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Immer weniger Bestattungen werden kirchlich begleitet

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Der Anteil katholischer und evangelischer Bestattungen in Deutschland ist auf unter 60 Prozent gesunken. Im Jahr 2000 waren es noch über 70 Prozent. Auch im Bestattungswesen schlägt sich damit der Bedeutungsverlust religiöser Bindungen nieder.
Montag, 22. August 2016

Der Anteil der Bestattungen, die von kirchlichen Würdenträgern begleitet werden, nimmt stetig weiter ab. 510.535 Verstorbene wurden nach aktuellen Angaben im vorletzten Jahr – neuere Zahlen liegen nicht vor – im Rahmen eines kirchlichen Ritus bestattet. Das entspricht 58,8 Prozent aller Todesfälle des Jahres 2014 (868.356). Damit setzt sich der Rückgang sowohl bei der Katholischen als auch bei der Evangelischen Kirche weiter fort. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag der Anteil bei 71,5 Prozent (599.829 von 838.797 Verstorbenen), wie die Statistiken der Deutschen Bischofskonferenz bzw. der Evangelischen Kirche in Deutschland zeigen.

Während viele Bestattungen ganz ohne Trauerfeier stattfinden, werden Abschiedsfeiern vermehrt auch von weltlichen Trauerrednern begleitet. „Es zeigt sich deutlich, wie sich gesellschaftliche Entwicklungen immer wieder auch im Bestattungswesen widerspiegeln“, sagt Christoph Keldenich, Vorsitzender des Vereins Aeternitas, einer Verbraucherinitiative für Bestattungskultur. Religiöse, speziell kirchliche Bindungen und lange gepflegte Traditionen verlieren an Bedeutung. Lebensentwürfe wie Bestattungswünsche fächern sich weiter auf. Aeternitas geht davon aus, dass der Anteil der kirchlichen Bestattungen auch in Zukunft weiter sinken wird.