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Presseschau: Humanist Perspectives 2/2013

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Die aktuelle Ausgabe von „Humanist Perspectives“, dem Magazin der kanadischen Humanisten, beschäftigt sich unter anderem mit dem Wesen des freien Willens und mit der Existenz einer Seele.
Mittwoch, 11. September 2013
Humanist Perspectives 2-2013

Die meisten Menschen nehmen an, dass sie einen freien Willen haben. Sie gehen davon aus, dass sie rationale und autonome Wesen sind mit der Fähigkeit, echte Entscheidungen zu treffen. Für Humanisten ist der freie Wille natürlich besonders wichtig. Aber was ist eigentlich der freie Wille? Ist er ein Fakt oder vielleicht doch eine Einbildung, eine Fiktion? Diese und andere Frage stellen die kanadischen Humanisten in der aktuellen Ausgabe ihres Verbandsmagazins Humanist Perspectives.

Für Humanisten ist der freie Wille die Grundlage jeden ethischen Verhaltens. Ein Anzweifeln der Existenz eines freien Willen würde den Humanismus als solchen in Frage stellen. Aber was wäre, wenn der freie Wille tatsächlich nicht existiert? David Reeve schreibt in seinem Leitartikel, dass es eine schreckliche Ironie der Dinge wäre, wenn Humanisten an einen freien Wille „glaubten“, der womöglich eine Illusion ist. David Reeve hat einen Großteil seines Berufslebens an der Universität in Toronto damit verbracht, darüber nachzudenken, ob es einen freien Willen gibt. Er wirft in seinem Artikel einen Blick auf verschiedenen Probleme und Deutungen des Konzepts Freier Wille.  

Der John K. Nixon wirft in seinem Beitrag „Wer bin ich?“ verschiedene Aspekte der menschlichen Existenz auf. Dabei geht er durchaus auch auf Fragen des freien Willens ein. Wie steht der in Verbindung mit der Existenz einer Seele und inwiefern beeinflusst die Annahme einer solchen Existenz die eigene Haltung zur Frage, was nach dem Tod mit der Seele passiert. Am Ende geht es Nixon um das große Ganze, den Sinn des Lebens.

Außerdem beschäftigt sich die Sommerausgabe des Magazins mit dem Problem einer verinnerlichten „Atheophobia“, die auch unter Nicht-Gläubigen und Humanisten bestehe, schreibt David Rand unter dem Titel „Der Ärger mit den Humanisten“. Rand ist Präsident der atheistischen Freidenker und kritisiert in seinem Artikel Gewohnheiten, die eine Abneigung gegenüber Atheisten ausdrücken. Für Humanisten gebe es zwei Gründe, dass sie sich von Atheisten distanzieren. Der erste besteht darin, dass Atheismus eine Negation beinhaltet, Humanisten aber positiv eingestellt sein wollen. Der zweite Grund, warum sie sich von Atheismus distanzieren, läge in der häufigen unberechtigten Gleichsetzung des Atheismus mit dem Kommunismus – vor allem in den USA immer noch ein starkes Thema. Objektiv gesehen stelle der Atheismus den wesentlichen Kern des Humanismus dar, so Rand, ohne den der Humanismus in die Leere stürzen würde. Glücklicherweise gäbe es aber zunehmend mehr Humanisten, die ihren Atheismus vollständig annehmen.

Dies und mehr lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des kanadischen Magazins Humanist Perspectives, das jetzt auch einzelne Beiträge online zur Verfügung stellt.