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Halloween und die Vorboten der Mayakalypse

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Dienstag, 30. Oktober 2012
Maya Kalender

Mayagott Zamná | wikimedia commons

Es ist Ende Oktober. Kurz vor Ladenschluss schnell noch einkaufen. Ich stürme in den Supermarkt. Verblüfft halte ich an den Sonderaufstellern: Lebkuchen, Zimtsterne, Marzipankartoffeln, Adventskalender. Nun gut, der Weihnachtsverkauf startet immer früher. Das tut er seit Jahren zum Verdruss der Kirchenoberen. Die Kirchenunteren kaufen trotzdem; aus Angst im Dezember nur Ostereier zu bekommen – eher ungeeignet als Christbaumschmuck.

Verblüfft bin ich wegen der Cleverness des Einzelhandels. Denn: Weihnachten wird ab dem 24. Dezember gefeiert. Drei Tage nach dem 21. Dezember – dem Tag des vermeintlichen Maya-Weltuntergangs, von dem ich überall höre und lese.

Wozu brauche ich dann noch Weihnachtsartikel? Ein Problem, das den Maya selbst fremd wäre. Denn Jesu Geburt kannten die nicht. Weil er aus dem Nahen Osten und nicht dem fernen Westen kam. Außerdem dachte bei den Mayas niemand, dass am Ende der „langen Zählung“ von etwas über 5000 Jahren die Mayakalypse stehen würde. Sonnenstürme, Polsprünge, bedrohliche Planeten – alles kein Thema für die Mesoamerikaner. Statt dessen Thronjubiläen fürs Jahr 4772 und der Start der nächsten Kalenderrunde.

Einen Hinweis auf unsere Angst vor dem Mayakalender finde ich dann doch im Supermarkt. Überraschenderweise in der Gemüseabteilung. Schrecken erregende Fratzen, sicher Maya-Götter, leuchten mir aus Kürbissen entgegen. Kürbisse – ein Hauptnahrungsmittel der Maya. Sicher kein Zufall. Das Ende ist nahe. Schnell noch Lebkuchen futtern.