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Bundesweit Aktionen zum Frauenkampftag 2017

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Tausende Frauen in über einem Dutzend deutscher Städte wollen in der kommenden Woche auf die Straße gehen, um für ihre Rechte und gegen Benachteiligungen zu protestieren. An vielen Orten sind weitere Events geplant, mit denen aktuelle Probleme aus weiblicher Perspektive thematisiert oder das besondere Engagement für Frauenrechte geehrt werden sollen.
Freitag, 3. März 2017
Foto: A. Platzek

Der Grundsatz „Gleiches Recht für jedes Geschlecht“ ist leider auch heute noch keine Selbstverständlichkeit. Foto: A. Platzek

In den Tagen am und rund um den diesjährigen 8. März sind Demonstrationen, Kundgebungen und andere Veranstaltungen in zahlreichen Städten angekündigt. Unter anderem in Berlin, Bonn, Bremen, Frankfurt am Main, Freiburg, Göttingen, Hamburg, Hannover, Kassel, Kiel, Leipzig, Marburg, und München haben Bündnisse, Vereine und parteipolitische Organisationen dazu aufgerufen, anlässlich des Internationalen Frauentages mit anderen Frauen auf die Straße zu gehen. Zum vierten Mal finden die bundesweiten Aktionen in diesem Jahr auch unter der Bezeichnung Frauenkampftag statt.

Denn mehr als 100 Jahre nach dem ersten Frauentag mit internationaler Beteiligung ist der Grundsatz „Gleiches Recht für jedes Geschlecht“ noch keine breit akzeptierte Selbstverständlichkeit. Das Frauenwahlrecht gibt es zwar mittlerweile in einer ganzen Reihe von Ländern – doch leider auch hierzulande immer noch viele Millionen Männer wie auch nicht wenige Frauen, die das Recht auf Selbstbestimmung und gleiche Chancen in allen Lebensbereichen in unterschiedlicher Weise in Frage stellen. Nationalistische und rechtspopulistische Bewegungen formen bis heute gemeinsam mit reaktionären Anhängern religiöser Glaubensformen eine grenzübergreifende Kraft, die die Emanzipation von patriarchalischen Strukturen und nichtkonformistische Haltungen gegenüber stereotypen und archaischen Geschlechterbildern passiv oder aktiv ablehnt. Ein besonders bizarres Beispiel aus den letzten Tagen: Der polnische Europaabgeordnete Janusz Korwin-Mikke hatte vorgestern in einer Debatte über Einkommensunterschiede behauptet, Frauen müssten weniger verdienen, da sie kleiner, schwächer und weniger intelligent als Männer seien.

Seit einigen Jahren rufen darum anlässlich des traditionellen Feier- und Aktionstages der Frauenrechtsbewegung im März an einer wachsenden Zahl von Orten in der Bundesrepublik Deutschland, aber auch in Österreich, der Schweiz und anderen Ländern, Initiativen zur Beteiligung an den Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Frauentags auf. Die Bezeichnung Frauenkampftag wird hierzulande seit 2014 zunehmend verwendet, um das Bewusstsein für die Bedeutung des aktiven Einsatzes für die Rechte von Frauen und die politische Relevanz des Themas Frauenrechte zu betonen.

Die Bandbreite von Veranstaltungen, die neben den Demonstrationen und Kundgebungen organisiert werden, ist beachtlich und in einigen Städten ist es sogar gelungen, die gesamte Woche mit Events zu füllen, die auf unterschiedliche die Rechte von Frauen zum Thema machen oder den besonderen Einsatz für Frauenrechte auszeichnen. Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung in Berlin ruft zur Teilnahme an der Demonstration am 8. März ab 17 Uhr mit Beginn am Hermannplatz auf. „Wir leben nicht in einer geschlechtergerechten Gesellschaft; als Frauen sind wir von sexistischer Diskriminierung betroffen, wir werden schlechter oder für manche Arbeit gar nicht bezahlt, wir haben gesellschaftlich weniger Einfluss oder wir sind sogar von Gewalt betroffen“, so das Bündnis im Aufruf. Eine nach Bundesländern und Städten geordnete Übersicht zu allen bekannten Aktionen rund um den Frauen(kampf)tag 2017 ist im „Mädchenmannschaft“-Blog zusammengestellt worden.