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Frankreich: Ehe-Öffnung beschlossen

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Trotz enormer Proteste der konservativen Opposition und der katholischen Kirche hat Frankreichs Parlament am Dienstag das Gesetz zur Ehe-Öffnung beschlossen.
Mittwoch, 13. Februar 2013
Foto: Harlem Désir via Twitter

Foto: Harlem Désir via Twitter

329 Abgeordnete stimmten für den Gesetzesentwurf, 229 dagegen. Demnach sollen gleichgeschlechtliche Paare nicht nur eine Ehe eingehen, sondern auch gemeinsam Kinder adoptieren können. Lesbischen Paaren wird jedoch nicht wie geplant der Zugang zur künstlichen Befruchtung gewährt. Diese Frage soll in einem zusätzlichen Gesetz geregelt werden.

Zuvor hatte die Nationalversammlung zwei Wochen lang über den Gesetzentwurf debattiert. Begleitet wurde die Debatte um die weitgehende gesetzliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare, eines der zentralen Wahlkampfversprechen des sozialistischen Präsidenten François Hollande, von monatelangen Protesten des bürgerlich-konservativen Lagers. Hunderttausende waren im Winter in Frankreich gegen den Gesetzentwurf und für das traditionelle Familienbild auf die Straße gegangen.

Ab dem 2. April wird sich der französische Senat mit dem Gesetz befassen. Die gleichgeschlechtliche Ehe ist in Europa bereits in den Niederlanden, Belgien, Spanien, Norwegen, Schweden, Portugal, Island und Dänemark eingeführt.