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Politisches Buch

Grundrechte-Report 2013
Die Humanistische Union hat in Berlin gemeinsam mit sieben weiteren Organisationen ihren diesjährigen Grundrechte-Report vorgestellt. In insgesamt 43 Berichten nimmt die Bürgerrechtsorganisation Stellung zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland und zieht ein bedenkliches Fazit.
Jared Diamond: Vermächtnis
Ein Universalgelehrter ist der amerikanische Evolutionsbiologe Jared Diamond zweifelsohne. Nach seinen umwerfenden Studien über die Schicksale menschlicher Gesellschaften und der Gründe ihres Sterbens oder Überlebens legt er mit „Vermächtnis“ eine Art Resümee seiner anthropologischen Studien vor, in der er erklärt, was wir von den traditionellen Gesellschaften lernen können.
Armin Krishnan: Gezielte Tötung
Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat bestätigt, dass die Bundesregierung in den USA wegen des Kaufs von Kampfdrohnen angefragt hat. Der Sicherheitsexperte Armin Krishan legt mit „Gezielte Tötung“ eine schonungslose Analyse der Drohnentechnologie und ihrer verheerenden Potentiale vor, die das Bild einer düsteren Zukunft zeichnet. Möglicherweise, so Krishnan, steuern wir auf die alptraumhafte Zukunft eines ‚Terminator-Planeten’ zu.
Kaldor: Unsere beste Waffe ist keine Waffe
Die Rede von den „Neuen Kriegen“ ist zu einer der meist zitierten Floskeln des internationalen politischen Diskurses verkommen. Zwei Neuerscheinungen lassen diese Floskel in einem neuen Licht erscheinen und regen die Diskussion um kriegerische Konflikte und ihre Lösungen im 21. Jahrhundert neu an. Im ersten Teil unserer Doppelrezension stellen wir „Unser beste Waffe ist keine Waffe“ von Mary Kaldor und Shannon D. Beebe vor.
Andrew Feinstein: Waffenhandel
Von 1997 bis 2001 repräsentierte der in Kapstadt geborene Andrew Feinstein den ANC in der südafrikanischen Nationalversammlung. Mittlerweile lebt der weiße Journalist in London. Sein Blick hinter die Kulissen des weltweiten Waffenhandels ist erhellend und schockierend.
Richard Rickelmann: Tödliche Ernte
Hühner- und Schweinemast in riesigen Anlage, gentechnisch veränderte Pflanzen, üppige EU-Agrarsubventionen, die v.a. Großbetrieben nützen – das sind nur einige Stichpunkte, die der Agrar- und Lebensmittelindustrie einen schlechten Ruf verschafft haben. Der frühere ‘stern‘-Reporter Richard Rickelmann belegt in seinem Sachbuch ‘Tödliche Ernte‘, dass die Lage noch weit schlimmer ist als die Stimmung der meisten Konsumenten.
Wolfgang Streck: Gekaufte Zeit
Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung Wolfgang Streeck beschreibt in seiner Frankfurter Adorno-Vorlesung die Ursprünge der gegenwärtigen Krisen, die er als Resultat der langen neoliberalen Transformation des Nachkriegskapitalismus beschreibt. Allerdings fehlt ihm die Phantasie für zukunftsfähige Lösungsansätze.
Eva Müller: Gott hat hohe Nebenkosten
Das Panoptikum der kirchlichen Arbeitswelt, das Eva Müller vor den Augen der Lesenden ausbreitet, macht Staunen. Verhaltensmaßregeln, Kündigungsgründe, Sonderrechte ohne Zahl – Kirchen erfreuen sich einer Masse von Privilegien die ihres Gleichen sucht (wahrscheinlich vergeblich). Flott zu lesen ist diese Skandalgeschichte, und ihr Aufklärungspotential ist – auch deshalb – gewaltig. Daher ist das Buch ein Gewinn, ebenso wie die dazugehörende Fernsehreportage, die unlängst im Ersten ausgestrahlt wurde.
Stéphane Hessel
Der 95-jährige Stéphane Hessel war der ideologische Vater der demokratischen Aufstände weltweit. Von Arabellion bis Occupy Wallstreet kamen die Menschen seiner Aufforderung nach Entrüstung und Einmischung nach. Gestern ist er in Paris gestorben. Wir haben sein Werk noch einmal gelesen.
Pussy Riot
Heute vor einem Jahr führten Mitglieder der russischen Punk Band „Pussy Riot“ ihr Punk-Gebet in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale auf. Bei ihrem 40-sekündigen Auftritt protestierten sie gegen die enge Verbindung zwischen dem russischen Staat und der russisch-orthodoxen Kirche. Drei Bandmitglieder wurden wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ festgenommen und zu Lagerhaftstrafen verurteilt. Ein Schauprozess erster Güte, wie das Buch „Pussy Riot! Ein Punkgebet für Freiheit“ zeigt.
