings einer solchen unterziehen dürfe, sei keine Frage, die gesetzlich zu regeln ist, sondern eine „spirituelle" Entscheidung, eine Frage des persönlichen Gewissens.

Die Summe meiner einzelnen Teile 1
Dienstag, 24. Januar 2012

Hans Weingarnter lag mit seinen Kinofilmen bisher immer richtig. Kaum ein deutschsprachiger Regisseur hat ein solches Gespür für gesellschaftliche Stimmungen und Atmosphäre. Sein Filmdebüt Das weiße Rauschen, in dem er die Geschichte des schizophrenen Lukas in eindringlichen Bildern erzählt, erschien im Jahr 2002, kurz nach der politischen Agonie Ende der 1990er Jahre in Deutschland und mitten in einem Wahlkampf, in dem Sozialdemokraten nicht mehr von Christdemokraten und Liberalen zu unterscheiden waren. Die Wirklichkeit selbst war schizophren, als Das weiße Rauschen die deutschen Kinos eroberte.

Sceptical Inquirer 1-2012
Montag, 23. Januar 2012

Eine Antwort auf die Frage, wie man mit dem Fleischhunger einer wachsenden Weltbevölkerung umgehen kann, liegt sicherlich im Verzicht auf Fleisch, wie es in unserer aktuellen Ausgabe empfohlen wird. Doch ob das reicht, um die gravierenden Folgen der Fleischproduktion für Mensch und Umwelt zu lindern, ist fraglich. In-Vitro-Fleisch – so könnte die zweite Antwort auf die Frage lauten. Dieser Ansicht ist zumindest der Autor eines gleichnamigen Beitrags in der aktuellen Ausgabe des Skeptical Inquirer, Kenneth W. Krause. Krause meint, dass In-Vitro-Fleisch die nahrungsproduzierenden Industrie revolutionieren könnte, macht aber auch deutlich, dass bis dahin noch einige Probleme zu lösen sind, für die es vor allem eines braucht – ausreichende Forschungsgelder.

Suck Rubber Baby
Montag, 23. Januar 2012

Es ist selten der Fall, dass sich ein Leser nach der Lektüre eines Comics fragt, was er denn eigentlich schon wisse von all dem, was er da gerade erfahren hat. Howard Cruse versetzt seine Leser mit seinem monumentalen Comic Stuck Rubber Baby in diese Lage. Er lässt darin sein Alter Ego Toland Polk auf die Ereignisse in der kleinen amerikanischen Stadt Clayfield Anfang der 1960er Jahre zurückblicken. Seine Leser bekommen so ein Bild des damaligen Amerika, wie es die meisten schon vergessen haben, geprägt von Rassenhass und Gewalt.

MIZ 4-2011
Freitag, 20. Januar 2012

Darf man einen Text über ein Magazin mit den gleichen Worten beginnen, wie das Magazin selbst? Die Frage liegt bei der aktuellen Ausgabe der Materialien und Informationen zur Zeit (MIZ) nahe. Denn den Schwerpunkt Frauen und Religion leitet MIZ-Redakteurin Daniela Wakonigg natürlich mit Goethe ein. „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ – in Goethes Faust von Gretchen an Faust gerichtet, wird nun an die Frauen selbst gerichtet.

Grissemann_Klappe Santa
Donnerstag, 22. Dezember 2011

Wenn es wieder aus allen Rohren waggerlt im Land, so haben wir uns gedacht, als wir die Idee zur Herausgabe dieses Buches hatten, wenn die Werbung wieder die Zimmerlautstärke verlässt und die letzten drei Monate im Jahr klingelt, tutet und brüllt, wenn ausgeglichene, heitere du wohlerzogene Menschen zu kurz angebundenen, grauen Hektikern werden, und wenn man während dieses Weihnachts-Hypes aus den Medien, von den Kanzeln und aus salbungsvollen Politikerreden erfährt, dass nun die stillste Zeit im Jahr angebrochen sei, ist der Blick in die Satire die einzige Rettung.

Urban global Prayers 1
Mittwoch, 21. Dezember 2011

Die nigerianische Megastadt Lagos ist inzwischen fest in der Hand der Pfingstkirchler. Sie bestimmen in ihrer lockeren und flexiblen Struktur inzwischen das Bild und den Puls der Stadt. An der Ausfallstraße nach Ibadan, der Autobahn Gottes sind gigantische Kathedralen entstanden, die zehntausende Menschen fassen. Hier entsteht eine eigene City of God. Die größte Pfingstkirche Nigerias soll fünfmal mehr Gläubige als das weltgrößte Fußballstadion fassen.

UAAR-Kampagne
Montag, 19. Dezember 2011

Sechs Milliarden Euro betragen die Kosten, die Italien jährlich für die Kirche aufbringt. Angesichts der brisanten Situation, in der sich der italienische Staat vor dem Hintergrund der europäischen Finanzkrise befindet, kann dieser Betrag nicht unhinterfragt und unangetastet bleiben, findet die italienische Union der Atheisten, Agnostiker und Rationalisten (UAAR). Aus diesem Grund hat die Organisation eine Kampagne unter dem Motto „Mit 6 Milliarden Euro pro Jahr könnte Italien Wunder vollbringen!" gestartet.

Videokampagne HSS
Donnerstag, 15. Dezember 2011

Wie bringt man Menschen humanistische Werte wie Gleichheit, Toleranz, Fairness, Vernunft oder Leidenschaft nahe? Die schottischen Humanisten (HSS) machen es aktuell vor. In neun Videos erklären Humanisten aus ganz Schottland, welcher humanistische Wert für sie am wichtigsten ist, was für eine Position sie in Fragen des Umweltschutzes einnehmen, welche Rolle religiöse und moralische Erziehung in öffentlichen Schulen spielen sollte, wie Sektenwesen und Okkultismus ein Ende bereitet werden kann, warum sie die Homo-Ehe befürworten oder für den ärztlich assistierten Suizid eintreten und wie sie ihr persönliches Glück verfolgen.