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Humanismus zwischen Dreadlocks und Haargel

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Drei Veranstaltungen der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg laden im November ein, über Anwendungen, Perspektiven und Grenzen humanistischer Ideen in der digitalen Gesellschaft zu diskutieren.
Donnerstag, 23. Oktober 2014

Humanismus ist in vielerlei Munde. Ein glatt geleckter ehemaliger „Bild“-Redakteur mokiert sich niveaugemäß über die Friseur des Friedenspreisträgers Jaron Lanier und bewirbt sich als digitaler Transhumanist: „Der Humanismus beginnt jetzt. Mit all den technischen und digitalen Möglichkeiten ist er noch mächtiger geworden. Wir sind nicht die Summe unserer Daten, die von Firmen und Staaten fleißig gesammelt werden. Die Menschheit kann mit Hilfe von Computern und Internet viel mehr sein – viel freier, kreativer und gerechter, als es sich Jaron Lanier vorstellen kann.“

Kritischere Geister werden über die Frisur und das Gebaren von Lanier hinwegsehen und sich stattdessen den Behauptungen des Netz-Aktivisten widmen, der Probleme und Schattenseiten nicht verschweigt und für einen „digitalen Humanismus“ streitet.

Jenseits von Technik-Enthusiasmus und -feindlichkeit ist auch das Veranstaltungskonzept der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg am 14. und 15. November 2014 in auf dem GLS Campus in Berlin angesiedelt.

Workshop „Digitale Selbstverteidigung“

Sie bringen Ihre eigenen Endgeräte wie Laptops und Tablets mit und erhalten praktische Anleitungen, wie Sie sich als User_innen eine möglichst weitgehende Selbstbestimmung bewahren und besser schützen können.

Vortrag „Humanismus und digitale Welt“

Der Vortrag hat einführenden Charakter und zeichnet eine Problemlandkarte derjenigen Gebiete, in denen ein zeitgenössischer Humanismus von den digitalen Entwicklungen betroffen ist und praktische wie politische Antworten finden muss.

Mit Rainer Rehak, Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung

Tagung „Humanistische Kritik am Transhumanismus“ 

Diese Problemstellung hat eminente praktische und politische Relevanz. Möchten Sie gerne in einer genetisch optimierten Gesellschaft leben? Was halten Sie davon, wenn jedes unzureichend funktionierende oder versagende Organ durch künstliche Bauteile ersetzt werden kann? Stellen Sie sich vor, Sie könnten Ihre geistige Leistungsfähigkeit durch neuronale Implantate derart steigern, dass Sie beim Lernen und Arbeiten nicht mehr ermüden? Und fänden Sie es nicht wunderbar, wenn währenddessen Ihre komplette Hausarbeit von intelligenten Robotern erledigt würde? Die Tagung thematisiert die Tagung die Frage nach humanistischen Grenzen einer Verbesserung des menschlichen Lebens.

Mit Dr. Stefan Lorenz Sorgner, Prof. Dr. Joachim Fischer, Prof. Dr. Enno Rudolph, Dr. Sorin Antohi

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