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Malaysia: Premier warnt vor säkularem Humanismus

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Vor der Bedrohung des Islams durch eine sich rapide verbreitende „Ideologie der Menschenrechte“ hat der malaysische Premierminister Najib Razak gewarnt. Das berichtete am Dienstag die staatliche Nachrichtenagentur des Landes. Razak sagte auch, dass Muslimen keine Beteiligung an „LGBT-Aktivitäten“ erlaubt wird.
Mittwoch, 14. Mai 2014
Foto: Firdaus Latif / Flickr / CC-BY-SA

Najib Razak. Foto: Firdaus Latif / Flickr / CC-BY-SA

In einer Rede zur Eröffnung der 57. Nationalen Koran-Rezitationsversammlung in Kuantan betonte Razak, dass die islamische Religion und ihre Anhänger durch eine neue Bedrohung herausgefordert werden, die im Gewand von humanistischen Ideen auftritt. Die damit verbundene Geisteshaltung erscheine wie eine „neue Form von Religion“, berichtete die Nachrichtenagentur Bernama.

„Sie nennen es Menschenrecht-ismus und die Grundüberzeugungen beruhen auf Humanismus, Säkularismus und Liberalismus“, sagte Najib Razak. Die sich innerhalb und außerhalb des Landes schnell ausbreitende Ideologie glorifiziere die Bedürfnisse des Menschen allein und lehne jedes Wertesystem ab, das religiöse Normen und Regeln beinhaltet. Dies geschehe unter dem Vorwand, die Menschenrechte zu verteidigen.

Laut Verfassung ist die islamische Religion in Malaysia Staatsreligion, etwa 60 Prozent der rund 30 Millionen Einwohner des Landes sind sunnitische Muslime. Daneben existieren diverse religiöse Minderheiten, weitere insgesamt rund 35 Prozent sind Anhänger des Buddhismus, Hinduismus oder eines christlichen Glaubens. Der Abfall vom islamischen Glauben wird zwar nicht mit unmittelbar Gefängnis oder Tod bestraft, Austrittswillige werden jedoch unter anderem in Umerziehungszentren festgehalten oder sind gezwungen, unterzutauchen.

Najib Razak betonte, dass die Regierung keine Forderungen nach einem Recht auf Abkehr vom Islam toleriere, „noch werden wir Muslimen erlauben, sich an LGBT-Aktivitäten zu beteiligen.“ Organisationen homosexueller Menschen werden in Malaysia nicht zugelassen, so der Premierminister.

Weiter sagt er, es gebe im Zeitalter der Globalisierung als Ergebnis des „abweichlerischen Denkens“ Versuche, „rückwärtsgerichtete“ Werte wie Pluralismus und Liberalismus mit dem Islam in Verbindung zu bringen. Dies stelle die gefährlichste Bedrohung für die islamische Religion dar.

Tweet des Premierministers mit Foto aus dem Koran-Wettbewerb in Kuantan.


Bei der nationalen Koran-Rezitationsversammlung in Malaysia wetteifern 28 männliche und weibliche Gläubige um die beste Wiedergabe der Buchinhalte unter einem bestimmten Thema. Die Gewinner in der männlichen und weiblichen Gruppe werden prämiert, sie erhalten einen Geldbetrag in Höhe von umgerechnet 6.700 Euro sowie eine Limousine des Typs Proton Prevé und eine Urkunde.