Mittwoch, 30. November 2011
Ignatius von Loyola (1491- 1556) meint, dass der Schüler „selber denken, nachdenken und abwägen können und dürfen (soll), statt bloß die von der Schule gewünschten Lerninhalte zu übernehmen". Klaus Mertes und Johannes Siebner leiten Jesuitenschulen, die der Pädagogik des Mitbegründers des Jesuitenordens folgen. Ihr Buch Schule ist für Schüler da sollte schon 2009 erscheinen, aber aufgrund der Missbrauchsproblematik schien das Projekt hinfällig, da man zunächst Aufklärungsarbeit und Trauerarbeit an der eigenen Schule zu leisten hatte. Klaus Mertes machte als Schulleiter am Berliner Canisius-Kolleg die Missbrauchsfälle öffentlich und löste den Skandal aus, der die katholische Kirche bis heute schwer belastet. Johannes Siebner leitete bis zum Sommer dieses Jahres das Kolleg in St. Blasien – in dem ebenfalls ein Pater Kinder und Jugendliche in den 1980er Jahren missbraucht haben soll – und wechselte im Juli an das Aloisiuskolleg, um an der Bonner Schule nach der Aufarbeitung der dortigen Missbrauchsfälle den Neuanfang zu begleiten. Mertes und Siebner – beide nicht verwickelt und dennoch im Herzen des Missbrauchsskandals stehend – wollten ihr Buchvorhaben trotzdem realisieren, da die Autoren ihre Vorstellungen über Bildung und Erziehung unbedingt darlegen wollten.