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Humanismus-Konferenz und Generalversammlung von EHF und IHEU in Bukarest

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Bildung, Wissenschaft und Menschenrechte: Diese drei Begriffe stehen im Zentrum der Debatten einer Konferenz zwischen den Generalversammlungen der Europäischen Humanistischen Föderation (EHF) und der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU), die zwischen dem 24. und 26. Mai in der rumänischen Hauptstadt stattfinden.
Mittwoch, 8. Mai 2013
Foto: Dragospl / Wikimedia / CC-by-sa 2.5

275 Meter lang, 235 Meter breit und rund 90 Meter hoch: Parlamentspalast in Bukarest, Ort der Konferenz. Foto: Dragospl / Wikimedia / CC-by-sa 2.5

Ausrichter der gemeinsamen Konferenz am 25. Mai 2013 ist der Humanistische Verband Rumäniens, Asociația Umanistă Română. Veranstaltungsort wird der imposante Parlamentspalast im Zentrum Bukarests sein, der als größtes Gebäude Europas gilt und auf Geheiß des rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu errichtet wurde. Ceaușescu selbst überlebte die Fertigstellung des die Wirtschaftskraft des Landes aufzehrenden Baus aber nur wenige Tage.

Menschen mit einer säkularen und humanistischen Weltanschauung haben einen schweren Stand in dem Land, wo offiziellen Angaben zufolge mehr als 85 Prozent der Menschen der Rumänisch-Orthodoxen Kirche angehören, rund 6,7 Prozent sind Protestanten. Lediglich 0,4 Prozent der rund 20 Millionen Einwohner des lange als Sozialistische Republik regierten Landes gelten als nichtreligiös. Nur eines der 588 Mitglieder des Parlaments legte einen säkularen Amtseid ab, mit nur einer Hand auf der Verfassung des Landes und nicht, wie üblich, der anderen auf der Bibel.

Dementsprechend schlecht sieht es in der rumänischen Gesellschaft aus, wenn es um die Lehre von der Evolution, staatliche Zuschüsse für Religionsgemeinschaften oder die Neutralität öffentlicher Einrichtungen geht: Da etwa der Religionsunterricht an den rumänischen Schulen wie in Deutschland bereits ab der ersten Klasse erteilt wird, den Schülern aber frühestens in der 8. Klasse die Evolutionstheorie vorgestellt wird, sind laut Studien lediglich 14 Prozent von der biologischen Evolution der Arten überzeugt. Mehrere Jahre war die Evolutionstheorie ganz von den Schulen verbannt und erhielt nur auf Druck zivilgesellschaftlicher Instanzen und internationaler Organisationen teilweise neu Einzug in den Unterricht. Rund drei Viertel der Schüler teilen immer noch kreationistische Vorstellungen. Die rumänischen Humanisten hoffen deshalb, dass die Konferenz zwischen den Generalversammlungen von EHF und IHEU helfen wird, Aufmerksamkeit auf solche Missstände im Land zu lenken.

Prominente Redner werden unter anderem der bekannte US-amerikanische Biologe Paul Zachary Myers, der britische Psychologe Richard Wiseman sowie der niederländische Politiker und frühere Abgeordnete im Europäischen Parlament Boris van der Ham sein. Sprechen werden außerdem Andrew Copson von der British Humanist Association, Sonja Eggerickx als Präsidentin der IHEU sowie der neue EHF-Präsident Pierre Galand und weitere Vertreter humanistischer Organisationen in Europa.