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Workshops, Wasserschlachten und Guerilla-Skeptizismus bei Wikipedia

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Mit dem European Young Humanists Summer Weekend gab es vor kurzem das zweite große internationale Event in diesem Jahr nach der Humanist East European Conference, die im April in Bukarest stattgefunden hat.
Freitag, 21. August 2015
Foto: IHEYO

Vom 7. bis 10. August trafen sich knapp 100 Mitglieder humanistischer Organisationen aus gut zehn Ländern für das Summer Weekend auf einem Bauernhof mit Gästehaus in Esbeek (südliche Niederlande). Das ganze Wochenende über gab es ein gutes Programm mit Vorträgen und Workshops, aber auch Freizeit und Entspannung. Diese Mischung sorgte dafür, dass man mit vielen, aber nicht zu vielen neuen Informationen versorgt wurde, und noch genügend Zeit und Energie für andere Gespräche und Diskussionen hatte. Bis in den Nachmittag hinein gab es Beiträge verschiedener Personen aus humanistischen und anderen Organisationen, danach wurde weiterdiskutiert, sich unterhalten, und außerdem das Außengelände für Volleyball, Wasserschlachten und Lagerfeuer genutzt.

Einen der vielen interessante Beiträge bot Leon Korteweg, ein Vorstandsmitglied des niederländischen Freidenker-Verbandes De Vrije Gedachte. Neben seiner Tätigkeit in dem Verband ist Leon aktiv in einer Gruppe namens Guerilla Skepticism on Wikipedia, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Inhalte der Wikipedia mehr im Sinne der Skeptiker-Bewegung zu gestalten. Dazu gehören neue Artikel über einflussreiche HumanistInnen, FreidenkerInnen usw., aber auch das Editieren von Artikeln, die z.B. mit übernatürlichen Geschehnissen nicht objektiv umgehen. Dabei stützt die Gruppe sich stets auf gute Quellen und hilft ihren Mitgliedern beim Schreiben und Überprüfen der Artikel. Guerilla Skepticism war vielen TeilnehmerInnen des Wochenendes neu, wurde aber sehr positiv und interessiert aufgenommen.

Leon Korteweg. Foto: IHEYO

Leon Korteweg stellt die Gruppe und das Konzept von „Guerilla Skepticism on Wikipedia“ vor . Foto: IHEYO

Ein weiterer Vortrag war von David Althaus, der über „effektiven Altruismus“ sprach. Beim effektiven Altruismus geht es darum, mit einem möglichst guten „Preis-Leistungs-Verhältnis“ Gutes zu tun. Die AnhängerInnen dieser Bewegung wollen nicht nur anderen Menschen helfen, sondern sie setzen aktiv alles daran, dies mit größtmöglicher Effizienz zu tun. Auch dieses Thema war für uns HumanistInnen natürlich sehr interessant und passend.

Aus Deutschland waren insgesamt sieben Leute in die Niederlande gereist. Einer von ihnen war Alexander Warnecke, der dieses Jahr bei der Vorbereitung und Durchführung der Jugendfeier in Oldenburg mitgearbeitet hatte. Für ihn war es das erste internationale Event dieser Art. Sein Fazit:

Für mich war das Wochenende eine sehr schöne neue Erfahrung. In Eindhoven habe ich viele Leute aus unterschiedlichen Ländern kennengelernt und der größte Teil hat auch meine Ansichten und Werte geteilt. Ich wurde sehr freundlich und offen von den Mitgliedern empfangen und ich konnte mich auch ohne weiteres jeder Diskussion anschließen und wurde auch super integriert! Ich fand die Vorträge sehr informativ und ich denke, dass wir einige Maßnahmen anderer humanistischer Verbände übernehmen können. Ich freue mich schon auf das nächste Mal!

Auch die OrganisatorInnen zogen eine sehr positive Bilanz. Lennart Kolenberg vom niederländischen Verband, der das Organisationsteam leitete, sagte:

Das Event verlief reibungslos und war sehr inspirierend. Es war toll, für über 80 Leute zu sorgen. Für das Organisationsteam war es außerdem eine gute Gelegenheit und Übung, unter Druck zusammen zu arbeiten. Das hilft uns für die European Humanist Youth Days 2016, zu denen wir alle einladen möchten.

Die Jugendtage werden im kommenden Sommer ebenfalls in den Niederlanden stattfinden. Doch bis dahin gibt es sogar noch zwei andere internationale Events, die für junge HumanistInnen interessant sind: Ende Oktober findet in Oslo die Mitgliederversammlung der International Humanist and Ethical Youth Organization (IHEYO), bei der auch die deutschen JuHus Mitglied sind, statt. Kurze Zeit später, vom 9. bis 15. November, werden Gruppen junger HumanistInnen aus der ganzen Welt im Rahmen der „Better Tomorrow“-Kampagne der IHEYO wohltätige Aktionen durchführen. Weitere Infos zu der Kampagne gibt es auf der IHEU-Internetseite.

Und am 18. und 19. März 2016 wird es unter dem Motto „We need Youth“ eine Veranstaltung des belgischen Centre d’Action Laïque in Brüssel geben, zu dem auch ausländische Gäste herzlich eingeladen sind. Ich möchte alle jungen HumanistInnen und andere Interessierte dazu einladen und ermutigen, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen. Sie sind eine wunderbare Gelegenheit, zu lernen, zu diskutieren, Neues zu entdecken und Motivation und Unterstützung zu finden.