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Berlin: Drei von vier Grundschülern besuchen bekenntnisorientierten Unterricht

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Beliebt, obwohl freiwillig – Das Schulfach Humanistische Lebenskunde verzeichnet auch im laufenden Schuljahr einen deutlichen Zuwachs bei den Teilnehmerzahlen. In der deutschen Hauptstadt wird das Fach von mittlerweile 56.380 Schülern besucht. Das teilte die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft mit.
Sonntag, 14. Dezember 2014

Im laufenden Schuljahr nehmen demnach insgesamt 169.847 Schülerinnen und Schüler an einem Religions- und Weltanschauungsunterricht an den allgemein bildenden Schulen teil. Der größte Anteil entfällt mit 78.771 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (23,9 Prozent der Gesamtschülerzahl) auf den evangelischen Religionsunterricht, gefolgt von 56.380 (17,1 Prozent) am humanistischen Lebenskundeunterricht und 24.176 (7,3 Prozent) am katholischen Religionsunterricht.

Die Teilnahme an einem bekenntnisorientierten Unterricht ist in Berlin freiwillig. Für alle Schüler verpflichtend ist der Besuch eines integrativen Ethik-Unterrichts in den Jahrgangsstufen 7 bis 10.

Unter den ab der ersten Klasse angebotenen bekenntnisorientierten Fächern gab es beim humanistischen Lebenskundeunterricht mit einem Plus von 821 auch in diesem Jahr den größten Zuwachs, beim islamischen Religionsunterricht dagegen mit einem Minus von 362 den größten Rückgang. Beim evangelischen, katholischen, alevitischen, jüdischen, buddhistischen sowie dem Religionsunterricht der Christengemeinschaft blieben die Teilnehmerzahlen nahezu konstant. Beim sonstigen Religions- und Weltanschauungsunterricht gab es einen Zuwachs von 715 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Am höchsten ist die Teilnahmequote bei den bekenntnisorientieren Fächern in der Grundschulstufe, wo diese konstant bei 75,8 Prozent liegt. Hier besuchen also drei von vier Schülern die Humanistische Lebenskunde oder einen der verschiedenen Religionsunterrichte. Um dem kontinuierlich wachsenden Interesse am Lebenskunde-Unterricht zu entsprechen, werden vom Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg jährlich 20 bis 30 neue Lehrkräfte ausgebildet. Bisher ist Humanistische Lebenskunde in Berlin, Brandenburg und Bayern zugelassen. Trotz der bisherigen politischen Widerstände gegen die Einführung in weiteren Bundesländern hatte der Humanistische Verband im Sommer die Position bekräftigt, am Ziel einer bundesweiten Zulassung festzuhalten.