Benz_Die Feinde aus dem Morgenland
Für sein Buch „Die Feinde aus dem Morgenland. Wie die Angst vor den Muslimen unsere Demokratie gefährdet“ analysierte der Historiker Wolfgang Benz nicht nur die notorische Website "Politically Incorrect", sondern interessiert sich mehr noch für islamophobe Einstellungen in der Bevölkerung und die scheinbar so sachlichen "Islamkritiker".
Geisler-Schultheis_Heile Welten
Zwei taz-Journalisten beleuchten in „Heile Welten“ den ganz normalen rechten Alltag in Deutschland. Dabei geht es nicht um spektakuläre Fälle, wie die NSU-Morde, sondern um die gern übersehenen lokale Beispiele. Das Buch von Astrid Geisler und Christoph Schultheis macht auf ein Phänomen aufmerksam, dessen wir uns alle viel bewusster sein sollten.
Jean Ziegler
Die Salzburger Festspiele wollten Jean Ziegler 2011 wegen seiner angeblichen Nähe zu Gaddafi nicht mehr haben. Gregor Gysi schon. So kam es im November zu einem denkwürdigen Auftritt des Schweizer Globalisierungskritikers im ausverkauften Deutschen Theater in Berlin, bei dem er dem Linkspolitiker erklärte, dass die Revolution durchaus machbar sei.
Antoine F. Goetschel_Tiere klagen an
Der Schweizer Tieranwalt Antoine F. Goetschel hat mit „Tiere klagen an“ eine Streitschrift vorgelegt, mit der er nicht nur für eine integrative Tierwürde kämpft, sondern auch strittige Argumente zur Frage, ob Tiere in ethisch-moralischer Hinsicht Träger von Rechten sein können, präsentiert. Dem Anliegen, den Tierschutz kontinuierlich zu verbessern, ist der Titel nur zuträglich.
Hal Herzog_Wir streicheln und wir essen sie
Der Psychologe Hal Herzog hat mit „Wir streicheln und wir essen sie“ ein Buch über das paradoxe Verhältnis zwischen Mensch und Tier geschrieben, das mit einigen unglaublichen Argumenten aufwartet und den Eindruck vermittelt, dass man hier am Ende doch einfach nur ein Buch verkaufen wollte.
Juergen Dehmers: Wie laut soll ich denn noch schreien
Der diesjährige Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Bayern geht an den unter dem Pseudonym Jürgen Dehmers schreibenden Autor des Sachbuchs „Wie laut soll ich denn noch schreien? Die Odenwaldschule und der sexuelle Missbrauch“. diesseits.de dokumentiert Auszüge aus der Begründung der Preisjury.
Richard Sennett
Der US-amerikanische Kultursoziologe Richard Sennett und der Buchautor Richard David Precht unterhielten sich auf dem 12. Internationalen Literaturfestival in Berlin über bösen Kapitalismus und gelingende Kooperation. Anlass war die Vorstellung des neuen Buches „Zusammenarbeit. Was unsere Gesellschaft zusammenhält“ von Richard Sennett, das Ende August erschienen ist.
Nuzzi - PK 1
Der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi hat mit seinem Buch "Sua Santità" die Vatileaks-Affäre ausgelöst. Kurz nach dem Erscheinen des Buches in Italien im Frühjahr 2012 wurde der pästliche Kammerdiener Paolo Gabriele festgenommen. Er soll dem Journalisten zahlreiche geheime Dokumente aus dem Schreibtisch von Papst Benedikt XVI. zugespielt haben und wird sich nun wohl vor Gericht verantworten müssen. Nun erscheint die deutsche Ausgabe von Nuzzis Enthüllungsbuch, das neben Abbildungen der Dokumente auch pikante Details zum Verhältnis des deutschen Papstes zu seiner Kirche in der Heimat enthällt. "Seine Heiligkeit" ist für alle Beteiligten eine peinliche Angelegenheit.
Elton John: LOVE IS THE CURE

„Wenn die gesamte Forschung zum Stillstand käme und wir in unserem Verständnis des HI-Virus nicht einen einzigen Schritt weiterkämen, könnten wir die Seuche dennoch schon heute besiegen.“ Zu diesem verblüffenden Fazit kommt der britische Popstar Sir Elton John in seinem ersten Buch LOVE IS THE CURE, einem unter die Haut gehenden Appell gegen die „traurige Übereinkunft der Gleichgültigkeit“, die bei dem Thema herrsche.

Jonathan Littell: Notizen aus Homs

Als das syrische Regime beschloss, den Aufstand des eigenen Volkes mit aller Gewalt niederzuschlagen, reiste der französische Autor Jonathan Littell heimlich in das Land, um für Le Monde aus der Hochburg des Widerstands zu berichten. Wie gefährlich das ist, zeigte jüngst erst der Tod der erfahrenen und preisgekrönten japanischen Kriegsreporterin Mika Yamamato in der nordsyrischen Handelsmetropole Aleppo.