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Vegan für Anfänger: Im Alltag angekommen

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Beim dritten Bericht über den vorweihnachtlichen Veganismus-Selbstversuch zeigt sich, dass trotz der Hürden beim ersten Einkauf ein veganer Speiseplan schon nach wenigen Tagen ohne besondere Einschränkungen machbar ist.
Mittwoch, 7. November 2012

Jetzt möchte ich Ihnen also über meinen ersten Eindruck zu der bedeutenden Frage berichten, wie die vegane Lebensweise auch unkompliziert in den Alltag integriert werden kann. Zugegeben, es ist ein kleines bisschen mehr Planung und Organisation von Nöten als normalerweise. Aber trotzdem in jeder Hinsicht zeitlich machbar.

Der Tag, den ich Ihnen jetzt vorstelle, hat um dreiviertel sieben begonnen. Der erste Teil meines Arbeitstages im Labor geht von 8 Uhr bis 13.30 Uhr. Nach einer Stunde Mittagspause gibt es bis um etwa 17.30 Uhr erneut Forschungsarbeit im Labor zu tun, mit einer weiteren Pause zwischendurch. Um 20 Uhr heißt es dann: Ab zum Sport und zwischen 22 Uhr und Mitternacht wurden noch Dinge für die Uni erledigt.

Frühstück: Tofurührei

Die Zubereitung vom Tofu-Rührei ist innerhalb von nur zehn Minuten erledigt und man hat ein nahrhaftes und sehr sättigendes Frühstück. Man zerbröselt etwa 200 Gramm Naturtofu. Nebenbei lässt man etwas Olivenöl in der Pfanne erhitzen. Gleichzeitig wird Wasser und z.B. Erdnussmus in einer kleinen Schale cremig gerührt. Danach den zerbröselten Tofu und Kurkuma – letzteres sorgt für die gelbe Farbe des Tofus –  etwa drei bis vier Minuten scharf anbraten.  

Tofu-Rührei

Tofu-Rührei, Zubereitungszeit: 10 Minuten. Guten Morgen!

Mit Salz und Pfeffer nach Belieben würzen. Zum Schluss mit der Wasser-Erdnussmus-Suspension ablöschen. Das „Rührei“ auf Vollkornbrothälften, die vorher mit Sojabutter bestrichen wurden, verteilen und noch ein oder zwei geviertelte Tomaten hinzugeben. Für den Koffeinschub kann entweder zum althergebrachten Kaffee gegriffen werden. Ansonsten ist eine Empfehlung von mir: Matcha-Tee.

Mittags: Mensa

In der Mensa der Universität gibt es zwar mittlerweile vegetarische Gerichte, aber diese sind für Veganer vollkommen ungeeignet. Also ab an die Salatbar und die Schüssel randvoll füllen mit allem, was einem schmeckt z.B. Möhrensalat, Kidneybohnen oder Oliven. Die Auswahl ist hier nicht beschränkt. Mit Ausnahme des Dressings, wofür meisten Joghurt als Grundlage verwendet wird.

Tofu-Salat

Mensa-Salat aufgepeppt: Tofu mit gerösteten Kürbissamen und Kokosraspeln mit Kurkuma gewürzt. Vorbereitungszeit 5 bis 8 Minuten.

Doch auch dem kann Abhilfe geschaffen werden. Den Tag zuvor habe ich mir in einer Pfanne Tofuwürfel – wer es besonders deftig mag, dem empfehle ich die Verwendung von Räuchertofu – mit Kürbissamen und Kokosraspeln angebraten. Gewürze können nach Geschmack ausgewählt werden. Die Zubereitungszeit beträgt nicht einmal zehn Minuten. Danach werden der zusammengestellte Salat und die vorbereiteten Tofuwürfel einfach miteinander vermengt. Innerhalb kurzer Zeit wird somit auch der trockenste Salat zu einer ausgewogenen und leckerschmeckenden Köstlichkeit.

Für den Hunger zwischendurch

Wer am Nachmittag den Hunger auf etwas Süßes verspürt, dem empfehle ich Obst in jeder Form und Farbe. Entweder als leckeren Obstsalat mit Rosinen und Zitronensaft angemacht oder einfach mal in einen knackigen Apfel beißen.

Zum Abend

Die Zubereitung des Abendbrots kann ruhig etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, sofern man sich die Zeit gönnen möchte. Für mich hat das Kochen etwas Entspannendes und ich kann mich währenddessen vom Rest des Tages erholen. An diesem Tag habe ich mich für Nudeln mit Tomatensoße entschieden.

"Bolognese" vegan.

Die Vollkornnudeln aus Hartweizengrieß werden gemäß der Packungsangabe al dente gekocht. Für die Soße wird wieder Naturtofu zerbröselt und in einem Topf mit ordentlich Olivenöl angebraten. Nach vier bis fünf Minuten min gibt man klein geschnittene Zwiebeln und Knoblauch dazu und brät alles für weitere ein bis zwei Minuten. Anschließend gibt man entweder frische Tomaten oder Tomaten aus Dose hinzu. Vermengt alles mit Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Oregano und Basilikum und löscht zum Schluss alles noch mit einem Schuss Rotwein ab. Bereits nach 20 bis 25 Minuten steht ein leckeres Essen zum Verzehr bereit. Das dazugehörige Glas Rotwein rundet die Sache ab.

Geht nicht gibt's nicht!

Ich war selbst ganz überrascht, das mit etwas Planung die vegane Ernährung wunderbar in den Alltag zu integrieren ist. Zwar wird etwas mehr Zeit zum Kochen benötigt, aber es schadet dem Fernseher nichts, wenn dieser mal eine Stunde weniger am Tag läuft. Kochen bringt außerdem der gesamten Familie oder Wohngemeinschaft viel Freude und es gibt doch nichts Herrlicheres, als mit seinen Liebsten und Freunden gemeinsam ein köstliches Mahl zu genießen. Probieren Sie es selbst aus!