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Politisches Buch

Geisler-Schultheis_Heile Welten
Zwei taz-Journalisten beleuchten in „Heile Welten“ den ganz normalen rechten Alltag in Deutschland. Dabei geht es nicht um spektakuläre Fälle, wie die NSU-Morde, sondern um die gern übersehenen lokale Beispiele. Das Buch von Astrid Geisler und Christoph Schultheis macht auf ein Phänomen aufmerksam, dessen wir uns alle viel bewusster sein sollten.
Jean Ziegler
Die Salzburger Festspiele wollten Jean Ziegler 2011 wegen seiner angeblichen Nähe zu Gaddafi nicht mehr haben. Gregor Gysi schon. So kam es im November zu einem denkwürdigen Auftritt des Schweizer Globalisierungskritikers im ausverkauften Deutschen Theater in Berlin, bei dem er dem Linkspolitiker erklärte, dass die Revolution durchaus machbar sei.
Antoine F. Goetschel_Tiere klagen an
Der Schweizer Tieranwalt Antoine F. Goetschel hat mit „Tiere klagen an“ eine Streitschrift vorgelegt, mit der er nicht nur für eine integrative Tierwürde kämpft, sondern auch strittige Argumente zur Frage, ob Tiere in ethisch-moralischer Hinsicht Träger von Rechten sein können, präsentiert. Dem Anliegen, den Tierschutz kontinuierlich zu verbessern, ist der Titel nur zuträglich.
Hal Herzog_Wir streicheln und wir essen sie
Der Psychologe Hal Herzog hat mit „Wir streicheln und wir essen sie“ ein Buch über das paradoxe Verhältnis zwischen Mensch und Tier geschrieben, das mit einigen unglaublichen Argumenten aufwartet und den Eindruck vermittelt, dass man hier am Ende doch einfach nur ein Buch verkaufen wollte.
Juergen Dehmers: Wie laut soll ich denn noch schreien
Der diesjährige Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Bayern geht an den unter dem Pseudonym Jürgen Dehmers schreibenden Autor des Sachbuchs „Wie laut soll ich denn noch schreien? Die Odenwaldschule und der sexuelle Missbrauch“. diesseits.de dokumentiert Auszüge aus der Begründung der Preisjury.
Richard Sennett
Der US-amerikanische Kultursoziologe Richard Sennett und der Buchautor Richard David Precht unterhielten sich auf dem 12. Internationalen Literaturfestival in Berlin über bösen Kapitalismus und gelingende Kooperation. Anlass war die Vorstellung des neuen Buches „Zusammenarbeit. Was unsere Gesellschaft zusammenhält“ von Richard Sennett, das Ende August erschienen ist.
Nuzzi - PK 1
Der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi hat mit seinem Buch "Sua Santità" die Vatileaks-Affäre ausgelöst. Kurz nach dem Erscheinen des Buches in Italien im Frühjahr 2012 wurde der pästliche Kammerdiener Paolo Gabriele festgenommen. Er soll dem Journalisten zahlreiche geheime Dokumente aus dem Schreibtisch von Papst Benedikt XVI. zugespielt haben und wird sich nun wohl vor Gericht verantworten müssen. Nun erscheint die deutsche Ausgabe von Nuzzis Enthüllungsbuch, das neben Abbildungen der Dokumente auch pikante Details zum Verhältnis des deutschen Papstes zu seiner Kirche in der Heimat enthällt. "Seine Heiligkeit" ist für alle Beteiligten eine peinliche Angelegenheit.
Elton John: LOVE IS THE CURE

„Wenn die gesamte Forschung zum Stillstand käme und wir in unserem Verständnis des HI-Virus nicht einen einzigen Schritt weiterkämen, könnten wir die Seuche dennoch schon heute besiegen.“ Zu diesem verblüffenden Fazit kommt der britische Popstar Sir Elton John in seinem ersten Buch LOVE IS THE CURE, einem unter die Haut gehenden Appell gegen die „traurige Übereinkunft der Gleichgültigkeit“, die bei dem Thema herrsche.

Jonathan Littell: Notizen aus Homs

Als das syrische Regime beschloss, den Aufstand des eigenen Volkes mit aller Gewalt niederzuschlagen, reiste der französische Autor Jonathan Littell heimlich in das Land, um für Le Monde aus der Hochburg des Widerstands zu berichten. Wie gefährlich das ist, zeigte jüngst erst der Tod der erfahrenen und preisgekrönten japanischen Kriegsreporterin Mika Yamamato in der nordsyrischen Handelsmetropole Aleppo.

