Direkt zum Inhalt

Evolutionsforschung: Experten-Gruppen wollen kooperieren

DruckversionEinem Freund senden
Die im Jahr 2009 gegründete Arbeitsgemeinschaft Evolution in Biologie, Kultur und Gesellschaft (AG EvoBio) sowie der seit 2002 bestehende Arbeitskreis (AK) Evolutionsbiologie wollen ab sofort partiell zusammenarbeiten, um religiös-weltanschaulichen Angriffen gegen die Evolutionstheorie noch wirksamer begegnen zu können.
Dienstag, 27. Januar 2015

Jeder Verein werde dabei seine Selbständigkeit behalten, hieß es dazu in einer Mitteilung am gestrigen Montag: Der AK Evolutionsbiologie ist strikt atheistisch orientiert, in der AG EvoBio engagieren sich auch Christen. Prominente Vertreter der Forschung in der AG EvoBio sind Stefan Schneckenburger (Darmstadt), Andreas Beyer (Essen), Hansjörg Hemminger (Stuttgart) und Michael Blume (Stuttgart). Mit u.a. Ulrich Kutschera (Kassel), Uwe Hossfeld (Jena) und Thomas Junker (Tübingen) finden sich ebenso im AK Evolutionsbiologie zahlreiche namhafte Wissenschaftler.

Die einigende Klammer sei das Bekenntnis zum Naturalismus der empirischen Wissenschaften, hieß es in der Mitteilung weiter. „Nach 400 Jahren Naturwissenschaft kann die Erkenntnis als gesichert gelten, dass es überall auf der Welt mit rechten Dingen zugeht, wo immer sie mit wissenschaftlichen Methoden bzw. mit naturalistischen Beschreibungsmitteln rekonstruiert werden kann“.

Die Experten-Gruppen wollen sich mit ihrer Zusammenarbeit in die „Mayr-Dobzhansky-Tradition“ stellen: Die beiden im vergangenen Jahrhundert wirkenden Wissenschaftler Ernst Mayr und Theodosius Dobzhansky waren Atheist (Mayr) bzw. orthodoxer Christ, was sie aber nicht an wissenschaftlicher Kooperation hinderte. Dobzhansky hielt seine Religion aus der Wissenschaft heraus; die Prinzipien der Theorienbildung und des Erklärens wurden von beiden Standpunkten aus akzeptiert.