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„Gut ohne Gott“-Spruch nicht abgelehnt: Hamburger Hochbahn rudert zurück

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Alles nur ein Missverständnis! Das ist der Tenor einer Stellungnahme der Hamburger Hochbahn zur Kontroverse um einen abgelehnten Werbeauftrag für den Humanistentag in Hamburg. Die ursprünglich geplanten Anzeigen werden demnächst zu sehen sein, heißt es.
Freitag, 26. April 2013

Die Zeit läuft: Werden die Hamburgerinnen und Hamburger doch noch eine „Gut ohne Gott“-Werbung für den Humanistentag zu sehen bekommen? Möglich scheint es jetzt, denn auch bei der Hamburger Hochbahn AG will man von einer Ablehnung eines entsprechenden Auftrages nun nichts mehr wissen.

Zuvor hatte bereits ein Sprecher der Anzeigenvermarkters STRÖER in einer Reaktion auf empörte Äußerungen von Beobachtern betont, dass man sich als „neutraler Werbevermarkter“ sehe.

Es hieß, für die überraschende Stornierung des Auftrages mit dem Slogan „Gut ohne Gott – Auf den Menschen kommt es an“ sei der Werberechtspartner, die Hamburger Hochbahn AG, verantwortlich. „Wir schalten gerne Werbung der Humanisten“, erklärte Unternehmenssprecher Marc Sausen.

Auch die Hamburger Hochbahn hat sich jetzt zum aufsehenerregenden Fall geäußert. Dort sieht man nun ein Missverständnis zwischen STRÖER und dem Verkehrsbetrieb der Hansestadt. Denn von der Hochbahn AG sei die Werbung nicht abgelehnt worden, so Pressesprecherin Maja Weihgold. Einer Veröffentlichung sei grundsätzlich zugestimmt worden, man habe lediglich die Veranstalter des Humanistentags um die Prüfung eines alternativen Mottos gebeten, „da wir erfahrungsgemäß mit ähnlichen Slogans erhöhte Fahrgastbeschwerden generieren.“

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Eine der Anzeigen, die in Kürze in den U- und S-Bahnen von Hamburg zu sehen sein sollen.

Leider sei es zu einer entsprechenden „Rückkopplung“ zwischen der Hochbahn und der STRÖER-Tochter Deutsche Städte Medien nicht mehr gekommen, erklärte Weihgold. Ein Veto habe es nicht gegeben. Man habe sich inzwischen mit den Veranstaltern des Humanistentags und STRÖER verständigt.

Vom Humanistentag wurde schließlich bestätigt, dass die Hochbahn die „Gut ohne Gott“-Werbung doch schalten wird. Der ursprüngliche Auftrag sei am Freitagnachmittag schriftlich bestätigt worden, sagte Björn Rumpp vom Organisationsteam. „Das ist ein Erfolg für uns“, freute sich auch Kai Pinnow, ebenfalls Mitglied des Teams. Sogar einen Rabatt soll es nun geben. Man sei dankbar über die öffentliche Unterstützung und zuversichtlich, dass in der Fahrgastwerbung des Hamburger Personennahverkehrs in Kürze die Hinweise auf die fünftägige Veranstaltungsreihe zu sehen sind.