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„Humanismus ist der Glaube an das Gute im Menschen“

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Sommersonnenwende, Fête de la Musique, CSD – und ein Feiertag für alle Menschen mit humanistischen Überzeugungen: Dafür steht der 21. Juni in vielen Ländern. Zum World Humanist Day verraten deshalb zehn engagierte Persönlichkeiten, was ihnen wichtig ist und von welchen Gedanken sie bei der Arbeit an positiven Alternativen motiviert werden.
Samstag, 21. Juni 2014
Foto: (c) Evelin Frerk

Foto: (c) Evelin Frerk

Heiner Jestrabek | Heidenheim

Sommer-Sonnwend ist für HumanistInnen der symbolträchtigste Feiertag, als positiver Gegenentwurf zum religiös-inhärenten Arbeits- und Leidensethos. Es ist der längste Tag und traditionell belegt in unserer über 300-jährigen Geschichte von Aufklärung und „Illumination“ der Köpfe. In Süddeutschland versuchen Kleriker uns hierbei sogar zu kopieren, durch Veranstaltungen von „Johannisfeuern“. Theo Mayer beschrieb in den 1920er Jahren mit seinem Büchlein Feiern und Feierstunden freidenkender Menschen erstmals die Traditionslinien, sowie praktische und inhaltliche Beispiele. Heute müssen wir natürlich zeitgemäß feiern, in moderneren Formen, Musik und Tänzen. Die Redebeiträge dürfen durchaus kurz sein oder sind entbehrlich. Aber auf das Entzünden großer Feuer, Essen und Trinken im Freien möchte ich ungern verzichten. Dieses Jahr fällt der 21. Juni auf einen Samstag, was naturgemäß zum langen Feiern einlädt. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach uns humanistischen Feiersprechern für Hochzeiten an diesem Tag. So werde ich an diesem Sonnwendfest zuerst auf der alten Burgruine Rosenstein eine humanistische Hochzeitsrede halten, bei der Brautpaar und Gäste die Feier mit schottischem „Handfasting“ und „Feuersprung“ durchführen – und anschließend bei einer zweisprachig gestalteten deutsch-türkischen Hochzeit die Feierrede halten. Überall gibt’s viel Musik und bestes Essen und die Besucher sind erwartungsgemäß sehr gut drauf. Also kann ich mir kaum ein sinnvolleres Begehen der Sommersonnwendfeier vorstellen. Da bin ich als Kind der Aufklärung voll in meinem Element.