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Menschen

Stefan Zweig
Donnerstag, 23. Februar 2012

Es gibt nur wenige Schriftsteller, deren Werk derart mit der europäischen Kultur- und Menschheitsgeschichte verwoben ist, wie das des österreichischen Humanisten Stefan Zweig. Kaum ein Werk macht dies deutlicher, als sein am Lebensende entstandener, autobiografischer Rückblick Die Welt von gestern. Darin stellte er sein Werden und Wachsen ganz unbescheiden in den Weltzusammenhang, indem er seine Wiener Kindheit als eine Zeit der Kaffeehauskultur und des Zeitungsstudiums beschrieb. Er beschreibt seine Adoleszenz als sein persönliches Studium der internationalen Weltdeutung, ebenso im politisch-historischen Kontext wie in Bezug auf die literarischen, künstlerischen und musischen Verarbeitungen der Wirklichkeit. Dieses Studium ist der Ausgangspunkt seines eigenen literarischen Schaffens, in dem er stets den Versuch unternahm, die Welt und ihre Wirklichkeit fern aller überirdischen Bezüge zu lesen und zu verstehen.

Volker Kauder
Samstag, 18. Februar 2012

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass das Christentum die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft der Welt sei, um für einen besonderen Schutz christlicher Gläubiger zu werben. Ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation Amnesty International konnte auf Anfrage im August 2011 Kauders Behauptungen jedoch nicht bestätigen. Verfolgt werden tatsächlich Angehörige jedes Glaubens bzw. Unglaubens. Die Verhaftung des saudi-arabischen Journalisten Hamsa Kaschgari zeigt ebenso wie der Fall des vom islamischen Glauben abgefallenen Alexander Aan in Indonesien, dem im größten muslimischen Land der Welt ein Prozess wegen Blasphemie droht.

Bundesverwaltungsgericht Leipzig
Freitag, 2. Dezember 2011

Yunus M. darf weiterhin nicht am Berliner Diesterweg-Gymnasium beten. Doch nicht nur dem 18-jährigen muslimischen Gymnasiasten wurde das Beten in der Schule untersagt. Kein Schüler ist berechtigt, während des Besuchs der Schule außerhalb der Unterrichtszeit ein Gebet zu verrichten, wenn dies den Schulfrieden stören könnte, entschied das Bundesverwaltungsgericht am Mittwoch in Leipzig. Klingt gut, doch das Urteil hat einige Tücken. Es ruft die Frage, ob es in seiner Konsequenz einem friedlichen Miteinander in der bunter werdenden Gesellschaft Deutschlands zuträglich ist, auf den Plan.

Groschopp_Dissidenten
Montag, 28. November 2011

Warum eine nahezu unveränderte Neuauflage eines bereits vorliegenden Buchs? Geht es nur um das Wieder-zur-Verfügung-stellen oder siehst Du auch einen zeithistorisch-inhaltlichen Anlass, die Dissidenten noch einmal auflegen zu lassen?

Beides. Die Dissidenten sind eine verbesserte Neuauflage. Es war der tectum-Verlag, Herr Kubitza persönlich, bekannt durch zahlreiche religionskritische Publikationen, der an mich herangetreten ist.

Luther-Bibel in der Wartburg
Mittwoch, 2. November 2011

Mitte Dezember 2007 verabschiedete der Deutsche Bundestag seine große Kultur-Enquete. Der Begriff Humanismus kam darin nicht ein einziges Mal vor. Vier Jahre später, am Abend des 20. Oktober 2011, beschloss der Deutsche Bundestag einstimmig die Förderung der sogenannten Luther-Dekade, mit dem Höhepunkt 2017, mit jährlich sechs Millionen Euro. Damit entsprach das Parlament nach der ersten Lesung einem fraktionsübergreifenden Antrag vom Juli. Dort war beantragt worden, das 500. Jubiläum der Reformation als ein kirchliches und kulturgeschichtliches „Ereignis von Weltrang" durch die Bundesregierung umfassend zu fördern.

Hilde Schramm
Montag, 31. Oktober 2011

Seit mehr als dreißig Jahren arbeite ich an dem Thema „Deportation und Ermordung der Europäischen Juden". Eberhard Jäckel und ich haben zu diesem Thema die längste, 6-stündige deutsche Dokumentation für die ARD gedreht: Der Tod ist ein Meister aus Deutschland, das Celan-Gedicht leitete jede der 4 Fernseh-Teile ein. Und immer wieder hat mich, hat uns, die Frage beschäftigt: Warum ein Meister aus Deutschland? Warum die Deutschen, warum die Juden?

