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Hannover/Garbsen: Humanisten eröffnen bald einen neuen Bestattungshain

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Der Kaufvertrag für ein 7000 Quadratmeter großes Grundstück im Garbsener Stadtteil Schloß Ricklingen ist heute durch den Präsidenten des Humanistischen Verbandes Niedersachsen (HVD Niedersachsen) unterzeichnet worden. An dem idyllisch gelegenen Ort soll nun ein neuer Bestattungshain für konfessionsfreie Menschen entstehen.
Dienstag, 15. August 2017
Foto: © Fotolia.com

Bis zu 2000 Urnenplätze können auf dem neuen Bestattungshain angelegt werden, die Eröffnung soll im Sommer 2018 stattfinden. Foto: © Fotolia.com

Guido Wiesner

Guido Wiesner, Präsident des Landesverbandes

Guido Wiesner, Präsident des HVD Niedersachsen, besiegelte am Dienstag mit seiner Unterschrift den Kaufvertrag für das Grundstück in Schloss Ricklingen bei Hannover.

„Mit dem Betrieb eines Humanistischen Friedhofes hat sich der Verband einen jahrzehntelang gehegten Wunsch erfüllt, für seine Mitglieder und alle anderen Menschen, die das möchten, eine alternative Bestattungsform in einem würdigen Umfeld anzubieten“, sagte Guido Wiesner nach der Unterzeichnung. Für den Verband sei dies daher ein denkwürdiger Tag, so Wiesner weiter.

Der idyllisch gelegene künftige Bestattungshain liegt an der Leineaue und grenzt direkt an den städtischen Friedhof, dessen Kapelle bei Bedarf mit genutzt werden kann. Auf dem 7000 Quadratmeter großen Grundstück können bis zu 2000 Urnenplätze angelegt werden.


In den vergangenen Jahren habe sich ein Wandel in der Trauer- und Bestattungskultur vollzogen, sagte Karl-Otto Eckartsberg, Vorsitzender der Humanisten und Grünen-Ratsherr in Garbsen zum Vorhaben. „Menschen suchen neue, individuelle Wege“, erklärt Eckartsberg. Die Vertreter und Mitglieder des Verbandes werden zunehmend häufiger von Menschen in der Region angesprochen, die sich eine andere Art der Bestattung als herkömmlich wünschen. „Das hat uns auf die Idee des Ruhewaldes oder Ruhehains gebracht“, so Eckartsberg weiter. Neben Urnenbestattungen werden auch weitere mögliche Formen der Beisetzung und des Andenkens geprüft. „Wir denken daran, zum Beispiel einen nach jahrhundertealter Tradition hergestellten handgestrichenen Ziegelstein am Rande des Feldes mit den Namen der Verstorbenen einzulassen“, sagte Norbert Gehrke, stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins und SPD-Ratsherr in Garbsen. Und um die Angebote des Bestattungshains in Form eines Wald- und Naturfriedhofs am Lönsweg in Schloß Ricklingen zu nutzen, muss man kein Mitglied des Verbandes sein.

Der Humanistische Verband Niedersachsen ist unter anderem bereits Träger mehrerer Kindertagesstätten bzw. -krippen sowie ein beliebter Anbieter von Jugendfeiern und offener Jugendarbeit. Die Feiersprecherinnen und Feiersprecher des Verbandes bieten konfessionsfreien Menschen seit Jahrzehnten zeremonielle Begleitung bei Lebenswendefeiern wie humanistischen Namens- bzw. Willkommensfeiern für Neugeborene, Hochzeiten und Partnerschaftsfeiern sowie Abschieds- und Trauerfeiern. Der Humanistische Verband Niedersachsen ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts vom Land als Kultur- und Interessenorganisation anerkannt und auch beteiligt an der Entwicklung des Schulfachs Werte und Normen als Alternative zum konfessionellen Religionsunterricht.

Mit der Einrichtung des ersten humanistischen Bestattungshains in Niedersachsen wird das Dienstleistungsprofil des Verbandes für die Region Hannover weiter abgerundet. Sobald die Genehmigung des Bebauungsplanes durch die Stadt Garbsen vorliegt, werde mit der Aufforstung und Herrichtung des Grundstückes zu einem humanistischen Bestattungshain begonnen, hieß es zur heutigen Vertragsunterzeichnung weiter. Mit der feierlichen Betriebsaufnahme kann im Sommer 2018 gerechnet werden.

Mehr Informationen zu Angeboten und Projekten des Verbandes: www.hvd-niedersachsen.de