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Vereinte Nationen: Atheisten-Dachverband erhält besonderen Beraterstatus

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Eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit säkularen und religiösen Organisationen erwartet Stuart Bechman, Präsident der Atheist Alliance International. Repräsentanten des Dachverbandes können sich künftig an der Arbeit in UN-Gremien beteiligen.
Montag, 26. August 2013

Bei der Interessenvertretung von nichtreligiösen Menschen auf internationaler Ebene geht es voran. Im Juli wurde der Atheist Alliance International (AAI), Dachverband von knapp fünf Dutzend atheistischen Organisationen, der Status als „besonderer Berater“ bei den Vereinten Nationen gewährt. Mit dem Beschluss folgten die Vereinten Nationen einer Empfehlung des UN-Komitees für Nichtregierungsorganisationen, einem Gremium des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen.

Foto: rdgarza / Flickr / CC-BY-SA

Stuart Bechman. Foto: rdgarza / Flickr / CC-BY-SA

AAI-Präsident Stuart Bechman erinnerte anlässlich der Entscheidung, dass Atheisten in vielen Ländern der Welt Diskriminierung erleben und nicht nur mit Freiheitsentzug sondern sogar mit dem Tod bedroht sind.

Oft sind es die eigenen Regierungen, welche die nichtreligiösen Bürgerinnen und Bürger für ihren Unglauben oder religionskritische Äußerungen bestrafen, betonte Stuart Bechman. „Mit unserem neuen Status werden wir besser dazu in der Lage sein, diesen Menschen in der internationalen Gemeinschaft einen Stimme zu geben.“

Die vor zwei Jahren organisatorisch neu aufgestellte Atheisten-Allianz ergänzt damit die Gruppe der dezidiert säkularen Vereinigungen unter den über 3.700 Nichtregierungsorganisationen, die einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen inne haben. Die International Humanist and Ethical Union (IHEU) besitzt seit dem Jahr 2000 den besonderen Beraterstatus, die Skeptiker-Organisation Center für Inquiry seit 2005.

Künftig können Vertreter der AAI nun als offizielle Repräsentanten an den ständigen Sitzen der Vereinten Nationen in New York, Genf und Wien arbeiten sowie an den Konferenzen und den Gremiensitzungen teilnehmen. Ebenfalls möglich ist es, Repräsentanten als Beobachter und Sprecher zu den öffentlichen Sitzungen des Wirtschafts- und Sozialrates und seinen Untergremien sowie zu den Sitzungen der Generalversammlung und des Menschenrechtsrates zu entsenden.

Der Amerikaner aus dem US-Bundesstaat Kalifornien Bechman erklärte weiter, dass sich die AAI auf die Zusammenarbeit mit verbündeten Organisationen wie der IHEU freue. „Wir erwarten auch eine Abstimmung mit säkularen und religiösen Gruppen im Bereich gemeinsamer Interessen“, so Bechman. „Viel zu oft nutzen Staaten religiöse Rechtfertigungen für die Misshandlung von Bürgern – darunter Journalisten und Künstler, Mitglieder von religiösen Minderheiten, Frauen und Menschen mit abweichenden sexuellen Orientierungen.“ Die Arbeit der AAI solle zum Vorteil der Menschenrechte Aller gereichen, „ob sie nun atheistisch oder religiös sind.“