Torsten Körner mit Tochter
Mittwoch, 19. Oktober 2011

Torsten Körners neuestes Buch ist erschienen: Probeliegen - Geschichten vom Tod. Seine Auseinandersetzung mit dem Tod, dem Sterben, ist so vielseitig wie anregend - nicht unbedingt zum Sterben aber doch zum Nachdenken über dieses Thema, das scheinbar tabuisiert ist in unserer Gesellschaft der ewig Jungen, ewig Schönen. Susan Naviss sprach für diesseits mit Torsten Körner über sein Buch und das, was dahinter steckt.

Staffan Gunnarson
Dienstag, 11. Oktober 2011

Im Aufsatz reflektierte er über das Thema des letzten Welthumanistenkongresses in Oslo: Humanismus und Frieden. Gunnarson plädiert dafür, dass humanistische Organisationen zur Verbreitung des Friedens am besten jede demokratische Bewegung, die irgendwo entsteht, unterstützen sollten.

Amir Hassan Cheheltan_Amerikaner töten in Teheran
Mittwoch, 5. Oktober 2011

Der iranische Autor Amir Hassan Cheheltan sorgte vor zwei Jahren mit seinem Roman Teheran Revolutionsstraße für Aufsehen. Neben Mahmud Doulatabadis Der Colonel repräsentierte Cheheltans Erzählung die grüne Revolution im Iran. Teheran Revolutionsstraße erschien 2009 als Weltersterscheinung auf Deutsch, im Iran ist der Roman bis heute verboten. Cheheltan selbst lebte damals in Deutschland und hielt sich zuletzt in Italien und den USA auf. Trotz Zensur will er in seine Heimat zurückkehren. diesseits traf Amir Hassan Cheheltan und sprach mit ihm über sein neues Buch, seine Situation und die Ereignisse in der arabischen Welt.

Dr. Dr. Joachim Kahl
Dienstag, 4. Oktober 2011

Der in Theologie und Philosophie promovierte Wissenschaftler erregte in den 1960er Jahren einiges Aufsehen durch seine Publikation Das Elend des Christentums oder Plädoyer für eine Humanität ohne Gott. Den Themen der Religionskritik, der Ethik und Ästhetik ist Kahl bis heute treu geblieben. Die kontroversen Diskussionen über die Verknüpfung von Staat und Kirche, die aktuell durch die Rede des Papstes vor dem Bundestag erneut in den Fokus der Öffentlichkeit geraten sind, nahm er in seinem Vortrag in Bremen und Osnabrück zum Anlass, auf die Notwendigkeit einer Trennung von Kirche und Staat hinzuweisen.

Papstrede im Bundestag
Dienstag, 27. September 2011

Einen Tag nach dem Auftritt des Papstes im Deutschen Bundestag fragte mich ein Journalist, ob ich denn nun im Blick auf die seiner Meinung nach harmlose Rede des Papstes meine Befürchtungen nicht für überzogen hielt. Mit einiger Überraschung über diese Einschätzung erwiderte ich: „Nein, meine Befürchtungen über die Papst-Rede sind vollständig eingetreten". Und tatsächlich: Für harmlos kann man den Papst-Auftritt eigentlich nur halten, wenn man ihn entweder sowieso befürwortet, oder wenn man seine Rede nicht aufmerksam gelesen hat. Beides trifft jedoch für mich nicht zu.

Robert Thielmann
Donnerstag, 22. September 2011

Die Proteste gegen den Papstbesuch belegen, dass es eine Reihe gesellschaftlicher Gruppen gibt, die den Kirchen ablehnend gegenüberstehen und besonders deren Einfluss auf die Politik beanstanden. Jedoch beschränkt sich die Tätigkeit säkularer und humanistischer Organisationen nicht allein auf das Kritisieren von überholten religiösen Glaubenssystemen und Institutionen.

