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Brandenburg: Bessere Förderung für schulische Wertebildung

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Das Land Brandenburg erhöht die Zuschüsse für die bekenntnisorientierte Wertebildung an den Schulen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Montag zwischen dem Bildungsministerium, dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg sowie der Katholischen Kirche und der Evangelischen Kirche unterzeichnet.
Montag, 12. Dezember 2016

Eine deutliche Verbesserung der finanziellen Förderung für Humanistische Lebenskunde und den evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht ist Inhalt der neuen Vereinbarung. Das modifizierte Zuschussverfahren war vom Brandenburgischen Bildungsministerium (MBJS) in den Verhandlungen vorgeschlagen worden. Mit der heute unterzeichneten Vereinbarung wird die Vergütung der Lehrkräfte, die den Weltanschauungs- und Religionsunterricht an den Brandenburger Grundschulen erteilen, von der Entgeltgruppe E10 TVL auf die Entgeltgruppe E11 TVL angehoben. Die novellierte Vereinbarung wird rückwirkend für das Schuljahr 2015/2016 angewendet. Somit gibt das Land pro Jahr insgesamt 1,1 Millionen Euro zusätzlich, auf den Humanistischen Verband entfallen davon 45.000 Euro. Des Weiteren wird mit der neuen Vereinbarung das Erfassungs- und Abrechnungsverfahren deutlich vereinfacht.

Humanistische Lebenskunde ist in Brandenburg seit 2007 als wertebildendes Unterrichtsfach ab Klassenstufe 1 zugelassen. Der Besuch von Lebenskunde-Unterricht ist freiwillig und ersetzt nicht das staatliche Pflichtfach Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER), das seit 1996 und in den Klassenstufen 5 bis 10 unterricht wird.

„Die Vereinbarung ist ein wichtiges Zeichen. In Zeiten, in denen die Welt aus den Fugen zu geraten scheint, wir gerade in den sozialen Medien Beschimpfungen, Hass und Hetze erleben, sind Zuwendung, Menschlichkeit und Miteinander wichtig“, sagte Bildungsminister Günter Baaske am Montag zur neuen Vereinbarung. Hier leisteten der Humanistische Verband und die Kirchen in den Schulen einen wichtigen Beitrag, so der Minister. „Dafür gebührt ihnen mein Dank“, sagte Baaske.

Foto: BMJS Brandenburg

Jan Gabriel (Präsident des HVD Berlin-Brandenburg), Martina Koeppen (Katholisches Büro), Bildungsminister Günter Baaske, Erzbischof Heiner Koch, Bischof Heiner Koch (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) (v.l.) Foto: BMJS Brandenburg

Katrin Raczynski, Vorstand beim Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg, begrüßte die neue Kooperationsvereinbarung zur Finanzierung des Religions- und Weltanschauungsunterrichts. „In der neuen Kooperationsvereinbarung zur Finanzierung des Religions- und Weltanschauungsunterrichts drückt sich die Wertschätzung für den weltanschaulichen Unterricht und das Engagement unserer Lehrkräfte durch das Land Brandenburg aus“, sagte Raczynski. „Wir freuen uns über die Anerkennung unserer wertebildenden Arbeit und werden im Gegenzug unsere Kräfte auf den qualitativen und quantitativen Ausbau unseres Bildungsangebots an den Brandenburger Schulen konzentrieren“, so Raczynski.