Insgesamt sind Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge weltweit bis zu 140 Millionen Mädchen und Frauen, vor allem in afrikanischen Ländern wie Somalia, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Guinea, Eritrea und Mali, von Genitalverstümmelung betroffen. Die meisten seien zum Zeitpunkt des Eingriffs nicht einmal 15 Jahre alt, teilte die Stiftung Weltbevölkerung mit. Bei der grausamen Praktik der Genitalverstümmelung, die in vielen Kulturen als wichtiges Initiationsritual gilt, wird die Klitoris teilweise oder vollständig entfernt. In besonders gravierenden Fällen wird die Vagina zugenäht und nur eine kleine Öffnung belassen. Meist wird der Eingriff von Laien, ohne Narkose und mit einfachen Hilfsmitteln wie Glasscherben oder Rasierklingen durchgeführt. Für die Frauen und Mädchen bedeutet die Genitalverstümmelung neben lebenslangen Traumata oft Infektionen, Blutungen und Komplikationen bei der Geburt, die zum Tod führen können. Am heutigen Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung machen verschiedene Organisationen auf diese Fakten aufmerksam.