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„Gefällt mir“: Streitschlichter und Junior-Helfer

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Ein humanistisches Grundschulprojekt steht seit heute im Onlinewettbewerb um möglichst viele Stimmen von Facebook-Benutzern. Für das Gewinnerprojekt sind 2.500 Euro Preisgeld ausgeschrieben.
Montag, 12. November 2012
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Mehr als nur eine Quasselbude: So sieht auch die Sparkasse im bayerischen Fürth das soziale Netzwerk Facebook und hat sich einen Wettbewerb ausgedacht, bei dem es um 2.500 Euro Preisgeld geht. „Gut. Für Deinen Verein“ heißt der Wettbewerb, bei dem sich die Sparkasse für die Förderung von Kultur, Sport und Sozialem einsetzen will. Für die Teilnahme beworben hatten sich rund zwei Dutzend regionaler Vereine und Initiativen. Darunter auch das Projekt „Streitschlichter und Junior-Helfer“ der Humanistischen Grundschule in Fürth.

Denn ein zentrales Ziel der humanistischen Pädagogik ist, die Schülerinnen und Schüler zu einem selbstbestimmten, eigenverantwortlichen Handeln anzuregen. Franziska Ernst, Direktorin der Schule: „Deshalb gestalten die Kinder den Schulalltag aktiv mit und lernen so, sich für alle zu engagieren und üben zivilgesellschaftliches Engagement ein.“ Unter anderem das Projekt „Schau hin!“ fördert das im Rahmen der Kinder-Uni ganz gezielt. Es ist aber nicht das einzige.

Eigenverantwortliches und solidarisches Verhalten vermittelt auch der Kurs Junior-Helfer, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler zu Schulsanitätern ausbilden lassen können und dann natürlich auch gleich ihr erlerntes Wissen auf dem Pausenhof in die Praxis umsetzen. Dort lernen sie, wie Unfälle vermieden werden können und Erste Hilfe zu leisten ist. Pflasterverband, Notruf, Bauchschmerzen, Kopfverletzungen, Bewusstlosigkeit, Verbrennungen, Knochenbruch und starke Blutungen stehen da im Mittelpunkt. Die Kinder haben großen Spaß beim Verbinden, Lagern und „schwerverletzt spielen“, weiß auch Franziska Ernst: Denn das „Erwachsenenwissen“ rund um das Thema Notfall nehmen sie wissbegierig auf.

Talente entfalten

Motto der humanistischen Schulprojekte in Bayern

Und kommt es im Pausenhof, im Unterricht oder auf den Gängen zu Gerempel, Streit oder unfairem Verhalten, dann treten gewählte Streitschlichter auf den Plan. Sie sind neutrale Vermittler zwischen den Streithähnen. In der Ausbildung durchlaufen sie den klassischen Mediationszyklus und lernen dabei, Probleme klar zu benennen, unterschiedliche Rollen zu identifizieren und eine Lösung zu erarbeiten. Diese wird mit den Streithähnen nach einer bestimmten Zeit nochmals auf ihre Umsetzung hin durchgegangen. Die Kinder bringen Praxisbeispiele aus ihrem Schulalltag in die Ausbildung mit und erproben sich eifrig in Rollenspielen. Ihre Verantwortung und Rolle als Streitschlichter nehmen sie sehr ernst und bauen diese Fähigkeiten in ihre praktische Lebensumwelt ein.

Beide Projekte sind nun auch im Rennen um das Preisgeld des Onlinewettbewerbs, bei dem der blaue „Gefällt mir“-Daumen des populären Netzwerks Facebook eine wichtige Rolle spielt. Denn die Menge der von den Benutzern abgegeben „Likes“ spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung der Jury, wohin die 2.500 Euro schließlich gehen werden.

Wer sich bei Facebook registriert hat, kann nun seit Montag unter dem Link zur Vorstellung des Projekts der humanistischen Grundschule bei Facebook dafür abstimmen. Entscheidend wird schließlich sein, dass bis zum 26. November möglichst viele Benutzer ihren sozialen Daumen für die Streitschlichter und Junior-Helfer erhoben haben und so der Jury zeigen: Das gefällt mir.