Benedikt XVI. Palmsonntag
Donnerstag, 22. September 2011

Eure Exzellenz Benedikt XVI., anlässlich Ihres bevorstehenden Besuchs in Deutschland sehen wir die Notwendigkeit, uns mit einigen klarstellenden Worten an Sie zu wenden und Sie über unsere Erwartungen als Weltanschauungsgemeinschaft nichtreligiöser Menschen und Interessenvertretung von Konfessionsfreien in Deutschland zu informieren. Wir gehen dabei davon aus, dass die kulturelle Weiterentwicklung in offenen, pluralistischen und demokratischen Gesellschaften sowie ein friedliches Zusammenlebens auf den Dialog und das Gespräch angewiesen sind. Daher halten wir es für sinnvoll, uns nicht nur an Mitglieder der katholischen Kirche zu wenden, mit denen wir heute schon große Schnittmengen in der Betrachtung von problematischen Punkten finden. Wir beurteilen es ebenfalls als zielführend, uns an Sie persönlich zu wenden.

Plakat Papstdemo
Mittwoch, 21. September 2011

Es sind immer wider dieselben Argumente, die die Verfechter des Papstbesuches und dessen Rede im Bundestag vortragen, um die Papstkritiker zu diskreditieren und als extreme Religionshasser hinzustellen. Dabei verbiegen sie die Realität und drehen sich die Tatsachen zurecht, bis passend ist, was passend gemacht werden sollte. diesseits setzt dieser Mythenbildung Fakten entgegen und widerlegt die wichtigsten Argumente der Papstanhänger.

Angela Merkel EU
Montag, 19. September 2011

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, am 22. September 2011 wird Papst Benedikt XVI. in Berlin eintreffen. Aus Anlass dieses Besuchs sieht das Präsidium des Humanistischen Verbandes Deutschlands die Notwendigkeit, sich mit einigen klarstellenden Worten an Sie zu wenden und Sie über unsere Erwartungshaltung als Weltanschauungsgemeinschaft nichtreligiöser Menschen und Interessenvertretung von Konfessionsfreien zu informieren.

JuHu Stand
Freitag, 16. September 2011

Will man mit den bundesweit organisierten Jungen Humanisten (JuHu) sprechen, dann ist das nicht ganz einfach. Denn man sitzt nicht nur einem zweiköpfigen Gremium gegenüber, sondern gleich ein paar mehr jungen und junggebliebenen Menschen, die die Fäden der regionalen und lokalen Jugendverbände des HVD auf Bundesebene zusammenführen. Über Möglichkeiten, Schwierigkeiten und Perspektiven sprach diesseits am Rande des diesjährigen Kinder- und Jugendhilfetages in Stuttgart mit dem Kern von Bundes-JuHu.

IQ2 Szene 2
Donnerstag, 15. September 2011

Die katholische Kirche ist ein Segen! Mit dieser steilen These luden die Macher von IQ2 Die Debatte am Mittwochabend das erste Mal zu einer Debatte ein, die nach britischem Vorbild intellektuell und kontrovers sein sollte. Miteinander um die besseren Argumente ringen sollten der Sprecher der Giordano Bruno Stiftung (gbs) und Philosoph Dr. Michael Schmidt-Salomon und der päpstliche Ehrenkaplan Prof. Peter Schallenberg sowie in einem zweiten Duell der Philosoph und Gründer der ersten humanistischen Privatuniversität Prof. Anthony C. Grayling und die konvertierte Radikalkatholikin und Lebensschützerin Gabriele Kuby.

Passfotoblock Niko Alm
Donnerstag, 1. September 2011

Herr Alm, tragen Sie gerade ihr Nudelsieb?

Haha, nein. Das kommt nur zu besonderen Anlässen, wie z.B. Ausweisfotos, zum Einsatz.

Sie haben in Österreich durchgesetzt, dass sie auf dem Passfoto ihres Führerscheins ein Nudelsieb tragen dürfen – mit Verweis auf ihre Religiosität als Pastafari. Was ist das, Pastafarianismus?

Manfred Schneider
Montag, 29. August 2011


Herr Schneider, Sie haben eine Art Kulturgeschichte des Attentats verfasst, sich mit den verschiedenen Typen der Attentäter befasst und einen Prototyp in einem Paranoid-Verfolgten gefunden. Ist Anders Breivik demnach ein typischer Attentäter?

Joachim Kahl
Samstag, 27. August 2011

Skeptisch, undogmatisch, atheistisch - so beschreibt sich Prof. Joachim Kahl gegenüber den Lesern der Badischen Zeitung. Im Interview erklärt Kahl, wie er noch als Theologiestudent vom Glauben abgekommen ist und sich der Religionskritik zugewandt hat.