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Berlin: CDU gegen Feiertag für Nichtreligiöse

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Harsche Kritik an international beachtetem Erfolg: Christdemokraten sehen Religionsgemeinschaften durch Gleichstellung des Welthumanistentages mit religiösen Feiertagen benachteiligt. CDU-Fraktionsvize Cornelia Seibeld vergleicht Humanisten mit Scientologen.
Donnerstag, 22. Januar 2015

Die im vergangenen Dezember bekannt gewordene Aufnahme des internationalen humanistischen Feiertages am 21. Juni jeden Jahres, dem World Humanist Day, in die AV Schulbesuchspflicht der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft stößt auf massive Kritik. Wie die Berliner Morgenpost am Donnerstag berichtete, sieht man bei Berliner CDU-Fraktion die Religionsgemeinschaften dadurch benachteiligt, dass die Senatsverwaltung einen Feiertag nichtreligiöser Menschen anerkannt hat.

Die stellvertretende Vorsitzende und kirchenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Cornelia Seibeld, äußerte Unverständnis für die Entscheidung des Bildungsstaatssekretärs Mark Rackles (SPD), den Welthumanistentag mit christlichen, jüdischen und muslimischen  Feier- und Gedenktagen gleichzustellen. „Was kommt als nächstes? Bekommen Scientologen oder fundamentalistische Sekten das Recht, ihre Feiertage als Schulbefreiungsgründe vorzubringen?“, so Seibeld, selbst Mitglied der Evangelischen Kirche, in der Berliner Morgenpost.

Der World Humanist Day geht zurück auf eine jahrzehntelange Tradition freidenkerischer und nichtreligiöser Gemeinschaften in den Vereinigten Staaten, jährlich am 21. Juni auf eine positive Weise für humanistische Ideen zu werben und die eigenen Erfolge zu feiern. 1986 wurde er in Oslo auf Beschluss einer internationalen Konferenz von Vertretern humanistischer Verbände als globaler Feiertag ausgerufen.