Direkt zum Inhalt

Bayern: Seminar zu Religionsfreiheit und Gefahren für den sozialen Frieden

Druckversion
Trotz der abnehmenden Bedeutung von Religionen für das Leben vieler Menschen scheinen die Konflikte in diesem Zusammenhang eher zuzunehmen. Dem widmet sich Ende Januar ein Seminar mit dem Titel „Religiöse und weltanschauliche Herausforderungen – Gefahren für den (sozialen) Frieden“.
Donnerstag, 28. November 2013

Ausnahmeregelungen für Beschneidungen männlicher Kinder, Diskussionen um die allgemeine Schulpflicht, wie etwa über die Teilnahme am Schwimmunterricht, Benachteiligung kopftuchtragender Lehrerinnen, die nicht verbeamtet werden – Beispiele aus den vergangenen Jahren finden sich viele.

Wo sehen wir die Herausforderungen und was können wir tun, um zum sozialen Frieden beizutragen? Wo sehen wir politische Entscheidungen gefordert, wo sind Gesetze anzupassen, um einerseits mehr Freiheit für Religion und Weltanschauung zu erlauben, aber wo ist andererseits strikter auf die Wahrung von Menschenrechten zu achten?

Diesen Fragen stellt sich das Seminar des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) vom 24. bis zum 26. Januar 2014 an der Franken-Akademie Schloss Schney. Zu den Referentinnen gehören unter anderem Renate Bauer, Landessprecherin der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz, und die Rechtsanwältin und DFW-Vizepräsidentin Swaantje Schlittgen. Zu den Diskussionen beitragen werden auch ein Vertreter des Zentralrats der Muslime und der Unionsparteien.

Und immer wieder sind auch Konflikte beim Recht auf sexuelle Selbstbestimmung auf religiöse Motive zurückzuführen. In anderen Ländern werden Blogger mit atheistischen Ansichten verfolgt, vom Staat und von Andersgläubigen. Sind diese Menschen asylberechtigt und können wir sie schützen? Was können dabei Gesetze und Gerichte erreichen? Und wie macht man den Unterschied zwischen dem Kampf gegen die Macht religiöser Institutionen im Staat und der Achtung anderer Religionen deutlich? Wie gelingt es, die Militanz aller Beteiligten zu mildern? Wie nimmt man der Religion und Weltanschauung die Bedeutung als vorrangig identitätsstiftendes Merkmal für Menschen?

Das dreitägige Seminar wird sich den vielfältigen Themen widmen, die im Spannungsfeld von Religion, Staat und Gesellschaft bis heute immer wieder teilweise große Relevanz für das Leben von Individuen und für die Bewahrung des sozialen Friedens gewinnen. Neben Vorträgen werden in Arbeitsgruppen konkrete Fragestellungen bearbeitet. Weitere Informationen zum Seminar erhalten Interessierte bei Alke Prem unter der Telefonnummer 089 6096255 oder der E-Mailadresse alke.prem@gmx.net. Um eine Anmeldung bis zum 31. Dezember 2013 wird gebeten.