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Gläubige sehen immer mehr antichristliche Intoleranz

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„Christianophobie“: Eine wachsende Feindseligkeit gegenüber Christen hat eine Wiener Beobachtungsstelle in einem neuen Bericht bei der OSZE beklagt.
Mittwoch, 14. November 2012
Foto: Pro Familienplanung

"Antichristlich und intolerant": Protest gegen ein europaweites Abtreibungsverbot in Berlin 2012. Foto: Pro Familienplanung

Der am vergangenen Freitag an die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) übergebene Bericht über die Situation der religiösen Toleranz in Europa will mehr als 800 Fälle von Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Christen während der vergangenen sechs Jahre dokumentiert haben. Das berichtete das Katholische Magazin für Kirche und Kultur am Montag.

Es heißt im Bericht der sogenannten „OSZE-Beobachtungsstelle“ mit Sitz in Wien, die Diskriminierung von Christen in Europa sei ein „neues, dramatisches Phänomen“, zu dem das Auftreten von immer mehr aggressiven Kirchenfeinden gehöre.

Die als „Täter“ bezeichneten Menschen seien „radikale Linke, anti-religiöse Gruppen, sogenannte Antifa-Gruppen, radikale Feministinnen und radikale Homo-Aktivisten“. Diese würden Veranstaltungen durch ohrenbetäubenden Lärm behindern, Blockaden aufstellen, es gebe zudem immer wieder Sachbeschädigungen und körperliche Angriffe. Besonders besorgniserregend seien die Angriffe gegen Lebensrechtsveranstaltungen, heißt es ferner.

Da einige dieser „radikal anti-christlichen Gruppen“, darunter auch anerkannte Nichtregierungsorganisationen teilweise Geldzuwendungen aus Steuermitteln erhalten würden, empfahl der Bericht der Beobachtungsstelle der OSZE die Prüfung dieser Mittelzuweisungen. Erwähnt wurde unter anderem die Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung pro familia, die im Bericht des katholischen Magazins als „Deutschlands größter Abtreibungsprofiteur“ bezeichnet wurde.

Christen seien heute die am meisten diskriminierte religiöse Gruppe in Europa, rund jeder zweite Geistliche in Großbritannien mache diskriminierende Erfahrungen innerhalb eines Jahres. Mehr als drei Viertel aller Sachbeschädigungen in Frankreich würden sich gegen christliche Gebetsstätten richten. 95 Prozent aller anti-religiös motivierten Gewalttaten in Schottland seien gegen Christen gerichtet. Im Bericht aufgeführt werden Dutzende Fälle von religionskritischen Äußerungen oder Darstellungen, die sich unter anderem gegen die vom Vatikan beschlossene Neuevangelisierung Europas richten. Das Onlineportal kath.net berichtete Anfang Oktober ausführlicher über ein Symposium zum Thema, dass das EU-Parlament und die europäische Bischofskommission COMECE gemeinsam veranstalteten.

Die sogenannte „Christianophobie“ in Europa ist auf OSZE-Ebene immer wieder zur Sprache gebracht worden, seit der katholische Papst Benedikt XVI. im Dezember 2010, wenige Monate nach der Aufdeckung von jahrzehntelang vertuschten Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch katholische Priester in Deutschland, einen in Europa wachsenden „aggressiven Säkularismus“ sowie die zunehmende Christenverfolgung beklagt hatte.

Im September 2011 warnte eine OSZE-Konferenz mit katholischen und russisch-orthodoxen Kirchenvertretern, auf der auch Repräsentaten der Europäischen Humanistischen Förderation angehört wurden, vor einer wachsenden Intoleranz gegenüber Christen. Der Generalsekretär der europäischen Bischofskonferenz Piotr Mazurkiewicz kündigte anschließend gegenüber der Zeitung Vatican Insider an, dass man „geeignete Instrumente“ gegen die Christianophobie und Intoleranz gegenüber Christen finden werde.