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Buzz Aldrin sieht Sprung in den Kosmos als unverzichtbar für das Überleben der Menschheit

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„Ihr verspracht mir Marskolonien, stattdessen bekam ich Facebook“ – Mit einem Aufruf zur Lösung der wirklich großen Probleme hat sich der ehemalige Raumfahrer Buzz Aldrin an Wissenschaftler und Ingenieure auf der Erde gewandt.
Sonntag, 18. November 2012
Titelbild Technology Review

Den Ruf nach einer Renaissance des Aufbruchs in die Weiten des Weltraums verfasste der pensionierte NASA-Astronaut vor kurzem für das Innovationsmagazin Technology Review.

In seinem Beitrag plädiert der 82-jährige Aldrin, der am 20. Juli 1969 nach Neil Armstrong als einer der ersten Menschen die Mondoberfläche betrat,  für die Einsicht, dass die Besiedlung des Weltraums eine ernstzunehmende Herausforderung für die Menschheit sein sollte.

Die Wiederaufnahme der bemannten Raumfahrt sei von essenzieller Bedeutung für unser Überleben und so stünden NASA und andere Raumfahrtorganisationen vor der Entscheidung: „Wollen wir um die schwindenden Ressourcen des geschlossenen Systems Erde konkurrieren – oder zusammenarbeiten, um die unbegrenzten Ressourcen des Weltraums zu erschließen?“

Erst im Mai appellierte er in einem vielgelesenen Blogeintrag bei der Huffington Post an sein Land, erneut eine Pionierrolle in der bemannten Raumfahrt zu übernehmen und sprach sich für den Aufbau von Außenstationen der Menschheit auf dem Mars oder seinem Mond Phobos aus, formulierte grundlegende Gedanken zu Fragen der Machbarkeit.

Warum es für die Menschen so schwierig ist, große Probleme zu lösen und echte Herausforderungen zu bewältigen, damit beschäftigte sich zur gleichen Zeit ein langer Aufsatz des leitenden Redakteurs von Technology Review, Jason Pontin. Er widersetzte sich darin dem Glauben, dass etwas großes wie die Besiedlung des Weltraums nicht machbar sei. Als entscheidende Dinge sieht er, dass politische Entscheidungsträger und Allgemeinheit ein Problem ernst nehmen und es lösen wollen, es bedürfe der Unterstützung durch die staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen. Schließlich sei erforderlich, dass es sich um ein verstehbares technologisches Problem handele.

Humanistische Perspektive: Was denken Sie über den Aufruf von Buzz Aldrin? Ist es sinnvoll und machbar, eine Erkundung und Besiedlung des Weltraumes ernsthaft in Angriff zu nehmen? Oder gibt es schwerwiegende Einwände, die dagegen sprechen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an redaktion@diesseits.de!

Die Zeichen der Zeit zeigen auf eine Veränderung: Die USA haben das Space-Shuttle-Programm eingestellt, die zuletzt außer Betrieb genommene Raumfähre „Atlantis“ am Novemberbeginn im Besucherzentrum des Kennedy Space Centers abgeliefert. Wie es mit der Raumfahrt in Zukunft weitergehen soll, ist weitgehend offen. Und auch in Europa schlägt die Wirtschafts- und Finanzkrise den Fortschritt zurück. Spiegel Online berichtete erst am Freitag, dass wegen fehlender finanzieller Mittel sogar die unbemannte Mission des „Lunar Landers“ zum Mondsüdpol gestrichen werden muss.

In seinem Aufsatz, der beim deutschsprachigen Ableger von Technology Review in ganzer Länge zu lesen ist, ruft Buzz Aldrin auch deshalb zu einem Umdenken bei der Raumfahrt auf: „Immer wieder haben globale Ereignisse das Leben auf der Erde bedroht. Und neue Bedrohungen, die wir nicht vorhersagen können, sind unvermeidlich. Wollen wir das Überleben unserer Art sichern, müssen wir einen überfälligen Schritt wagen, so wie es unsere Vorfahren vor langer Zeit taten. Wir müssen neue Welten erkunden und besiedeln.“