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Rumänische Regierung: Religion für Gemeinwesen unverzichtbar

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In einem Beschluss hat die rumänische Regierung am Dienstag eine „Liste der wichtigsten öffentlichen Dienstleistungen, ohne die eine Gemeinde in einer finanziellen Krise oder Insolvenz nicht funktionieren kann“, gebilligt.
Mittwoch, 28. August 2013

Die Verabschiedung der insgesamt 15 Punkte umfassenden Liste ist Ausdruck des harten Sparkurses, zu dem zahlreiche Verwaltungsbezirke in Folge der tiefgreifenden wirtschaftlichen Krise gezwungen sind. Außer diversen Einrichtungen der öffentlichen Infrastruktur zählt die Liste der Regierung neben „Kultur“ auch „Religion“ zu den öffentlichen Diensten, die selbst zahlungsunfähige oder fast insolvente Gemeinden aufrecht erhalten müssen. Das berichteten rumänische Medien.

Rumänien gilt offiziell als säkularer Staat. Laut der Volkszählung von 2011 gehören 86,7 Prozent der Bevölkerung zur Rumänisch-Orthodoxen Kirche, weitere 12,3 Prozent sind den offiziellen Angaben nach Teil einer anderen christlichen Konfessionsgemeinschaft.

Das Land steht vor riesigen Problemen: Der zweitärmste Staat in der Europäischen Union hat seit dem Ende der kommunistischen Diktatur zehn Prozent seiner Bevölkerung verloren, Hunderttausende sind auf der Suche nach Arbeit in andere Länder ausgewandert. Auf der Liste korrupter Staaten von Transparency International belegt es zusammen mit Italien und Bulgarien „Spitzenplätze“ im europäischen Vergleich. Die rumänische Zeitung Ziarul Financiar berichtete, dass mittlerweile 4,3 Millionen Arbeitnehmer für insgesamt 5,3 Millionen Rentner aufkommen müssen. Knapp drei Milliarden Euro betrug Ende 2012 das Defizit der staatlichen Rentenkasse. Die länderübergreifende Banken-, Wirtschafts- und Schuldenkrise hat die Probleme in Rumänien im vergangenen Jahr zu einer Staatskrise verschärft.