Protestmarsch für ein säkuläres Europa
Die Initiative der Secular Europe Campaign, die 2008 gegründet wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den kirchlichen Einfluss in staatlichen Institutionen zu stoppen und die Säkularisierung in ganz Europa zu sichern. Sie fordert die Neutralität des Staates gegenüber Religion und Weltanschauung, fördert Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit und setzt sich für gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle (sog. LGBT-Rechte) ein.
So unterstützte die SEC die Proteste im August beim Weltjugendtag in Madrid und im vergangenen Jahr die Demonstrationen beim Papstbesuch in Großbritannien, den größten Anti-Papst-Protesten in der Geschichte des Landes. Im September soll nun ein neuer Protestmarsch durch London führen, bei dem mehr als 70 verschiedene Verbände und Vereine aus ganz Europa die Abschaffung religiöser Privilegien und für ein säkulares Europa auf die Straße gehen.
Marco Tranchino, SEC-Koordinator, sieht im Säkularismus den einzigen Weg, „um Menschen mit oder ohne Religion zu schützen. Es ist wichtig, dass jeder, der an die Demokratie und an die Werte der Menschenrechte glaubt, den Protestmarsch im September unterstützt." Die gewaltigen Proteste während des Papst-Besuches in London im vergangenen Jahr haben seiner Meinung nach gezeigt, dass immer mehr Menschen über den Anstieg einer Religiosität, die sich in die Politik einmischt, besorgt sind.
Dem Säkularismus komme eine immer wichtigere Bedeutung im Kampf gegen die Einmischung des Vatikans in gesellschaftspolitische Fragen zu. Er stelle außerdem sicher, dass jeder Mensch – egal ob religiös oder nichtreligiös – eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wird, sagt Tranchino. „Es ist höchste Zeit die Besuche des Papstes in London, Madrid oder Berlin als Staatsvisiten, finanziert mit Millionen Euro der Steuerzahler, zu stoppen", schreibt Tranchino in einer aktuellen Ankündigung der Proteste.
Der Protestmarsch beginnt am 17. September um 10.30 Uhr am Temple Place (nähe Victoria Embankment) und endet mit einer Kundgebung gegen 12.30 Uhr an der Richmond Terrace gegenüber der Downing Street. Aus Frankreich, Italien, Litauen, Malta und Russland haben sich bereits Delegationen angemeldet. Zahlreiche Unterstützer aus der ganzen Welt, die nicht zum Protestmarsch kommen können, sowie prominente Unterstützer – darunter Richard Dawkins, Philip Pullman, Terry Sanderson, Sue Cox oder Poly Toynbee haben Videobotschaften gesendet, die man auf dem Youtube-Kanal der Kampagne ansehen kann. Solche Botschaften bildeten bereits bei den Papstprotesten im vergangenen Jahr neben den obligatorischen Facebook- und Twitter-Kanälen einen wichtigen Erfolgsfaktor.
Rund um den Protestzug reihen sich weitere Veranstaltungen, darunter eine Konferenz zum Thema Säkularismus durch die britischen National Secular Society (NSS) in der Conway Hall am 10. September sowie eine Vorführung des Films Agora und eine Debatte über die Zukunft des Islam in einem säkularen Europa.









