Presseschau: Hexenglauben und Laizismus im Humanistischen Magazin
Im Mittelpunkt des Berichts steht eine Untersuchung der Association for Secular Humanism (ASH) über die Verbreitung des Hexenglaubens im südostafrikanischen Malawi, mit der die Verbreitung von Gewalt gegen Kinder, Frauen und ältere Menschen erfasst werden sollte. Zu den Ergebnissen der Studie (diesseits berichtete)gehört u.a. die Erkenntnis, dass allein der Verdacht der Hexerei zu Folter und Mord führen kann. Die ASH forderte in ihrem Bericht Malawis Regierung auf, die Durchsetzung der Gesetze gegen Verfolgung wegen Hexerei aktiv zu sichern.
Bekannter geworden ist in diesem Zusammenhang der aus Nigeria stammende Menschenrechtsaktivist Leo Igwe, der seit Jahren gegen die Verbreitung ankämpft und Opfer unterstützt. diesseits bemüht sich derzeit um ein Porträt des international anerkannten Experten für eine der kommenden Ausgaben.
Gespräch zum Laizismus in der SPD
In einem zweiten Schwerpunkt befasst sich die Radiosendung mit den LaizistInnen in der SPD, deren bekanntester Vertreter der ehemalige Kanzleramtsminister Rolf Schwanitz (hier im Interview) ist. Diesbezüglich gibt Michael Bauer, der zu den Gründungsmitgliedern der laizistischen Sozialdemokraten gehört und einer der Sprecher der Gruppe ist, im Interview Auskunft. Er erklärt die Motive der laizistischen Sozis, erläutert ihr Hauptforderungen und berichtet von den aktuellen Initiativen zum kirchlichen Arbeitsrecht und den sich aus diesen ableitbaren Diskriminierungen, etwa wenn katholische Arbeitgeber eine Krankenschwester entlassen, weil sie gegen die katholische Morallehre verstoßen und sich scheiden lassen hat.
Auch wenn es noch keinen anerkannten Arbeitskreis innerhalb der SPD gibt, habe man aber doch zumindest erreicht, dass innerhalb der Partei sehr viel intensiver über die Bezüge und Zusammenhänge von Kirche und Staat nachgedacht werde. An der Basis der Partei werde die Gruppe der Laizisten ohnehin ganz freundlich und offen aufgenommen. Hinter der Tatsache, dass der Parteivorstand den AK Laizismus im Gegensatz zum AK Christen in der SPD dennoch nicht zulassen will, vermutet Bauer eine diffuse Angst der Partei, Wähler zu verschrecken, weil die These des Laizismus für Unruhe sorgen würde. „Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen", kommentiert er diese Angst der Parteiführung. Gestärkt sieht er sich in der Tatsache, dass die SPD in den Regionen, wo sie stark auf eine christliche Verankerung setze – etwa in den neuen Bundesländern – keine großen Wahlerfolge einfahren könne (Mehr zum Laizismus in diesseits finden Sie hier).
Außerdem folgende Kurznachrichten
- Bremen: Niederlage der Humanistischen Schule vor dem Oberverwaltungsgericht Bremen
- Fürth: Einweihungsfest für Humanistische Kindertagesstätte
- Berlin: Strafanzeige gegen CSU-Politiker Geis
Den 15-minütigen Radio-Podcast des HVD-Bayern können Sie hier herunterladen.







