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Wieso? Weshalb? Warum?

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Mit Hilfe des Fragegartens können Lehrer schon mit kleinen Kindern philosophische Übungen spielerisch absolvieren.
Mittwoch, 25. Mai 2011

Unser Kinder- und Familienseitenredakteur Hans-Joachim Müller macht in der aktuellen Ausgabe des diesseits-Magazins deutlich, wie wichtig es ist, auf Kinderfragen einzugehen. Beim Fragen stellen und Antworten suchen ist man nicht allzu weit vom Philosophieren entfernt, schreibt Müller in seinem Beitrag, in dem er dem Fragebedürfnis von Kindern und Jugendlichen nachgeht?

Darin heißt es:

Fragen entstehen vor dem Hintergrund einer ästhetischen Empfindung, die über den Weg sinnlicher Wahrnehmungen ein staunendes Verweilen auslöst. Im Fragen wird Kultur nicht durch Gewöhnung, sondern in einer reflexiven Weise angeeignet. Wecken also jene Fragen Interesse, auf die wir Erwachsene bereits die vermeintlich „richtige" Antwort parat haben, oder geht es eher um jene Fragen, die auch uns zum Nachdenken veranlassen und die eher eine Einladung zum Dialog, denn eine Herausforderung zum Monolog bedeuten? Das Fragen lehren - im Unterschied zum Antwort geben - könnte sich auf diesem Hintergrund als Kernstück des Philosophierens bezeichnen lassen.

Philosophieren mit Kindern

© U. Körner

Gerade in einer Welt, in der nur noch unmittelbare und vorgefertigte Lösungen verlangt werden und Fragen, die sich auf scheinbar Unlösbares richten, unbequem geworden sind, sei es wichtig auch mit Kindern zu philosophieren und das Fragen stellen, ständig zu trainieren. Die Schule bietet dafür die perfekte Umgebung. Hans-Joachim Müller entwarf auch gleich ein kreatives Spiel dazu, den sogenannten „Fragegarten".

Das Spiel funktioniert wir folgt:

Die Lehrkraft betritt die Klasse und läutet eine Glocke. Wer darin eine „Stille-Signal" vermutet, irrt! Die Schülerinnen und Schüler greifen zu Stift und einem Blatt Papier. Sie notieren eine Frage, die sie schon lange bewegt, die ihnen wichtig erscheint, über die sie bereits länger nachgedacht, auf die sie aber noch keine Antwort gefunden haben. Nach einer angemessenen Frist sammelt die Lehrkraft die Zettel ein. Zu Hause werden alle Fragen auf je eine Pappkarte übertragen. Am nächsten Tag werden die Pappkärtchen mit Bindfäden an der Decke des Klassenzimmers befestigt. Ein Schüler erfand dafür die Bezeichnung „Fragegarten". Jede Woche wird eine Frage geerntet und bestimmt den Inhalt des Unterrichts. Die Kinder des 3. Schuljahres schrieben 45 (!) Fragen auf ihre Zettel. Davon hatten drei etwas mit dem zu tun, was wir „Unterrichtsstoff" nennen.

Die Redaktion von diesseits greift diese Idee auf und ruft Leserinnen und Leser im Kindes- und Jugendalter auf, eine Frage für unseren Fragegarten an die Redaktion zu senden. Wir veröffentlichen einen Fragegarten und laden unsere Leserschaft sich, sich in Antworten zu versuchen.