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Rainer Rosenzweig

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Dr. Rainer Rosenzweig ist Wahrnehmungspsychologe. Beruflich ist er an der Universität Erlangen-Nürnberg im Wissenschaftsmanagement tätig.

Artikel von Rainer Rosenzweig

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Was wir über die Welt schon wissen oder zu wissen glauben, beeinflusst nicht nur unser Denken, sondern bereits unser Erleben. „Magische Klötzchen“ im turmdersinne erzeugen eine groteske Wahrnehmungserfahrung.
Kanizsa-Dreieck
Von der Vorstellung, dass unser Bild von der Welt durch eine möglichst originalgetreue Abbildung über unsere Sinnesorgane zustande kommt, haben sich Wahrnehmungsforscher längst verabschiedet. Vielmehr staunen sie immer wieder über die kreativen Fähigkeiten unseres Gehirns, aus spärlichen Sinnesinformationen ein aussagekräftiges Abbild der Welt zu konstruieren. Ein Beispiel für die geniale Schöpfungskraft unseres Wahrnehmungssystems sind die Scheinkonturen des Herrn Kanizsa.
Angela Merkel
Bei der Auswertung der Wahlen werden nur die Anteile der Parteien der abgegebenen Stimmen präsentiert. So suggerieren die Zahlen einen größeren Rückhalt der Parteien in der Wahlbevölkerung als tatsächlich vorhanden.
Bild des Exponats im Hands-on-Museum turmdersinne, Nürnberg.
Die unendlich steigende „Shepard-Tonleiter“ zeigt, dass unser Gehirn bei der Suche nach „Sinn“ bereit ist, einen absurden Gesamteindruck hinzunehmen, solange die Einzelteile der Wahrnehmung passen.
Foto: turmdersinne
Wie sich eine Fehlinterpretation von amerikanischen Forschern beinahe ein Jahrhundert lang auf unsere Vorstellung von der Geschmacksverarbeitung auf der Zunge auswirkte.
Abb. 1
Wahrnehmungstäuschungen sind oft hartnäckig und universell. Viele von ihnen können wir willentlich nicht abstellen, sie sind „kognitiv undurchdringlich“. Dennoch können wir daraus Lehren für eine geeignete Methode zum Erkenntnisgewinn ziehen.
Thatcher-Illusion
Wir Menschen sind Spezialisten beim Erkennen von Gesichtern. Dies führt zu einem verblüffenden Wahrnehmungseffekt, der auf kuriose Weise mit einer britischen Staatslenkerin verknüpft ist.
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Das Tastempfinden ist im Gehirn „repräsentiert“ – d.h. werden bestimmte Körperteile im Gehirn berührt, so reagieren darauf bestimmte Nervenzellen in der somatosensorischen Hirnrinde. Benachbarte Körperstellen aktivieren dabei auch benachbarte Hirnbereiche. Auf diese Weise findet man eine „Landkarte“ des Berührungsempfindens im Gehirn.
Sinne im Gleichgewicht 1
Im Sport ist es unerlässlich, das Gleichgewicht. Lange Zeit glaubte man, dass die Informationen über das Gleichgewicht ausschließlich von den Rezeptoren in Gelenken und Muskeln kommen sowie vom Gleichgewichtssinn (Vestibulärsinn). Dies ist ein Sinn mit Sitz im Innenohr des Menschen, wo sich in einem Röhrensystem eine Flüssigkeit als träge Masse je nach Körperhaltung bewegt.
Ames-Raum 2
Menschen haben Erlebnisse, machen Erfahrungen und ziehen daraus Schlüsse – die meisten sogar unbewusst. Viele dieser Schlüsse sind verlässlich, andere falsch. Ob wahr oder falsch: Daraus formen wir unser Weltbild, also das, was wir für wahr halten.
Dr. Rainer Rosenzweig 2
Wollen wir wirklich unsere in Jahrtausenden schwer erkämpften säkularen Grundwerte opfern, um sie einigen wenigen fundamentalistischen Gewalttätern zum Fraß vorzuwerfen? Dr. Rainer Rosenzweig, Geschäftsführer des Wissenschaftsmuseums "turm der sinne" in Nürnberg, kommentiert die Erregung rund um das Mohammed-Video "Die Unschuld der Muslime"