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„Humanismus hat mit Fortschritt zu tun“

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HVD-Vizepräsident Helmut Fink zog positive Bilanz nach dem Humanistentag in Berlin und dankte allen Teilnehmern. „Dieser Tag war als Verbandstag des HVD konzipiert und wandte sich niederschwellig an die ‚Basis' - also an alle Mitglieder, nicht in erster Linie an Funktionäre. Doch auch solche wurden gesichtet und haben Beiträge dazu beigesteuert."
Donnerstag, 21. Juni 2012
Humanistentag

Am vergangenen Sonntag ist in Berlin der vom Bundesverband des HVD veranstaltete Humanistentag 2012 zu Ende gegangen. Über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland hatten sich dabei in der Freien Volksbühne in Berlin getroffen, um sich von einem bunten Programm mit rund einem Dutzend Beiträgen unterhalten und inspirieren zu lassen, sowie um Gleichgesinnte aus anderen Regionen zu treffen und kennenzulernen.

„Der Humanistentag war ein voller Erfolg", zog Helmut Fink, Vizepräsident des Bundesverbands und Leiter des mehrköpfigen Organisationsteams, anschließend eine Bilanz. Zur Idee hinter dem Tag erklärte er: „Dieser Tag war als Verbandstag des HVD konzipiert und wandte sich niederschwellig an die ‚Basis' - also an alle Mitglieder, nicht in erster Linie an Funktionäre. Doch auch solche wurden gesichtet und haben Beiträge dazu beigesteuert."

Geboten wurde jedenfalls eine abwechslungsreiche Mischung aus Weltanschauung, Politik und Kunst. Ein politisches Plädoyer für mehr ökologische Nachhaltigkeit auf Basis des "ökologischen Fußabdrucks" und die Erinnerung an die Leidensfähigkeit von Tieren hielt Frank Spade (Berlin). Alexander Rabe (Mecklenburg-Vorpommern) rief in einem Appell an die Entdeckung der Gemeinsamkeiten zur Kooperation mit anderen humanistischen Organisationen auf. Werner Schultz (Berlin) präsentierte Wissenswertes über die europäischen Vertretungen des Humanismus und die seiner Gegner.

Frieder Otto Wolf (Berlin) erläuterte – ausdrücklich nicht in der Rolle als Präsident des HVD – dem Publikum die Notwendigkeit und das Erfordernis, den Humanismus im gegebenen historischen Kontext politisch zu verstehen und zu vertreten. Humanistentags-Cheforganisator Helmut Fink (Bayern) versuchte sich an einer Umdeutung des christlichen Sendungsauftrages in einen aufklärerischen Überzeugungsanspruch. Erwin Kress (Nordrhein-Westfalen) erläuterte Daten, Fakten und Ziele rund um die Themen Organspende und Sterbehilfe.

Freie Volksbühne Berlin

Hier trafen sich am vergangenen Sonntag Humanisten aus ganz Deutschland, die Freie Volksbühne Berlin | Foto: Alexander Bischkopf

Lebendige Aufklärung über angeblich paranormale Phänomene steuerte Rainer Rosenzweig (turmderSinne) bei, der seine Tricks anschließend sogar noch griffig erläuterte. „Wer unerwartete Effekte zu durchschauen lernen will, wird danach wohl noch stärker nach erklärbaren Abläufen als nach Wundern im übernatürlichen Sinn suchen", meinte Helmut Fink anschließend.

Auch andere künstlerische Beiträge kamen nicht zu kurz: Frank Stößel (Bayern) rezitierte Briefe und Gedichte, die von seiner Tätigkeit als humanistischer Bestattungssprecher ihren Ausgang nahmen. Zum Abschluss am frühen Abend griff dann Rolf Stöckel (Nordrhein-Westfalen) zur Gitarre und das übrige Publikum zu den ausgeteilten Liedertexten. „Gemeinsam zu singen erfreut auch Humanistinnen und Humanisten", so Helmut Fink dazu, „seien es nun Lieder aus der Zeit der bürgerlichen Revolution oder andere Melodien und Texte von Freiheit und Gerechtigkeit."

Er brachte auch seine Dankbarkeit gegenüber allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Ausdruck, die zusammen den vergangenen Humanistentag mit Gemeinschaft und Lebendigkeit erfüllt haben. Fink: „Und ein besonderer Dank im Zusammenhang gebührt unserem scheidenden Bundesreferenten Alexander Bischkopf, ohne den dieser erfolgreiche Humanistentag nicht möglich gewesen wäre."

Frieder Otto Wolf drückte ebenfalls seine Freude über den vergangenen Humanistentag aus: „Es hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, wenn Humanistinnen und Humanisten auf diese Weise in das Gespräch kommen. Daran werden wir hoffentlich weiter anknüpfen können."

Die gute Stimmung in Berlin habe Erwartungen geweckt, sagte Helmut Fink abschließend beim Blick auf das vergangene Wochenende. „Dies wird sicher nicht der letzte Humanistentag des HVD gewesen sein. Nächstes Mal werden auch die Pannen, die diesmal noch aufgetreten sind behoben sein - Humanismus hat eben mit Fortschritt zu tun", so Fink mit einem Augenzwinkern.