International HUMANIST NEWS
Die fünf Autoren nähern sich in ihren Beiträgen dem Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Am spannendsten ist dabei zweifellos der Artikel des UNESCO-Delegierten von IHEU, Sam Ayache, der eine ebenso demokratische wie humanistische Antwort auf das Phänomen der Migration fordert. Migration müsse heute vielmehr als „menschliche Mobilität" verstanden werden, die weltweit innerhalb von Staaten sowie über Länder und Kontinente hinweg stattfinde und vor allem wirtschaftliche Ursache habe. Eine humanistischer Umgang mit Migration müsse daher vor allem auf dem Prinzip der Nicht-Diskriminierung basieren, fordert Ayache, um Arbeitskräften unabhängig von ihrer Herkunft die gleichen Chancen und Möglichkeiten einzuräumen. Die Sphäre der kulturellen Rechte hält Ayache hingegen nicht für relevant, wenn es darum geht, eine humanistische Perspektive zum Umgang mit Migration zu finden.
In den anderen Beiträgen erläutert der indische Humanist Vidya Bhushan Rawat die Situation der indischen Ureinwohner, den Dalit, in Indiens Hauptstadt Delhi, die als Unberührbare immer wieder Diskriminierung und Vertreibungen ausgesetzt sind (Der Humanistische Verband hat bereits mehrere Kampagnen zur Unterstützung der Dalit in Indien in den vergangenen Jahren durchgeführt). Der Direktor des nigerianischen Netzwerks junger Humanisten Adeyemi Johnson Ademowo geht in seinem Beitrag den prekären Lebensumständen der nigerianischen Binnenvertriebenen (sog. internally displaced persons, IDP) nach, die Opfer der anhaltenden, enormen religiösen Konflikte in Nigeria sind. Hanada Kharma erläutert in einem Hintergrundbeitrag die Differenzierung in Flüchtlinge und Binnenvertriebene sowie die konkreten Folgen bezüglich des internationalen Schutzstatus'. Dabei geht die in Norwegen lebende Palästinenserin insbesondere auf die Situation der palästinensischen Flüchtlinge ein. Außerdem wird in einem Randbeitrag der Einzelfall des pakistanischen Atheisten Khalid Saeed geschildert, dessen Asylgesuch vom schwedischen Migrationsrat abgelehnt wurde. Die Schwedischen Humanisten haben daraufhin einen Report zur Situation von Atheisten in islamischen Ländern an den Migrationsrat geschickt (aus dem Auszüge abgedruckt sind) und versuchen so, den Fall noch einmal zu eröffnen.
Außerdem hat die Redaktion der International HUMANIST NEWS mit der Europaparlamentarierin Sophia in't Veld ein Interview geführt, die im vergangenen Jahr einen der International Humanist Awards erhalten hatte. In't veld erklärt darin u.a., warum sie sich für humanistische und atheistische Positionen in der europäischen Politik stark macht und wieso es notwendig ist, dass sich säkular eingestellte Personen und Netzwerke intensiv mit den eigenen Positionen auseinandersetzen müssen.
Der Präsident der Militärischen Assoziation von Atheisten und Freidenkern (MAAF), Jason Thorpy, erläutert, warum er es für notwendig hält, dass sich säkulare Soldaten und Militärs zusammenschließen und gemeinsame Positionen erarbeiten. Leo Igwe berichtet von einer Konferenz, auf der Experten intensiv und mit wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit mit Hexerei und seelischer Beeinflussung in Afrika auseinandergesetzt haben.
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