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„Herder Korrespondenz“ widmet Konfessionsfreien-Bewegung Themenschwerpunkt

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Mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland gehört zu keiner traditionellen Konfessionsgemeinschaft. Die in den letzten zehn Jahren gewachsenen Aktivitäten von Menschen, die sich hier aufgrund von religionskritischen Haltungen engagieren, sind Themenschwerpunkt der aktuellen „Spezial“-Ausgabe des Magazins.
Freitag, 25. April 2014

„Atheistische Weltdeutungen erfuhren in den letzten Jahrzehnten eine zunehmende öffentliche Resonanz“, schreibt Reinhard Hempelmann, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin, in seinem Beitrag unter dem Titel „Vision einer religionsfreien Welt“. Er zeichnet damit auch das Motiv für die kritische Auseinandersetzung mit den Organisationen und Einzelpersonen auf, die während der vergangenen Jahre mit eigenen Vorschlägen für Alternativen zum religiösen Glauben in der Öffentlichkeit erkennbar in Erscheinung getreten sind.

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Die Beiträge der „Spezial“-Ausgabe des Magazins, welches als Pflichtlektüre für die katholischen Eliten in Deutschland gilt, betrachten unter anderem Ansätze, Positionierungen und das Wirken namhafter Persönlichkeiten, die in dem Feld in einschlägiger Weise tätig waren: darunter die Wissenschaftler, Philosophen und Autoren, die als Protagonisten des sogenannten „Neuen Atheismus“ bekannt wurden: Richard Dawkins, Sam Harris und Daniel Dennett.

In den Blick stellen die Beiträge aber auch weniger prominente Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Raum, wie Michael Schmidt-Salomon, Herbert Schnädelbach, Joachim Kahl und Frieder Otto Wolf. Betrachtet und aus christlicher Sicht bewertet werden ebenfalls die Plädoyers von Franz-Josef Wetz und Alain de Botton. Der Philosoph Kurt Flasch, der mit seinem im Dezember 2013 veröffentlichten Buch „Warum ich kein Christ bin“ einige Aufmerksamkeit erregt hatte, kommt mit einem eigenen Beitrag zu Wort.

„Generell ist dem religionskritischen und humanistischen Feld in Deutschland ein inhaltlich wachsendes Niveau zu attestieren“, lautet ein Fazit des Religionswissenschaftlers Michael Blume zu den „Stärken und Schwächen der atheistischen Aktivisten“. Blume weist wie Reinhard Hempelmann auf die große Unterschiedlichkeit zwischen den Überzeugungen, den Haltungen und dem Wirken konfessionsfreier und nichtreligiöser Menschen hin. „Bei Humanisten und Religionskritikern, die bereits länger tatsächliche Verantwortung übernehmen, oder sich am öffentlichen Diskurs beteiligt haben, ist insgesamt eine Entwicklung zu mehr Differenzierung und sogar wachsenden, religionsbezogenem Respekt sichtbar.“