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Niedersachsen: Humanisten bieten „Alternative zum Religionsunterricht“

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Das am 21. Oktober 2016 beginnende Fortbildungsangebot richtet sich an Schulleitungen und Lehrkräfte, aber auch an andere pädagogische Mitarbeiter. Diese sollen darin unterstützt werden, eine unter derzeitigen Rahmenbedingungen inhaltlich und pädagogisch ansprechende Alternative zu den Religionsunterrichten anbieten zu können.
Montag, 5. September 2016

Die Fortbildungsreihe mit dem Titel „Alternative zum Religionsunterricht an der Grundschule – Inhalte und Methoden einer humanistischen Bildung und Erziehung“ wurde bereits in Hannover durchgeführt und an einigen Schulen erfolgreich umgesetzt. Träger ist der Humanistische Verband Niedersachsen, der Eltern auf politischer Ebene seit langem in ihren Wünschen nach einem Alternativunterricht unterstützt.

Themen der Fortbildung sind: Ziele humanistischer Bildung in der Grundschule, Philosophieren mit Kindern, konkrete Unterrichtsgestaltung, Übersicht möglicher Inhalte und die Sichtung von existierenden Materialien. Unter den Referenten sind unter anderem Ulrike von Chossy, Gründerin und Leiterin einer Humanistischen Grundschule im fränkischen Fürth, sowie Hans-Joachim Müller, Leiter des Zentrums Kinderphilosophie und Lehrbeauftragter an den Universtäten Oldenburg und Würzburg. Die Seminare werden in Bad Zwischenahn an insgesamt drei Tagen in zeitlichem Abstand stattfinden. Anmeldeschluss für die Fortbildungsreihe ist der 1. Oktober 2016, weitere Informationen dazu bietet ein Info-Flyer des Humanistischen Verbandes.

Ein Hintergrund des Fortbildungsangebots ist, dass den Verband immer mehr Anfragen von Eltern insbesondere mit Kindern im Grundschulalter erreichen, die sich für eine Alternative zum angebotenen evangelischen oder katholischen Religionsunterricht interessieren. Die Motivation der Eltern reicht von Nachfragen zu anderen Möglichkeiten bis zu der Forderung, dass den vom Religionsunterricht abgemeldeten Schülern eine vollwertige Alternative ohne religiöse Bezüge geboten werden muss.

Anders als etwa in Berlin und Brandenburg gibt es in Niedersachsen wie in vielen alten Bundesländern keine adäquate Alternativen zum Religionsunterricht, der ab der ersten Klassenstufe besucht werden soll. Schüler in Niedersachsen können erst ab der Klassenstufe 5 das konfessionell neutrale Fach „Werte und Normen“ wählen. Dieses hat zudem lediglich den Status eines Ersatzfachs. Umfassendere Informationen über die systematische Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland bietet der vor knapp einem Jahr erstmals veröffentlichte Bericht „Gläserne Wände“.