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Erste humanistische Trauung in Malta

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Am 14. August 2015 hat auf der Insel Gozo die erste humanistische Eheschließungszeremonie stattgefunden.
Dienstag, 25. August 2015

In den Wochen zuvor waren sechs Angehörige der 2010 gegründeten Malta Humanist Association (MHA) mit Unterstützung von Experten der British Humanist Association in einem fünftägigen Seminar zu Feiersprechern ausgebildet worden. Die Feiersprecher sollen in Zukunft für die Bevölkerung des Inselstaates nichtreligiöse Lebenswendefeiern wie der Geburt eines Kindes, Hochzeiten oder dem Abschied von verstorbenen Menschen als humanistischer Alternative zu kirchlichen Zeremonien anbieten können.

Bereits in der ersten Woche nach Bekanntmachung des Angebots habe es weitere Aufträge zu Trauungen und je einen zu einer Namensfeier sowie zur Begleitung einer Bestattung gegeben, berichtete Ramon Casha, MHA-Vorsitzender und einer der sechs neue humanistischen Feiersprecher, im Interview. Eine Mitgliedschaft in seiner Organisation ist keine Voraussetzung, um die Zeremonien in Anspruch nehmen zu können. Zu den Motiven der Interessenten sagte Casha: „Manchmal gibt es Paare mit unterschiedlicher Konfession, die sich eine neutralere Feier wünschen. Andere legen Wert auf eine persönlichere Zeremonie als es ein religiöses Ritual erlaubt.“

Offiziellen Angaben zufolge sind 98 Prozent der rund 425.000 Einwohner des südeuropäischen Inselstaates katholisch, zwei Prozent Muslime. Erst im Juli 2011 war nach einer Volksabstimmung die Scheidung von Ehepaaren legalisiert worden. Bis dahin war Malta neben den Philippinen das einzige Land, in dem Scheidungen gesetzlich verboten waren.