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Ethikunterricht – Humanistische Dienstleistungen – Vortragsprogramm

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Mitglieder des HVD Hessen berieten über Strategie und Projekte. Unterstützt wurden sie von Bundesvorstand Helmut Fink.
Mittwoch, 16. November 2011
HVD Hessen + Helmut Fink

Bundesvorstand Helmut Fink im Gespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden vom HVD Hessen Joachim Grebe.

Zum gegenseitigen Kennenlernen und zu Vorbereitung gemeinsamer Aktivitäten trafen sich am 5. November 2011 Mitglieder des jungen hessischen Landesverbandes in Hanau. An dem Treffen nahm auch Helmut Fink vom Präsidium des Bundesverbandes teil. Nachdem die hessischen Humanisten bislang fast hauptsächlich mit den Gründungsformalien beschäftigt waren, ergaben sich aus der breiten und angeregten Diskussion konkrete Vorhaben für die nächsten Monate.

Die Mitglieder sprachen sich für eine Überprüfung des Ethik-Unterrichts an den hessischen Schulen aus, der nach der Rechtslage für nichtchristliche Schüler als Ersatzunterricht angeboten werden soll. Insbesondere soll den Fragen nachgegangen werden, welche Inhalte vorgeschrieben sind und de facto angeboten werden, wie die Lehrkräfte qualifiziert sind und wie die schülerseitige Nachfrage quantitativ abgedeckt wird.

Ob die Forderung nach einem staatlichen Ethik- und Religionskundeunterricht für alle Schüler – zusätzlich zu dem Religionsunterricht und Religionsersatzunterricht – sinnvoll sein könnte, um den Dialog zwischen den Religionen und Weltanschauungen schon im Schüleralter zu fördern, wurde kontrovers diskutiert. Hier bliebe zu klären, ob politische Parteien und Religionsgemeinschaften für eine solche Position gewonnen werden könnten. Die Realisierung eines Lebenskunde-Unterrichts nach Berliner Muster hätte aus Verbandssicht den Vorteil, dass auch mehr Gestaltungsspielräume für den Verband entstünden. Zweifelsfrei setzt eine solche Forderung aber einen höheren Organisationsgrad voraus, als er kurz nach der Gründung des HVD Hessen gegeben ist.

Über eine Positionierung des Landesverbandes soll nach einer gründlichen Aufbereitung der hessischen Rechts- und Erlasslage sowie einer Auseinandersetzung mit den im Bundesverband existierenden Positionen zu den Themen Lebenskunde und Ethik für alle auf der nächsten Mitgliederversammlung im März 2012 entschieden werden.

Aus dem Bereich der sozialen Dienstleistungen, sollen folgende Projekte näher betrachtet werden: 
Es erscheint sinnvoll, interessierte Mitglieder für die Humanistische Beratung zu qualifizieren. Auch für das Thema Patientenverfügung wären solche Schulungen und entsprechende Informationsangebote hilfreich. Hinsichtlich der Passagenrituale erscheint es im ersten Schritt lohnend, jeweils vor Ort eine Liste von geeigneten – bereits unabhängig tätigen - Personen für die Trauerbegleitung und Beerdigungen aufzustellen, um interessierte Kreise auf entsprechende weltliche Angebote aufmerksam machen zu können. 
Ansonsten muss noch genauer analysiert werden, welchen Bedarf es in Hessen für spezielle humanistische Sozialprojekte geben könnte, die nicht de facto schon von den weltlichen Trägern der Wohlfahrtspflege (AWO, Lebenshilfe und dergleichen) ausreichend abgedeckt werden.

Für die zukünftige Öffentlichkeitsarbeit wurden einige Vortragsveranstaltungen angedacht, die ggf. auch in Kooperation mit anderen säkularen humanistischen Organisationen gemeinsam durchgeführt werden könnten. Es wurde in Aussicht gestellt, im nächsten Jahr zwei bis drei Vortragsveranstaltungen an verschiedenen Orten in Hessen zu organisieren. 
Über die Homepage des HVD Hessen sollen verstärkt aktuelle eigene Stellungnahmen verbreitet werden, aber auch – einfachheitshalber – Hinweise und Links zu aktuellen Stellungnahmen des Bundesverbandes und z.B. des Humanistischen Pressedienstes. Einige der anwesenden Mitglieder sprachen sich auch dafür aus, dass die Überarbeitung des Humanistischen Selbstverständnisses auf der Bundesebene auch leichtverständliche Texte für „Jedermann" oder spezielle Zielgruppen hervorbringen würde, so wichtig ein mehr wissenschaftlich philosophischer Text als Grundlage auch sein mag.