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Humboldt-Universität zu Berlin erhält Institut für Islamische Theologie

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An der Humboldt-Universität (HU) soll ab 2018 ein Institut für Islamische Theologie eröffnet werden. Das teilten heute die HU und die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft mit. Das neue Institut wäre die sechste Einrichtung ihrer Art bundesweit.
Donnerstag, 14. Juli 2016

Bereits im nächsten Jahr stellt das Land Berlin für die Gründungsphase 500.000 Euro zur Verfügung. Die dauerhafte Finanzierung wird im Rahmen der Hochschulverträge über einen Sondertatbestand finanziert. „Mit dem neuen Studienangebot wird eine Lücke geschlossen. Gerade in Berlin ist der Bedarf an hier ausgebildeten Islamischen Theologen in vielen Bereichen vorhanden. Mit der Festlegung der Hochschule sind wir wieder einen großen Schritt weiter“, sagte Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft dazu.

Berlin wird damit der sechste universitäre Standort sein, an dem Islamische Studien in Deutschland angeboten werden, neben den Standorten in Münster, Tübingen, Osnabrück, Frankfurt/Gießen und Erlangen-Nürnberg. Ziel des Studiums ist die Vermittlung der wissenschaftlichen Grundlagen in islamischer Theologie zur Ausbildung von Imamen sowie die Qualifizierung von Studentinnen und Studenten für das schulische Lehramt. Im Wintersemester 2015/16 waren bundesweit mehr als 1800 Studierende in entsprechende Bachelor- und Master-Studiengänge eingeschrieben. Die meisten von ihnen streben laut Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ins schulische Lehramt, in die Sozial- und Gemeindearbeit sowie in die Wissenschaft.

HU-Präsidentin Sabine Kunst sagte, die Universität komme damit auch der steigenden Nachfrage nach Studiengängen in diesem Bereich nach. „Das Präsidium der HU hat im Grundsatz beschlossen, gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass an der HU ein Institut für Islamische Theologie eingerichtet werden kann“, so Kunst. „Gemeinsam mit den Gremien der Universität sowie den Glaubensgemeinschaften, Kirchen und Experten werden wir die Frage der Anbindung des Institutes an die Hochschule, aber auch die konzeptionellen Vorstellungen zu Forschung und Lehre intensiv diskutieren“, so Kunst weiter.

Im Frühjahr dieses Jahres hatte sich eine auf Initiative der Senatorin eingerichtete Arbeitsgruppe auf die Einführung eines Instituts für Islamische Theologie an einer Hochschule des Landes Berlin verständigt. In der Arbeitsgruppe wirkten Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Hochschulen und Senatsverwaltungen, der größten muslimischen Verbände in Berlin sowie Expertinnen und Experten bestehender Standorte für Islamische Theologie mit.

Nach derzeitiger Planung soll das Institut im Sommersemester 2017 eingerichtet werden. Der Studienbetrieb soll im Wintersemester 2018/19 aufgenommen werden. Dem Vorschlag des Wissenschaftsrates folgend, soll ein theologisch kompetenter Beirat etabliert werden.

HU-Präsidentin Sabine Kunst: „Die Einrichtung eines solchen Institutes ist für eine multikulturelle und multireligiöse Stadt wie Berlin notwendig. Es ist Aufgabe der Universität, gesellschaftliche Entwicklungen aufzunehmen und sie wissenschaftlich zu begleiten. Das gilt besonders für die HU, die gemäß ihrem Leitbild eine weltoffene Universität ist, an der verschiedene Lebensentwürfe und Kulturen aufeinander treffen.“ (idw/ap)