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Jugend plant für die Zukunft

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Wachsende Unsicherheit und hohe Arbeitslosigkeit, ineinanderfließende Krisen und Verluste traditioneller Identitäten: Damit sind Gesellschaften weltweit konfrontiert und die junge Generation ist oft besonders stark betroffen. In der belgischen Hauptstadt stellt sich bald eine Konferenz humanistischer Jugendorganisationen der Frage, wie darauf zu reagieren ist.
Mittwoch, 24. April 2013
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Vom 2. bis zum 6. August werden hunderte Jugendliche aus mehreren europäischen Ländern in Brüssel zusammenkommen. Ein Ziel der fünftägigen Konferenz, deren Veranstaltungen sowohl an der französischsprachigen Université libre de Bruxelles wie auch der niederländischsprachigen Vrije Universiteit Brussel stattfinden, ist die Entwicklung einer gemeinsamen humanistischen Perspektive auf die Zukunft, für sich und Europa. Denn an offenen und inklusiven Debatten in einem internationalen Rahmen, haben die Initiatoren des Treffens festgestellt, zwischen jungen Humanistinnen und Humanisten in Europa mangelt es bislang.

Ein 30-köpfiges Team, überwiegend Studierende und Absolventen belgischer Universitäten, hatte sich daher unter dem Namen Revolutionary Ideas Front (RIF) dazu entschlossen, den Austausch zwischen den Jugendorganisationen zu verbessern. Ein Ergebnis ist nun die Konferenz European Humanist Youth Days, bei der unter dem Motto „Think Freely for the Future“ gemeinsam mögliche Auswege aus den vielfältigen Krisen der Gegenwart diskutiert und Lösungsvorschläge dokumentiert werden sollen.

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Download: Broschüre zur Konferenz.

Humanismus im 21. Jahrhundert, Politik und Gesellschaft, Wissenschaft und Ethik: Auf diesen drei thematischen Ebenen werden die Debatten stattfinden. Einige der Fragen im Zentrum der Konferenz lauten: Wie soll auf den Verlust des gesellschaftlichen Vertrauens in ihre Institutionen reagiert werden, der mit den sozialen, ökologischen und ökonomischen Krisen zusammenläuft?

Wie können junge Menschen nach dem „Ende der großen Erzählungen“ einen Platz in den Gesellschaften finden, ohne dabei auf die Irrwege eines Glaubens an ewiges Wirtschaftswachstum und des Konsumismus zu gelangen?

Können angesichts einer erschreckenden Jugendarbeitslosigkeit in vielen europäischen Staaten Impulse wie die der „Occupy“-Bewegung aufgegriffen und in die Gestaltung eines sozialen Europas überführt werden? Und wie lassen sich die für eine Veränderung notwendigen Prozesse steuern? Lassen sie sich überhaupt beeinflussen?

Zum Abschluss der mehrtägigen Konferenz wird es eine Abstimmung über eine Resolution der humanistischen Jugendorganisationen in Europa geben. Die Resolution soll ihre Standpunkte und Erwartungen in Bezug auf die Zukunft Europas formulieren, insbesondere mit Bezug zu den Themen im Mittelpunkt der Konferenz. Eine Hoffnung ist auch, dass der internationale Austausch verstetigt werden kann.

Rund 200 Jugendliche aus Belgien sowie rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den übrigen EU-Staaten werden zu den European Humanist Youth Days erwartet. Partner der Konferenz sind sechs Jugend- und Studierendenorganisationen aus Belgien und den Niederlanden, die Jungen Humanistinnen und Humanisten in Deutschland und der Jugendverband der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union, IHEYO.

Maßgeblicher Sponsor ist der niederländische Dachverband deMens.nu („Der Mensch, jetzt“). Unterstützt und gefördert wird die Konferenz von weiteren  13 humanistischen Organisationen und Dachverbänden aus acht europäischen Ländern, darunter Norwegen, Dänemark, der Slowakei und Großbritannien.