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Bayern: Humanisten blicken zurück auf ein erfolgreiches Jahr

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Auf der Jahreshauptversammlung des Humanistischen Verbandes Bayern in Nürnberg haben die Mitglieder ein erfolgreich verlaufenes Jahr Revue passieren lassen. So verzeichnete der Verband einen erneuten Mitgliederzuwachs. Dank abgeschlossener Bauprojekte und neuer Einrichtungen stieg außerdem die Zahl der Mitarbeiter weiter an.
Freitag, 5. Dezember 2014
Foto: HVD Bayern

Ein Höhepunkt war die Einweihung des modernen Neubaus für die Humanistische Grundschule.

Die Fortsetzung des Ausbaus des Betreuungsangebots stellte abermals einen Schwerpunkt der Aktivitäten dar. So entstanden in der Nürnberger Gartenstadt und im Stadtteil Thon, in der Fürther Neumannstraße und im Erlanger Stadtteil Alterlangen vier neue Kindertagesstätten mit insgesamt 248 Krippen- und Kindergartenplätzen. Im Juli konnte zudem der Neubau der bundesweit einzigartigen humanistischen Grundschule in Fürth auch offiziell eingeweiht werden. Im gleichen Monat gab es die bis dato größte Jugendfeier in Bayern: 61 Jugendliche nahmen an der weltlichen Alternative zu Konfirmation und Firmung im Musiksaal der Nürnberger Symphoniker teil – dabei bleibt aber weiterhin viel Luft zum Ausbau nach oben: in anderen Bundesländern nehmen jährlich viele tausend Heranwachsende und ihre Familien an Jugendfeiern teil.

Die zunehmende Präsenz des Humanistischen Verbandes Bayern spiegelt sich auch in der Entwicklung der Mitgliederzahlen wider. Diese stiegen weiter an und liegen nunmehr bei knapp 2.000 landesweit. Im Zuge der Ausweitung des Betreuungsangebotes wurden außerdem rund 60 neue Arbeitsplätze geschaffen. Im kommenden Jahr wird die Zahl der Beschäftigten die 200er-Marke deutlich überschreiten.

Inhaltlich befassten sich die Teilnehmer bei der Jahresversammlung aber nicht nur mit Zahlenwerk. Sie diskutierten auch die humanistischen Positionen zur laufenden Debatte um den assistierten Suizid, die in der kürzlich erschienenen Broschüre Am Ende des Weges zusammengefasst worden sind. Helmut Fink, Präsident des Humanistischen Verbandes Bayern, betonte, dass Humanistinnen und Humanisten davon ausgehen, dass Menschen in wichtigen Lebensfragen eigenverantwortlich entscheiden können. „Es ist nicht einzusehen, wieso dies bei den Umständen des eigenen Todes nicht mehr gelten sollte. Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung ist ein hohes Gut, dem sich auch konservative Politiker und Ärzte-Funktionäre nicht auf Dauer verschließen können.“

Als ein positives und wichtiges Angebot in der Region wurde auch die Entwicklung des Beratungsprojekts Schuldnercoaching gewürdigt, mit dem Menschen in finanziellen Notlagen eine Unterstützung durch ehrenamtliche Berater erhalten. Und seit dem Start der grundlegend erneuerten Onlinepräsenz im September können die bayerischen Humanisten hier nun ein zeitgemäßes und das zugleich modernste Erscheinungsbild aller Landesverbände vorweisen.

Auch im nächsten Jahr soll die Zahl der Einrichtungen und Projekte weiter wachsen. Voraussichtlich vier Kindertagesstätten werden in Nürnberg und Fürth eröffnet werden. Darüber hinaus wird mit VISITee ein Besuchsdienst für ältere und alleinstehende Mitmenschen seine Arbeit aufnehmen.