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Studie „Loyal dienen“ als Buch erhältlich

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Diskriminierung durch kirchliches Arbeitsrecht: Die im vergangenen November veröffentlichte Studie zu den Auswirkungen der Loyalitätspflichten für Arbeitnehmer und Bewerber bei Diakonie, Caritas und Co. ist ab sofort in einer stark erweiterten Fassung im Buchhandel verfügbar.
Freitag, 30. August 2013

Von allen kirchlichen Privilegien ist das sogenannte kirchliche Arbeitsrecht, das Millionen von Menschen von Anstellungen als Ärztin, Altenpfleger, Hausmeister oder Verwaltungsangestellte ausschließt, wohl das größte Ärgernis. Dass in Sozialeinrichtungen, sobald sie in kirchlicher Trägerschaft sind, diverse Grundrechte für die Beschäftigten nicht mehr gelten, wird von vielen Menschen als andauernder Skandal empfunden.

Die Politologin Corinna Gekeler hatte im Zuge der Kampagne Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz untersucht, wer von derlei Diskriminierung alles betroffen ist und wie weit die Eingriffe ins Privatleben reichen.

35 direkt Betroffene schildern dabei, wie evangelische und katholische Einrichtungen Konfessionslose und Andersgläubige massiv ausgrenzen und wie katholische Arbeitgeber Druck auf Beschäftigte ausüben, deren Privatleben nicht ihren Moralvorstellungen entspricht. Sie berichten von Ablehnungen bei Bewerbungen, dass sie einen Kirchenaustritt nicht wagen beziehungsweise nur für eine Stelle wieder in die Kirche eingetreten sind oder dass sogar hinsichtlich einer Erwachsenentaufe Druck ausgeübt wurde.

Andere schildern, wie es ihnen mit dem Verheimlichen einer „unehelichen“ Schwangerschaft, Homosexualität und dergleichen geht. Corinna Gekeler befragte die Betroffenen direkt und trug zahlreiche Fälle aus Beratungsstellen, Medien, Stellenanzeigen und Urteilen zusammen. So entstand ein Bild über die vielfältigen und alltäglichen Auswirkungen der Loyalitätspflichten.

Autorin Corinna Gekeler kann zu Lesungen und politischen Veranstaltungen eingeladen werden. Informationen und Kontakt unter gekeler@gerdia.de. Zur Verlängerung der Kampagne Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz läuft noch bis zum 1. November ein Spendenaufruf.

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Ihre nun in einer stark erweiterten Fassung als Buch erschienene Studie gliedert sich in drei Teile. Die Politologin zeigt anhand konkreter Fälle die konkreten Dimensionen der Diskriminierung auf. Im zweiten Abschnitt erörtert sie die Rechtslage, die Sonderregelungen im Betriebsverfassungsgesetz und im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, aber auch innerkirchliche Richtlinien.

Dabei wird deutlich, dass es durchaus Möglichkeiten gibt sich zu wehren und dass derzeit Bewegung in die Rechtsprechung gekommen ist. Daran knüpft das dritte Kapitel an, das vor allem Stimmen aus der Politik zu Wort kommen lässt, die für eine Veränderung der momentanen Zustände eintreten.

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