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Konfessionsfreie und Atheisten starten Thesen-Anschläge bundesweit

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Zum Internationalen Tag der Menschenrechte haben Konfessionsfreie und Atheisten am Samstag in mehreren deutschen Großstädten mit der Bekanntmachung von 33 Forderungen (Thesen) für die Gleichstellung kirchenferner und nichtreligiöser Menschen in Deutschland begonnen. Zugleich wird zum direkten Dialog zwischen Bürgern und Politik aufgerufen.
Samstag, 10. Dezember 2016
Foto: A. Platzek

Humanistische Aktivistinnen am Roten Rathaus in Berlin fordern die Politik zur Gleichgestellung der konfessionsfreien und nichtreligiösen Menschen in Deutschland auf.

Seit heute können sich Interessenten über die Website zum Bericht Gläserne Wände zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen direkt an alle Mitglieder des Landtags bzw. Abgeordnetenhauses in ihrem Bundesland wenden. Dabei werden die Abgeordneten auf den Bericht und die in ihm enthaltenen Reformvorschläge zum Abbau von Benachteiligungen nichtreligiöser Menschen hingewiesen. Teilnehmer können so unkompliziert eine Stellungnahme der Abgeordneten zu den Reformvorschlägen anfordern.

Unterstützt wird die Informations- und Dialog-Kampagne gegen die Benachteiligung von Menschen ohne eine Konfession und ohne religiöse Vorstellungen in Deutschland durch bundesweite „Thesen-Anschläge“. Dabei werden Plakate mit den 33 Forderungen gegen die „Gläsernen Wände“ an öffentlichen Orten wie Landes- und Kommunalparlamenten, Rathäusern oder auch Universitäten und Kulturzentren befestigt, um so die Aufmerksamkeit weiterer Bürgerinnen und Bürger auf diese Probleme zu lenken. Organisiert werden die Thesenanschläge selbständig von Gemeinschaften und Gruppen in den Bundesländern.

Auf der Website www.reformation2017.jetzt heißt es dazu: „‚Reformation heißt, die Welt zu hinterfragen‘ – Mit diesem Motto wird das 500. Jubiläum der Veröffentlichung von 95 Thesen des Mönchs und Theologieprofessors Martin Luther im Jahr 1517 beworben. Heute gehört rund ein Drittel der Bevölkerung der Bundesrepublik, mehr als 26 Millionen Menschen, keiner Kirche an. Doch wer nicht Mitglied in einer Kirche oder anderen religiösen Glaubensgemeinschaft ist, hat oftmals die schlechteren Karten: auf dem Arbeitsmarkt, im Bildungssystem, in der Politik, in den Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung. Es ist nun Zeit, endlich die volle Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von nichtreligiösen und religiösen Menschen in Deutschland umzusetzen.“

www.reformation2017.jetzt