Schlaeger_Amerikas Neue Rechte
Dieses Buch ist eine Warnung. Eine Warnung, die einflussreichste politische Bewegung der letzten Jahre in den USA ernst zu nehmen und ihre Macht nicht zu unterschätzen. Philipp Schläger nennt sie die „Neue Rechte“ und zeigt, wie sie Amerika eroberte. Auf 288 Seiten analysiert er Entstehung, Motive und politische Agenda, zeigt ihre Protagonisten und ihre Financiers.
Liao Yiwu
Der chinesische Regimekritiker und Schriftsteller Liao Yiwu erhält in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutsche Buchhandels, weil er "prachmächtig und unerschrocken gegen die politische Unterdrückung aufbegehrt und den Entrechteten seines Landes eine weithin hörbare Stimme verleiht." Die chinesische Regierung hat die Preisvergabe Medienberichten zufolge scharf kritisiert.
Liao Yiwu Für ein Lied und hundert Lieder
Der chinesische Dissident und Schriftsteller Liao Yiwu hat heute in München den Geschwister-Scholl-Preis 2011 erhalten. Er sei ein Vorbild für alle, die gegen Ungerechtigkeit und Diktatur aufbegehren, meinte die Jury. Seine jüngsten Bücher belegen dies eindrucksvoll.
World Press Photo 2012
Drei aktuelle Publikationen widmen sich in unprätentiöser Manier der Lage der Bürger- und Menschenrechte. Der aktuelle Grundrechte-Report nimmt die Lage in Deutschland in den Blick, das Jahrbuch von Amnesty International ist der weltweiten Lage der Menschenrechte gewidmet und der Katalog zum diesjährigen World-Press-Photo-Wettbewerbs liefert neben aufregenden Fotografien auch die teils bedrückenden Bilder zur Menschenrechtslage weltweit.
Hilde Schramm: Meine Lehrerin Dora Lux
Manchmal ist Geschichte wie Archäologie. Wenn man an der richtigen Stelle gräbt, kommen unerwartete Schätze zum Vorschein. Einen solchen Schatz hat Hilde Schramm, mit ihrer Biographie von Dora Lux gehoben. Sie hat die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau ans Licht gebracht, die selbst nie das Licht der Öffentlichkeit gesucht hat und dabei auch weitere Personen aus dieser Familie dem Vergessen entrissen. Nicht nur Dora Lux, war eine hochinteressante Frau, auch ihr Familienverband, der politisch links-liberal, frauenbewegt und humanistisch orientiert war, ist gerade auch für Humanisten von größtem Interesse.
Kampfzone Straße
Das friedliche Zusammenleben bleibt zunächst nur eine Hoffnung, wie ein Polizist und ein Quartiersmanager aus Berlin in ihrem Buch über das Stoppen jugendlicher Gewalttäter deutlich machen.
Ariens, König, Sicking. Glaubensfragen in Europa

Die Herausgeber des Buchs zu Glaubensfragen in Europa sind der Meinung, „dass Religion als politischer Faktor zu lange ignoriert wurde". Ob das allerdings mit einer „Rückkehr der Religionen" zu tun hat, wie es viele Theologen propagieren, daran formuliert der Soziologe Detlef Pollack in seinem Artikel begründete Zweifel. In Westdeutschland z.B. ging die Zahl der wöchentlichen Gottesdienstbesucher von 1970 bis 2004 von 29 Prozent auf nur noch 12 Prozent zurück. In den meisten europäischen Ländern gibt es eine ähnliche Entwicklung.

Der vergessene Widerstand der Arbeiter Cover
Ungeachtet einiger Mängel bietet der Band „Der vergessene Widerstand der Arbeiter“ wichtige Informationen für am Arbeiterwiderstand interessierte Leser.
Leo Rosenthal - Cover
Der Gerichtsreporter Leo Rosenthal hat in den 1920er und 1930er Jahren heimlich bei Prozessen an Berliner Gerichten fotografiert. Nachdem seine beeindruckenden zeithistorischen Dokumente Ende 2009 erstmals öffentlich gezeigt wurden, liegen sie nun in Buchform vor.
Krieg in den Städten
Über die Schwierigkeit, humanistische Haltungen zu leben und dennoch erfolgreich zu sein
Jörg Baberowski: Verbrannte Erde
Der Historiker Jörg Baberowski erklärt den stalinistischen Terror mit den persönlichen Zügen des Despoten Stalin, den er als einen gewalttätigen Pschopathen beschreibt.