Direkt zum Inhalt

Kein World Humanist Congress 2017 in Brasilien

DruckversionEinem Freund senden
Die alle drei Jahre durchgeführte Vollversammlung der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU) wird 2017 nicht wie geplant in Brasilien stattfinden. Ursache seien vor allem wirtschaftliche Probleme. Ersatzweise treffen sich die Delegierten aus den Ländern Anfang August in London. Für Humanisten in Deutschland gibt es noch eine Alternative.
Montag, 13. Februar 2017

Der 20. World Humanist Congress wird nicht wie geplant in São Paulo stattfinden. Dies teilte die IHEU am vergangenen Freitag mit. Ursprünglich sollte die internationale Konferenz vom 3. bis 6. August 2017 auf Einladung der Liga Humanista Secular do Brasil (LiHS, Liga der säkularen Humanisten Brasiliens) unter dem Motto „Herausforderungen der Trennung zwischen Kirche und Staat“ stattfinden. Als Referenten und Sprecher waren unter anderem der Philosoph Daniel C. Dennett, der Astronom und Kosmologe Marcelo Gleiser, die Neurowissenschaftlerin Suzana Herculano-Houzel sowie der Internetaktivist Faisal Saeed Al Mutar angekündigt. Der World Humanist Congress ist seit der Gründung im Jahr 1952 die weltweit größte regelmäßige Versammlung von konfessionsfreien Menschen, 2014 waren dabei im britischen Oxford rund 1.000 Delegierte zusammengekommen.

Zur Begründung der Absage durch die brasilianischen Humanisten teilte die IHEU mit, dass Veränderungen in der Wirtschaft des Landes es erschwert hätten, ein erfolgreiches Marketing und die Einwerbung von Sponsoren wie geplant zu realisieren. Zudem gebe es Unsicherheiten wegen wechselnder Einreisebestimmungen, insbesondere mit Blick auf Gäste aus den Vereinigten Staaten. Ferner könnten die LiHS-Mitglieder bei der Organisation nur auf ehrenamtliche Kräfte zurückgreifen, da die junge Vereinigung keine hauptamtlichen Beschäftigten hat. Diese Faktoren und weitere hätten dazu geführt, eine erfolgreiche Durchführung unwahrscheinlich erscheinen zu lassen. Die IHEU kündigte an, die LiHS in naher Zukunft bei der Ausrichtung einer Konferenz mit regionalem Fokus zu unterstützen.

Weiter hieß es bei der IHEU, in Zusammenarbeit mit der British Humanist Association werde es ersatzweise eine eintägige öffentliche Veranstaltung im Umfeld der diesjährigen Generalversammlungen von IHEU und der Jugendorganisation IHEYO am 4. und 6. August 2017 geben. Die internationale Konferenz soll am 5. August im Savoy Place des IET London stattfinden und sich thematisch Bedrohungen durch Nationalismus, Populismus und religiösen Extremismus widmen, die eine globale Herausforderung für die Bewahrung und Verbreitung humanistischer Werte und Lebensweisen darstellen. Weitere Angaben zum Programm und Möglichkeiten zur Registrierung als Teilnehmer für die internationale Konferenz in London wird es in Kürze auf der IHEU-Website geben.

Humanistinnen und Humanisten aus dem deutschsprachigen Raum haben in diesem Jahr außerdem während des Humanistentags 2017 in Nürnberg die Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen. Vom 15. bis 18. Juni wird es ein großes humanistisches Festival geben und idealer Ort sein zum Diskutieren, Staunen, Tanzen und Netzwerken für Menschen, die gerne selber denken und gut feiern wollen. Unter den Referenten bzw. Künstlern, die bereits zusagt haben, sind u.a. der humanistischen Philosoph Julian Nida-Rümelin, der durch seine ZEIT-Kolumne bekannte Bundesrichter Thomas Fischer, „Science-Rapper“ Baba Brinkmann und die Jazz-Sängerin Lisa Bassenge.