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Spielen als pädagogisches Mittel - Ein Praxishandbuch

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Die Praxismappe „Spielen macht Sinn“ ist ein gelungenes Material, dass den Unterricht bereichert und wichtige Argumente liefert, warum das Spiel als didaktisches Mittel im Unterricht seine volle Berechtigung hat.
Montag, 25. Juni 2012
Handbuch Spielen macht Sinn

Welches Spiel werden wir heute in Lebenskunde spielen? Diese Frage stellen viele Lebenskundelehrer den Schülern zu Beginn einer Stunde. Mit dem Praxisbuch Spielen macht Sinn erhalten sie umfangreiches Material, um den Lebenskundeunterricht noch interessanter zu gestalten und zugleich Argumentationshilfen zu liefern, weshalb das Spielen im Unterricht  unter pädagogischen Aspekten wertvoll ist. Zusammengetragen wurden die Spiele von der im Jahre 2010 viel zu früh verstorbenen Niederländerin Tryntsje de Groot, die sich jahrzehntelang um die Förderung des humanistischen Unterrichts, nicht nur in den Niederlanden, verdient gemacht hat. Wer sie selbst einmal in Seminaren erleben durfte – eine lebensfrohe sympathische und fachlich überaus kompetente Frau – der weiß um die Berechtigung für dieses Buch. Leider war es ihr nicht vergönnt, die deutsche Ausgabe mitzugestalten. So war es sicherlich nicht einfach, den Text adäquat zu übersetzen, insbesondere bei hierzulande meist unbekannten niederländischen Spielen.

Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte. Im ersten Teil werden Möglichkeiten des Einsatzes spielerischer Elemente im Lebenskundeunterricht vorgestellt. Es werden die Entwicklung sozialer und moralischer Kompetenzen, das Spiel, die Sprache und das Lernen im Spiel thematisiert. Nicht unwichtig sind die ausführlich dargestellten Spielregeln, die einen geordneten Ablauf im Unterricht gewährleisten. Wie man Spiele im Rahmen gruppendynamischer Prozesse präsentiert, verdeutlicht der zweite Teil. Das kann zu einer positiveren Entwicklung des Gruppenklimas, etwa durch Förderung des Vertrauens, der Erhöhung der Konzentration und zu einer Verminderung der Aggression führen. Im letzten Teil wird anhand von Spielen veranschaulicht, wie man diese im Rahmen bestimmter Themen einsetzt - etwa der Diskriminierung, des Verliebtseins oder der Freundschaft. Am Ende des Buches gibt es Beilagen zu einzelnen Spielen, die man im Unterricht sofort anwenden kann.

Tryntsje de Groot

Mit 62 Jahren viel zu jung verstorben. Die niederländische Vordenkerin eines humanistischen Lebenskundeunterrichts Tryntsje de Groot | Foto: www.humanistischverbond.nl

Einerseits ist es sehr erfreulich, dass Kinder mit Interesse und Begeisterung den Lebenskundeunterricht besuchen, andererseits soll dieser aber nicht als simple Spielstunde tituliert werden. Sammeln die Kinder dabei doch wichtige Erfahrungen und ihre eigenen sozialen Kompetenzen werden gestärkt. Besonders für kleinere Gruppen geeignet, bekennt sich die Autorin zum Spiel als Ressource im Unterrichtskontext. Und das nicht etwa verschämt, sondern offensiv und pragmatisch, entsteht doch daraus eine pädagogisch wertvolle Qualität.

Die Gestaltung des Buches ist sehr gut gelungen, die Inhalte laden zum Einsatz in der Praxis ein. Wie schon im niederländischen Lehrplan für den humanistischen Unterricht überzeugt auch diese übersetzte Ausgabe durch klare Strukturen, die einen praktischen Einsatz für den Unterricht sofort ermöglichen. Die deutsche Fassung haben Patricia Block und Jaap Schilt behutsam redaktionell bearbeitet. Der Lebenskundelehrer kann einzelne Themen herausgreifen und sofort für den Unterricht nutzen. Positiv ist auch, dass sich Spiele für Klassen der Oberstufe finden, die sonst eher zu kurz kommen.

Spielen macht Sinn, ein Praxishandbuch, das sowohl seinem Titel als auch seiner Bezeichnung voll und ganz nachkommt, auch über den Lebenskundeunterricht hinausblickt und daher jeder pädagogisch tätigen Person in Schule und Kita in die Hand zu empfehlen ist.

Tryntsje de Groot: Praxisbuch Spielen macht Sinn. Formen des Spiels und deren Reflexion im Humanistischen Lebenskundeunterricht. Humanistischer Verband Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg. 157 S. 12,- Euro. Bestellungen per E-Mail hier.