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Berlin: Humanistischer Verband wird Körperschaft des öffentlichen Rechts

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Der HVD Berlin-Brandenburg wird zum 1. Januar 2018 Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist damit auch formal auf Augenhöhe mit den Religionsgemeinschaften.
Dienstag, 14. November 2017

Der Senat hat in seiner Sitzung am heutigen Dienstag zustimmend zur Kenntnis genommen, dass dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg (HVD Berlin-Brandenburg) die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) für das Gebiet des Landes Berlin verliehen werden sollen. Dies ist die erste Verleihung von Körperschaftsrechten an eine Weltanschauungsgemeinschaft im Land Berlin. Die Senatsentscheidung folgt auf vieljährige Bemühungen des Verbandes, die bereits 1997 begonnen hatten. Berlin wird nach Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen das fünfte Bundesland, in dem ein Landesverband im Humanistischen Verband Deutschlands als KdöR anerkannt ist.

Der Landesverband Berlin-Brandenburg erfülle die für eine Anerkennung erforderlichen Voraussetzungen einer Weltanschauungsgemeinschaft, hieß es in der Mitteilung zur Senatssitzung. Er ist ein im Land Berlin seit mehreren Jahrzehnten tätiger weltanschaulicher, gemeinnütziger Verein mit großem ehrenamtlichem Engagement, der über mehr als 10.000 Mitglieder verfügt. Der Landesverband ist insbesondere im Sozialbereich vielfältig tätig (z.B. Sozialstation, Hospize, Mobilitätsdienste). Er betreibt auch zwei Familienzentren, 24 Kindertagesstätten, einen Jugendklub und Jugendfreizeitveranstaltungen. Der Lebenskundeunterricht im Land Berlin wird gegenwärtig von mehr als 60.000 Schülerinnen und Schülern besucht. Bekannt ist der Humanistische Verband insbesondere durch die Jugendfeiern anlässlich des Übergangs vom Kindesalter zum Erwachsenendasein.

Mit der Anerkennung als KdöR „kommt Berlin dem Verfassungsauftrag der Gleichstellung von Religionen und Weltanschauungen nach. Darüber hinaus ist dieser Erfolg aber auch auf die langjährige Arbeit unseres Verbandes für alle Menschen in Berlin und Brandenburg zurückzuführen. Als KdöR werden wir den Staat auch weiterhin bei der Bildung und Erhaltung eines Wertekanons unterstützen, indem wir friedens-, rechts- und wertefördernd auftreten – etwa im Lebenskundeunterricht an Berliner Schulen, in unseren Kindertagesstätten, Jugendeinrichtungen, Hospizen und zahlreichen Beratungsstellen in der ganzen Stadt“, sagte Jan Gabriel, Präsident des HVD Berlin-Brandenburg, dazu. Katrin Raczynski, Vorstand des Landesverbandes, bewertete die Entscheidung des Senats als „Anerkennung unseres stetigen Tuns für die Berlinerinnen und Berliner. Sie gibt uns Schwung, noch aktiver in unseren Tätigkeitsgebieten zu werden und neue Handlungsfelder zu eröffnen.“

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