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Was denken säkulare Humanisten über Papst Franziskus?

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Charmeoffensive aus der katholischen Kirche: Seit seiner Wahl zum Papst hat der Argentinier und Jesuit Jorge Mario Bergoglio Gläubige und Nichtgläubige gleichermaßen überrascht. Papst Franziskus gibt sich bescheiden und verzichtet auf Prunk, erinnert deutlich an das Leiden von armen und kranken Menschen. Humanisten sind trotzdem teilweise zutiefst skeptisch.
Dienstag, 26. November 2013
Foto: Blog do Planalto / Flickr / CC-BY-SA

Franziskus bezaubert sogar Kirchenkritiker und bekennende Atheisten. Wie schafft er das bloß? Foto: Blog do Planalto / Flickr / CC-BY-SA

Einige Aufmerksamkeit erhielt Franziskus bereits vor mehreren Monaten, als er ein Gala-Konzert durch seine Abwesenheit würdigte – der leere Stuhl sollte laut Medienberichten das Zeichen setzen, dass er Besseres zu tun habe als pompöse Veranstaltungen durch seinen Besuch zu ehren. Mehr Zustimmung auch bei Außenstehenden weckte der neue Papst durch den Besuch der Flüchtlingsinsel Lampedusa, kurz nachdem das Kentern eines Flüchtlingsschiffes wenige Meilen vor der Küste den Tod Hunderter zur Folge hatte. Erhebliches mediales Aufsehen erregte Franziskus dann Anfang November: Während einer Generalaudienz auf dem Petersplatz nahm er einen von einer seltenen Hautkrankheit gezeichneten Mann in seine Arme. Und vor wenigen Tagen gingen erneut Bilder um die Welt, auf denen der Papst zu einem stark entstellten Gläubigen spricht und ihn segnet.

Setzt der neue Papst Zeichen für einen wirklichen Wandel im Habitus der Kirche oder sind die  Auftritte nicht mehr als bloße PR? Norbert Denef, Gründer des Vereins gegen sexuellen Missbrauch netzwerkB, stieß mit seinen Plan zur Versöhnung von Missbrauchsbetroffenen und katholischer Kirche jedenfalls bisher auf taube Ohren: „Krankenhaus statt Papstaudienz“ betitelte der Journalist Christian Füller seinen Bericht zum erfolglosen Versuch von Norbert Denef am 6. November, ebenfalls mit Franziskus in das Gespräch zu kommen. Dass der neue Papst aber auch bei Atheisten lobende Worte finden kann, dokumentierte der Mitherausgeber des CNN-Blogs „Belief“ vor wenigen Wochen anhand von Kurznachrichten bei Twitter.

Doch was denken Humanistinnen und Humanisten aus aller Welt über das neue Oberhaupt der katholischen Kirche? Wird Franziskus seine Kirche verändern und was bedeutet das für die Menschen mit einer nichtreligiösen Weltanschauung? diesseits hat sich umgehört und traf auf unterschiedliche Einschätzungen.